Rauchentwöhnung - Die besten Methoden, das leidige Laster endlich loszuwerden

Geraucht wurde schon bei den Naturvölkern schon lange bevor die Zigarette erfunden wurde. Diese landete erst Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Doch leider ist das Laster nicht ganz ungefährlich. Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass das Rauchen Nebenwirkungen hat. Daher suchen viele künftige Nichtraucher nach der besten Methode, von dem Glimmstängel wieder loszukommen. Aber welche ist das?

Warum greifen Menschen überhaupt zur Zigarette?

Es gibt Menschen, die das Rauchen einfach ausprobieren und dann wieder bleiben lassen. Andere haben tiefergehende Gründe für den Griff zur Zigarette und kommen daher schwer oder gar nicht davon los. 

Kleinkinder

Kleinkinder werden ungewollt zu Passivrauchern, wenn sie dem blauen Dunst der Eltern ausgesetzt sind. Die Inhaltsstoffe der Zigarette setzen sich in Möbeln, Vorhängen, Kleidung und Tapeten ab und werden dort langsam wieder abgegeben und von den Kindern aufgenommen. 

Jugendliche

Rauchen ist „in“ und „cool“. Wer nicht raucht, gehört nicht dazu. Die Ausschlussgefahr ist also groß. Sogar wenn die Zigarette nicht schmeckt, gewöhnt man es sich wegen des Gruppenzwangs an. Wegen der vermeintlich drohenden sozialen Folgen des Rauchstopps, gestaltet dieser sich schwieriger. 

Jugendliche lassen sich darüber hinaus auch von Vorbildern wie Eltern, Verwandten oder Hollywood-Idolen beeinflussen. Und die Werbung gaukelt Freiheit, Schönheit und Luxus in Zusammenhang mit den schicken Zigaretten vor. Zum Glück hat der Bundestag bereits 2018 über ein umfassendes Tabakwerbeverbot verhandelt. Denn die bisher auf den Zigarettenschachteln prangenden Bildern mit den deutlichen Raucherschäden und abschreckenden Sprüchen scheinen ihre Wirkung zu verfehlen.

Erwachsene

Wer erst später im Leben zur ersten Zigarette greift, tut das meist stressbedingt oder aus Langeweile. Gestresste Menschen möchten sich nämlich ablenken und dabei hilft die gemütliche Zigarettenpause genauso wie das Feierabendbier. 

Folgen und Krankheiten

Als Folge des Rauchens können sogar ungewöhnliche Probleme auftreten, die nicht sofort mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht werden. Beispielsweise kann durch das Rauchen sogar ein Hörsturz ausgelöst werden

Durch den Vitaminmangel kommt es oft zu einem schlechten Hautbild und einer fahlen Erscheinung. Auch die Gefäße und die Durchblutung leiden darunter. Dies kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Hirninfarkt führen.

Und die Lunge hat neben dem Herz die Hauptlast des Rauchens zu tragen. Kurzatmigkeit ist noch das geringste Problem, welches dabei auftreten kann. Es kommt oft zu Lungenemphysemen, Raucherlunge oder Raucherhusten (COPD) und natürlich Lungenkrebs.

Unangenehm und häufig verdrängt sind auch verschiedene Krankheiten, die im Mund oder am Kehlkopf und in den Bronchien auftreten. Dazu kommen aufgrund der Durchblutungsstörungen Probleme wie Raucherbeine, was mit einer Amputation enden kann. Und nicht zuletzt werden die Gene (DNA) geschädigt.

 
Um die Folgen zu vermeiden oder zumindest einzudämmen, greifen Raucher gerne zu den mittlerweile sehr beliebten E-Modellen als Alternative, da diese gemeinhin als ungefährlicher gelten. Sie werden manchmal sogar als Nikotinersatztherapie angewendet.

Möglichkeiten der Entwöhnung – Medikamente, Therapie, alternative Methoden

Angesichts der Gefahren, die vom Rauchen ausgehen, werden glücklicherweise immer mehr Menschen zu Nichtrauchern. Doch der Weg zum Erfolg ist steinig. Viele Methoden, auch dubioser Art, werden auf dem Markt angeboten. Allgemein gesehen kann man rund vier Gruppen von Möglichkeiten unterscheiden:

•    Medikamente (frei verkäufliche und verschreibungspflichtige)
•    Entwöhnungstherapien, auch in Verbindung mit Gruppensitzungen
•    Eigene Entzugsverzuge mit eisernem Willen
•    Alternative Methoden wie Hypnose oder Akkupunktur

Wer sich nicht sicher ist, welche Methode für ihn und sein individuelles Rauchverhalten am besten geeignet ist, kann sich telefonisch beraten lassen. Da viele zunächst den Weg zum Arzt scheuen, ist eine unkomplizierte Hilfe häufig ein Vorteil. Diese Hilfe gibt es beispielsweise bei der Telefonberatung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Aber auch der Gang zum Hausarzt ist natürlich kein Fehler. 

Medikamente

Viele Varianten von Medikamenten gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Diese Art von Medikamenten geben kleine Mengen Nikotin an den Körper ab und entwöhnen ihn langsam. Sie helfen auch bei den bekannten Nebenwirkungen wie Nervosität oder depressiven Verstimmungen. 
Zu diesen frei verkäuflichen Nikotinersatztherapien gehören:

•    Nikotinpflaster
•    Nikotinkaugummis
•    Nikotinspray
•    Nikotininhalator
•    Nikotinlutschtabletten

Wann und wie können diese angewendet werden?

Die schnellste Wirkung entfalten Nikotinkaugummis und Lutschtabletten. Das ist wichtig für Stressraucher, die in angespannten Situationen zur Zigarette gegriffen haben. Wenn sie stattdessen zum Kaugummi oder zur Lutschtablette greifen können, müssen diese genauso schnell wirken. Und das tun sie auch in rund 30 Minuten nach der Einnahme. Wichtig ist das langsame Kauen des Kaugummis, damit die Wirkstoffe gut aufgenommen werden können.

Die Pflaster lassen sich auch leicht anwenden, wirken aber langsamer, da sie das Nikotin viel langsamer und über einen längeren Zeitraum freisetzen. Es gibt aber bei aller Einfachheit auch Situationen, in denen diese Präparate nicht angewendet werden dürfen. Wenn bereits schwere Erkrankungen vorliegen, sind diese Mittel leider nicht verwendbar. 

Das ist der Fall bei:

•    Schlaganfall
•    Herzinfarkt
•    Schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
•    Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
•    Magen- oder Darmgeschwüren

Welche verschreibungspflichtigen Medikamente gibt es?

Alternativen dazu sind verschreibungspflichtige Medikamente, die allerdings unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden müssen und teilweise schwere Nebenwirkungen haben. 

Zu diesen Mitteln gehören:

Der Wirkstoff Bupropion (der schwere Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen kann) und zur Klasse der Medikamente gegen Depressionen gehört. 

Der Wirkstoff Vareniclin, der noch stärker wirkt, bei dem aber schlimme Nebenwirkungen wie der Hang zum Suizid festgestellt wurde. 

Ob und wann diese Mittel zum Einsatz kommen, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme

Diese Therapien werden von der Krankenkasse bezuschusst und finden innerhalb einer Gruppe statt. Damit fühlen sich die Patienten nicht so alleingelassen. Diese Gruppen haben eine sehr hohe Erfolgschance, gerade auch aufgrund des Rückhalts der Gruppenmitglieder. 

In den Programmen werden auch die frei verkäuflichen Nikotinersatztherapien mit einbezogen. Von der Krankenkasse werden die Kosten dafür aber nicht ersetzt. 

Eigene Entzugsversuche

Es gibt Menschen, die es schaffen, ganz alleine vom Rauchen loszukommen. Das ist mit einem eisernen Willen auf jeden Fall möglich. Für den Start sollte ein fester Termin geplant werden, ab dem die Zigaretten der Vergangenheit angehören. Motivation und Durchhaltevermögen sind allerdings  Voraussetzungen dafür, dass es auch wirklich funktioniert. Unterstützend können Nikotinpflaster oder Kaugummis verwendet werden. 

Stressraucher müssen darauf achten, ihren Stress zu reduzieren, um Rückfälle zu vermeiden. Oder Situationen, in denen sie normalerweise zur Zigarette greifen würden. Statt zu rauchen, sollten alternative Handlungen oder „Rituale“ geplant werden. Einmal um den Block gehen, oder einen Snack zu sich nehmen. Die Auswahl muss individuell und auf die Situation passen. 
Wer nicht mehr raucht, hat mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Schlechte Laune, Gewichtsprobleme durch gesteigerten Appetit oder Müdigkeit und Frust sind nur einige davon. Gegensteuern ist möglich mit einer Ernährungsumstellung und Ausgleichssport. 

Alternative Methoden – Hypnose und Akkupunktur

Hypnosebehandlungen sind äußerst wirkungsvoll und werden von bekannten Therapeuten auch mit großem Erfolg bei verschiedenen Krankheiten und Angststörungen eingesetzt. Leider zählt die Hypnose aufgrund fehlender aussagekräftiger Studien eher zu den verpönten und belächelten Methoden. Einfach mal ausprobieren wäre aber auf jeden Fall einen Versuch wert. 

Akkupunktur ist in der Chinesischen Traditionellen Medizin seit Tausenden von Jahren bewährt. Dennoch ist diese Methode häufig auch eine der Alternativen, die eher skeptisch betrachtet oder sogar offen verlacht wird. Wer sich dafür interessiert oder im Rahmen anderer Therapien gute Erfahrungen gemacht hat, vergibt sich nicht viel, einen Versuch zu starten. Zumindest sind hier keine der schweren Nebenwirkungen zu erwarten wie bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten. 

Schutzgesetze in Deutschland

Um die Gesundheitsgefahren zu reduzieren gibt es in Deutschland verschiedene Gesetze. Eine der wichtigsten Regelungen entstand dabei auf Bundesebene. Dieses Gesetz nennt sich „Gesetz zur Einführung eines Rauchverbotes in Einrichtungen des Bundes und öffentlichen Verkehrsmitteln“ (BNichtrSchG). Es gilt auch für öffentliche Gebäude. 
Einzelne Passivraucherschutzgesetze wurden in der Folge auch in den verschiedenen Bundesländern als Landesgesetze festgelegt. Durch die Gesetzgebung werden auch Arbeitnehmer durch ein Rauchverbot im Büro geschützt. Oder Besucher einer Gaststätte.

Welche Erfolge sind bei der Entwöhnung sichtbar?

Der Rauchstopp bewirkt einige Verbesserungen, von denen manche sich sehr schnell bemerkbar machen. Andere fallen erst nach Jahren richtig auf. Zunächst wird sich der Geruchs- und Geschmackssinn verbessern, dann die Atmung. Schon nach rund 3 Monaten ist die Lungenkapazität ein Drittel verbessert. Die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenkrebs sinken allerdings erst spät ab. Auf der sicheren Seite ist der neue Nichtraucher erst nach rund 15 Jahren.