Hilfe bei Schlafstörungen: Die große Schlaf-Sprechstunde

Jeder 4. Deutsche leidet an Schlafproblemen. Sie auch?

Er ist dem Sprichwort nach die beste Medizin. Gibt’s Probleme, leidet schnell der ganze Körper. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Thema Schlafprobleme und leisten erste Hilfe bei Schlafstörungen.

Es könnte so schön sein: einfach Augen zu und ab ins Schlummerland. Aber leider ist der Weg dorthin für viele recht beschwerlich: Gut 20 bis 30 Prozent der Deutschen leiden unter Schlafstörungen. Die Ursachen und Auswirkungen sind dabei ganz unterschiedlich. Deshalb gibt es für Ein- und Durchschlafprobleme auch keine Patentlösung. Vieles ist noch unerforscht – und zudem noch mit vielen Mythen behaftet. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

„Ich wache immer wieder auf. Habe ich Schlafstörungen?“
Von einer chronischen Schlafstörung sprechen Mediziner, wenn man über einen Monat pro Woche drei Nächte oder mehr keinen durchgehenden, erholsamen Schlaf findet. Dann gilt es, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Ein ärztliches Gespräch kann erste Hilfe bei Schlafstörungen leisten.

„Sollte man wirklich acht Stunden schlafen?“
Nein, da hat jeder Mensch individuelle Bedürfnisse. Es gibt Leute, die sind schon nach fünf Stunden fit, andere brauchen ganze zwölf.

„Ist eine harte Matratze besser für den Rücken?“
Nicht unbedingt, bei manchen kann sie sogar Schmerzen verursachen. Ideal sind punktelastische Matratzen. Sie passen sich genau dem Körpergewicht an und stützen dort, wo sie sollen. Die richtige Matratze kann eine ganz einfache Hilfe bei Schlafstörungen sein.

„Kann ich versäumten Schlaf eigentlich nachholen?“
Ja, das belegen Studien der Universität Pennsylvania in den USA. Die Teilnehmer schliefen zunächst sieben Nächte nur vier Stunden. Einige von ihnen durften anschließend zehn Stunden ruhen. Ergebnis: Die Ausschläfer fühlten sich danach so energiegeladen wie vor dem Test.

„Kann man Müdigkeit durch Vorschlafen verhindern?“
Nein, das funktioniert nicht. Unsere innere Uhr lässt nicht zu, dass wir länger schlummern als unbedingt notwendig. Der Schlafmangel bleibt.

„Machen natürliche Einschlaf-Hilfen abhängig?“
Egal, ob Baldrian, Johanniskraut oder Passionsblume (z. B. Neurexan, Apotheke): Pflanzliche Schlafmittel haben den Vorteil, dass sie nicht abhängig machen. Allerdings müssen sie ausreichend dosiert und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, damit sie überhaupt eine wirksame Hilfe bei Schlafstörungen sein können.

„Ist wirklich der Schlaf vor Mitternacht der beste?“
Diese Weisheit stammt aus der Zeit, als die Menschen im Morgengrauen aufstanden und sich früh in die Federn legten. Entscheidend sind vor allem die Tiefschlafphasen, in denen sich der Körper erholt und das Gehirn entspannt. Diese treten in den fünf Stunden nach dem Einschlafen auf – egal, wann wir zu Bett gehen.

„Warum macht zu wenig Schlaf dick und krank?“
Daran ist unter anderem das Hormon Ghrelin schuld, das im Magen produziert wird und Hungergefühle erzeugt. Bei Schlafmangel wird es vermehrt ausgeschüttet. Außerdem läuft die Energieverbrennung nach einer kurzen Nacht auf Sparflamme. So schlagen Kalorien schneller zu Buche. Bei chronisch Unausgeschlafenen erzeugt der Körper weniger Insulin, wodurch das Risiko erhöht ist, zuckerkrank zu werden.

„Ich erinnere mich nie an Träume. Ist das schlimm?“
Nein, das ist sogar gut, denn es bedeutet nur, dass Sie sehr tief schlafen. Menschen, die im Schlaf sensibel auf von außen kommende Reize reagieren und häufiger aufwachen, können sich öfter an Träume erinnern. Das haben französische Wissenschaftler herausgefunden.

„Wirken sich Smartphones wirklich auf den Schlaf aus?“
Ja. Smartphone-Aktivitäten sorgen dafür, dass sich unser Körper nicht entspannt. Auch das Gefühl, jederzeit über das Smartphone erreichbar zu sein, hat negative Auswirkungen. Es gibt auch eine große Diskussion darüber, ob das von den Bildschirmen ausgehende so genannte blaue Licht uns vom Einschlafen abhält – aber das ist noch nicht abschließend geklärt.

„Tut eine Pflanze im Schlafzimmer gut?“
Das kommt drauf an: Nicht alle sind für diesen Raum geeignet. Denn nachts verbrauchen viele Pflanzen Sauerstoff, anstatt ihn zu produzieren. Als Folge wird die Luft schneller stickig. Der Schlaf ist dann wenig erholsam, manche Menschen wachen mit Kopfschmerzen auf. Gut sind Bogenhanf oder Aloe vera. Auch die Grünlilie eignet sich. Sie filtert Schadstoffe aus der Luft.

„Ich komme morgens schwer hoch. Was kann ich tun?“
Dafür gibt es kein Patentrezept. Probieren Sie mal, die Vorhänge nachts einen Spalt offen zu lassen. Je früher Tageslicht auf die geschlossenen Lider trifft, desto eher stellt das Gehirn die Produktion des Schlafhormons Melatonin ein.

„Ich kann nur mit Licht schlafen. Ist das schlecht?“
Die Dunkelheit ist wichtig für unsere Gesundheit. Im Schlafzimmer sollte es idealerweise stockdunkel sein. Auch hier liegt die Ursache beim Schlafhormon Melatonin. Das wird nur produziert, wenn es nicht hell ist.

„Stimmt es, dass spätes Essen den Schlaf stört?“
Das ist von Mensch zu Mensch ganz verschieden. Die gängige Empfehlung lautet: Wer ohnehin schlecht schläft, sollte drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts essen. Ist der Hunger groß, ist eine leichte Mahlzeit besser. Ansonsten sind Magen und Darm noch lange auf Trab, und das macht den Schlaf oberflächlich und unruhig.

„Ich kann einfach nicht einschlafen. Was hilft?“
Die perfekte Methode gibt es nicht. Wichtig ist, dass Sie Stress möglichst vermeiden und sich mit einem entspannten Programm auf die Schlafenszeit einstimmen. Lesen, ein Spaziergang oder pflanzliche Mittel wie Lavendel (z. B. Lasea, Apotheke) können helfen.

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