Träume: Was wir durch sie für den Alltag lernen

Diese Bedeutung haben Träume für unseren Alltag

Ja, in erster Linie sind sie Verbündete der Nacht für uns. Aber sie helfen auch, wenn wir wach sind...
Der französische Philosoph und Schriftsteller Honoré de Balzac war der Meinung: „Wenn man träumt, sollte man auf nichts verzichten.“ Und zum Glück tun wir das in der Regel auch nicht. Wir fliegen mühelos kilometerweit, verwandeln uns in Tiere, projizieren uns in Fantasiewelten hinein. Diese nächtlichen Reisen sind wichtig für uns, jede einzelne von ihnen. Träumen heißt entspannen, Kraft tanken – und fit für die Wirklichkeit werden.

Mehr als Zufall

Traumforscher, Psychologen und Neurologen sind sich heute einig, dass Träume mehr sind als bloßer Zufall. Wir erzeugen sie selbst, jedes kleinste Detail wird von unserem Gehirn erschaffen und deshalb von uns als real empfunden. Wenn wir aufwachen und uns an sie erinnern, ist es so, als würden wir eine Nachricht empfangen. Diese Nachricht kann uns zum Lachen bringen, uns verwundern oder ärgern. Doch sie bringt uns in jedem Fall dazu, wenigstens kurz über den Traum nachzudenken – und bestenfalls Lehren daraus zu ziehen.

Wichtige Stütze

Worüber sich Forscher heute ebenfalls einig sind: Träume meinen es gut mit uns, sogar die schlechten. Denn sie handeln von den grundlegenden Dingen des Lebens, von tiefen Gefühlen, unseren Sinnen, unserem Handeln. Wenn wir träumen, trainiert unser Gehirn den Umgang mit diesen Dingen. Wir überwinden Hindernisse, probieren neue Wege aus, schlüpfen in fremde Rollen und trauen uns, Alternativen auszuprobieren, zu denen wir in der Realität vielleicht gar keinen Mut hätten. Dadurch, dass wir im Traum Lektionen aus unserem dortigen Handeln lernen, können wir neue Verhaltensweisen viel leichter auf den Alltag übertragen. Träume schenken uns also nicht nur Erinnerungen, sondern inspirieren uns auch und können helfen, unser Leben auf Dauer positiv zu verändern.

Positive Wirkung

Der Traumforscher Allan Hobson nennt den Zustand des Träumens Protobewusstsein. Ein Zustand, in dem wir uns selbst erfinden und dadurch das Fundament für unser Wachbewusstsein legen. Wir durchlaufen dabei verschiedene Erinnerungen, Momente und Emotionen. Dabei wird unser Denkvermögen erweitert, wir werden zur Selbstreflexion angeregt und stärken unser Urteilsvermögen. Selbst Albträume haben demnach etwas Gutes: Hier simulieren wir bedrohliche Ereignisse und trainieren den Umgang mit Gefahren. Wir proben den Umgang mit stressigen und belastenden Momenten für den Ernstfall – um diesen angstfrei zu meistern.

Aktives Handeln

Psychologen und Schlafforscher raten dazu, mehr auf seine Träume zu achten – zum Beispiel, indem wir ein Traumtagebuch führen und direkt nach dem Aufwachen all das notieren, woran wir uns erinnern. Anschließend können wir uns folgende Fragen stellen: Für welche aktuelle Situation in meinem Leben steht dieser Traum? Welchem Problem bin ich begegnet, und wie habe ich es überwunden? Oder auch: Welche Sehnsüchte habe ich im Traum ausgelebt, die ich mir im Alltag bisher verboten habe? Egal, wovon unsere Träume handeln: Sie helfen, dass wir zufrieden, selbstbewusst und gestärkt den Alltag meistern. Also dann: Gute Nacht!

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