Lebenskrise: Über Auslöser und wie man wieder nach vorne blickt!

In eine Lebenskrise kann jeder Mensch kommen – meist gibt es bestimmte Ursachen dafür

Eine Lebenskrise kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand oder Beruf. Wir klären auf, wie eine Lebenskrise entstehen kann, welche Gründe dafür hauptsächlich infrage kommen und mit welchen Maßnahmen Sie aus einer Tiefphase wieder selbst kommen können. 

Was ist eine Lebenskrise?

Die Betroffenen einer Lebenskrise befinden sich an einem Punkt, an dem der jetzige Ist-Zustand infrage gestellt wird. Gekennzeichnet sind solche Phasen mit dem Gefühl von Unsicherheit und sie werden durch den Verlust bisheriger Standards oder Sicherheiten oder durch einen Kontrollverlust des eigenen Lebens hervorgerufen. In einer Lebenskrise stellen Betroffene das eigene Selbstbild, die bestehenden Beziehung und das eigene Können infrage, wodurch auch das ausgeglichene und vorher funktionierende Leben infrage gestellt wird. Negative Gedanken oder Emotionen sowie Hoffnungslosigkeit bestimmten den Alltag in einer Lebenskrise. Folgende Symptome gehen mit einer Lebenskrise einher:

  • Traurigkeit
  • Zukunftsängste
  • Negatives Denken
  • Die Frage, ob das jetzige Leben so noch einen Sinn hat
  • Hoffnungslosigkeit
  • Unsicherheit, Zurückhaltung und Selbstzweifel
  • Gereiztheit und Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen, Übelkeit

Wann eine Lebenskrise auftritt

In der Regel können die anfälligsten Phasen für eine Lebenskrise- oder Identitätskrise in drei Abschnitte untergliedert werden: die Kindheit und Jugend, die Lebensmitte und das höhere Erwachsenenalter. 

In der Kindheit und Jugend existieren bestimmte Lebensschwellen, in denen manche Kinder oder Jugendliche besonders unter psychischen Belastungen leiden können. Die Pubertät geht oftmals einher mit einem Charakterwechsel, der sexuellen Orientierung sowie der Rollenfindung in der Gesellschaft. Die sich anschließende Phase schließt weitere Anforderungen ein, denen Sie gerecht werden müssen: Integration in das soziale und berufliche Leben, die erste richtige Beziehung und das Sammeln sexueller Erfahrungen, Verliebtheit und Konfrontation mit der Realität, Trennung und Identitätsentwicklung. 

Die Lebensmitte wird auch „Midlife-Crisis“ genannt, die sich in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr einstellt. In dieser Phase setzen Sie sich oftmals mit ihren bisherigen Leistungen auseinander und ziehen eine private sowie berufliche Lebensbilanz. Sofern Sie Kinder haben, die sich vielleicht auch in der Pubertät befinden, kann der damit oft einhergehende Stress ebenfalls eine Lebenskrise beeinflussen. 

Die dritte Phase bezieht sich auf das zunehmende Alter, in welchem die eigenen Kinder selbstständig werden und nicht mehr so wie vorher auf die Eltern angewiesen sind. Dies baut auch eine Distanz (auf lokaler oder persönlicher Ebene) auf. Auch das mögliche Ende eines Berufsverhältnisses durch die Pensionierung kann mit der Angst einhergehen, hierdurch den sozialen Status in der Gesellschaft sowie den eigenen Wohlstand zu verlieren. Schließlich bedingen auch Faktoren wie Krankheiten oder der Tod des Partners eine Lebenskrise.

Die häufigsten Gründe einer Lebenskrise

Lebens- oder Identitätskrisen entstehen oftmals nicht in der frühen Jugend, sondern im Alter von Heranwachsenden bzw. Erwachsenen. Häufige für eine Lebenskrise verantwortliche Ursachen hängen mit dem Beruf, dem Liebesleben oder den eigenen Werten zusammen. So ist auch ein Burn-Out eine Lebenskrise, die viele meistern müssen. Diese Diagnose ist in den meisten Fällen mit beruflichen Gründen verbunden, kann jedoch auch durch die übermäßige Belastung durch die Familie, den Job und Haushalt entstehen. Der Motivationsantrieb ist nicht mehr gegeben, der Alltag wird durch Lustlosigkeit geprägt und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist häufig verloren. 

Oftmals spielt der auch Verlust eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Lebenskrisen. Der Verlust kann hierbei vielfältig sein: der Verlust von Menschen, geliebten Tieren, der jugendlichen Schönheit, dem Berufsverhältnis, einhergehend mit der Suche nach einer neuen Beschäftigung. 

Was können Sie gegen eine Lebenskrise tun?

  • Sie müssen die Situation akzeptieren! Das mag vielleicht schwer sein, aber es bringt nichts, die Realität zu leugnen. Das kostet Sie nur Kraft, nehmen Sie die Situation als solche also hin. 
  • Sätze wie „Das schaffe ich nie“, „Mein Leben kann nie wieder besser werden“ sind nicht hilfreich. Denken Sie möglichst positiv und erinnern sich an Situationen, die Sie bereits erfolgreich gemeistert haben. 
  • Wichtig ist die Objektivität. Wenn Sie selbst die betroffene Person sind, spielen die eigenen Gefühle oft eine wichtige Rolle. Von daher sprechen Sie mit Freunden oder der Familie oder schreiben Sie Ihre Situation nieder. Oftmals können Sie durch diese Maßnahmen eine objektivere Lösung finden. 
  • Frische Luft hilft! Zudem müssen Sie ausreichend schlafen, da die Verarbeitung der Krise für den Körper zusätzlichen Stress darstellt. 
  • Kümmern Sie sich um sich selbst! Essen Sie Dinge, die Ihnen schmecken oder unternehmen Sie Aktivitäten, die Ihnen gefallen. Hierdurch schüttet der Körper Glückshormone aus, die Ihnen helfen.
  • Setzen Sie sich Ziele, die Sie erreichen wollen. Wenn Sie dies nicht aus eigenem Antrieb schaffen, holen Sie sich Hilfe von Freunden, der Familie oder professionellen Betreuern. 
  • Es wird Ihnen helfen, sich mit Menschen zu treffen, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben und dieses erfolgreich bewältigt haben. Sie können Ihnen Mut machen!
  • Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie die Situation zudem nicht mehr selbst meistern können, holen Sie sich professionelle Hilfe!

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