Karies vorbeugen: Schon beim Essen ist Vorsicht geboten

Ist Milchzucker wirklich die bessere Wahl?

Die gemeinen Karies-Bakterien freuen sich nicht nur über eine nachlässige Mundpflege, sie lieben auch zuckerhaltige Speisen und Getränke. Der Grund: Der Zucker, den sie in Säuren umwandeln, dient ihnen als Nahrung. Doch die Säuren können dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entziehen. Das kann wiederum den Zähnen schaden, Karies zur Folge haben. Damit es erst gar nicht so weit kommt, raten Zahnärzte Alt und Jung, um Karies vorzubeugen: Augen auf bei der Ernährung! Was jedoch nicht immer so einfach ist. Denn viele Fertigprodukte enthalten versteckten Zucker. Das gilt zum Beispiel für Wurstwaren, Zwieback, Salatsoßen und Gewürzgurken.

Aufpassen heißt es auch bei Maltose

Auch für Erfrischungsgetränke gilt das. In einem Glas mit 250 ml können immerhin sechs Würfelzucker stecken, was ca. 18 g entspricht. Und woran wir auch nicht immer denken: Neben dem Haushaltszucker (Saccharose) gibt’s noch viele andere Zuckerarten. So handelt es sich auch bei Dextrose, Maltose und Maltodextrin um Zucker. Doch Achtung! Diese sind nicht besser, wenn man Karies vorbeugen möchte, weil sie ebenfalls in Säuren umgewandelt werden. Das erklärt die Initiative proDente aus Köln.

Worauf wir auch noch unbedingt achten sollten: Die Hinweise zuckerfrei, ungesüßt oder ohne Zuckerzusatz bedeuten lediglich, dass kein Haushaltszucker verwendet wurde. Es können jedoch andere Zuckerarten enthalten sein. Das Gute: Damit wir Verbraucher einen besseren Überblick haben, gilt seit Kurzem eine neue Regelung. Lebensmittelhersteller müssen die Nährwerttabelle auf die Verpackung drucken. Das heißt: Alle verwendeten Zucker arten müssen aufgeführt und der Gesamtzuckergehalt angegeben werden. Der Vorteil: Wir können beim Einkauf verschiedene Produkte direkt miteinander vergleichen.

25 Gramm Zucker täglich

Wer Karies ideal vorbeugen möchte, hält sich am besten an die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese lautet: nicht mehr als 25 Gramm Zucker täglich aufnehmen. Außerdem sollten süße Zwischenmahlzeiten und süße Getränke nicht übermäßig konsumiert werden. Das erklärt Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann schon beim Einkauf auf das Siegel der Aktion Zahnfreundlich e. V. achten. Das ist ein gemaltes Zahnmännchen mit Regenschirm.

Wir können unser Karies-Risiko mindern, indem wir unseren Durst vor allem mit (Mineral-)-Wasser stillen. Da schwarzer und grüner Tee das Bakterienwachstum hemmen können, dürfen wir diese Getränke auch mit gutem Gewissen zu uns nehmen. Obst rundet die gesunde Ernährung ab, da es viele Vitalstoffe enthält. Doch die Säuren können den Zähnen zusetzen. Daher gilt: nach dem Essen den Mund mit Wasser ausspülen und ca. 30 Minuten mit dem Putzen warten. Beenden Sie Mahlzeiten stets mit etwas Käse wie Edamer, Gorgonzola oder Parmesan. Darin finden sich antikariöse Inhaltsstoffe wie Kasein.

Themen