Anzeige

In neun Schritten zur perfekten Körperhygiene

Immer schön sauber bleiben

Körperhygiene ist ein Thema, über das jeder Liebhaber und jede Liebhaberin ausreichend Bescheid wissen sollte. Uns stehen alle Möglichkeiten für gepflegte, wohlriechende Körper zur Verfügung: 

•    Fließendes Wasser
•    Viele Pflegeprodukte
•    Zahnbürsten in allen Variationen
•    Zahncremes mit frischen Geschmacksrichtungen
•    Nagelscheren
•    Deodorants in Hülle und Fülle
•    Getragener Kleidung können wir ganz einfach in der Waschmaschine zu einer neuen Duftrichtung verhelfen. 

Interessanterweise erleben wir immer wieder, dass sich Menschen viel zu wenig Mühe mit ihrer Hygiene geben und sich dann wundern, warum der Partner oder die Partnerin im Bett wenig begeistert aussieht. 

Andere wiederum legen ein völlig übersteigertes Hygienebewusstsein an den Tag. Wie, zu viel geht auch? Oh ja. Schon einmal erlebt, dass der oder die andere beim ersten Anflug von Erotik hektisch ins Bad rennt, um noch schnell zu duschen? Wohlriechend meint nicht, sich hinter einer künstlichen Duftwolke zu verstecken. Der eigene Körpergeruch hat durchaus seine ganz besondere Daseinsberechtigung und kann sehr antörnend wirken. Zu viel oder zu wenig, beides kann also dem Liebesleben den Garaus bereiten. Worauf genau sollte man achten?

1.    Regelmäßiges Duschen beugt Körpergeruch vor

Das A&O der Körperpflege ist regelmäßiges Duschen. Gleich morgens nach dem Aufstehen sorgt das außerdem für die nötige Frische. Wer mag, kauft sich ein besonderes Duschgel und lässt sich vom Duft, der Pflege oder dem Peeling zusätzlich verwöhnen. Wer darauf achtet, Plastikverpackungen zu vermeiden, kann in jedem Biomarkt herrlich duftende Seifen erstehen.

Dermatologen raten dazu, es mit der Reinlichkeit nicht zu übertreiben, da zu häufiges Duschen die Bakterienflora der Haut schädigt. Für die richtige Liebes-Hygiene würde ich dazu meinen, dass tägliches kurzes Duschen, nicht zu heiß und mit ph-neutraler Waschlotion, ok sein sollte. Nach dem Sport, an heißen Sommertagen oder nach einer Prüfung, die uns den Angstschweiß aus den Poren treibt, kann bzw. sollte der Schweiß in dieser Hinsicht zusätzlich weggeduscht werden. 

2.    Die passende Körperpflege: Cremes, Lotions, Deos

Es geht hier nicht darum, zum Wellnessmonster zu werden. Aber eine Gesichtscreme tut auch der männlichen Haut und dem Aussehen gut, kann erfrischend wirken und vor allem auch gut duften. Apropos duften: Nicht alle Deos wirken bei jedem gleich gut. Sollte man merken, dass das eigene nun gerade versagt, weg damit und ein Neues her. Eine Bodylotion rundet das Eincremen ab und hält die Haut geschmeidig.

3.    „Du hast die Haare schön“

Was für ein Vergnügen, dem Partner oder der Partnerin beim Liebesspiel durch die Haare zu streichen! Deshalb sollten auch diese nicht zu kurz kommen. Nun hat nicht jeder morgens die Zeit, sich intensiv um eine lange oder besonders dicke Haarpracht zu kümmern. Wer aber zu Schuppen oder fettigen Haaren neigt, sollte ganz besonders aufpassen! Schuppen, die zu tausenden aus den Haaren fallen, wirken ebenso wenig anziehend wie Hautschuppen im Gesicht. Da hilft nichts, es müssen Antischuppen-Shampoos oder Peelings her. Und so eine richtige Pflege ist ja nicht nur etwas für den anderen. Es ist auch einfach gut, sich die Zeit zu nehmen, etwas für sich selber zu tun.

4.    Der männliche Intimbereich

Ein ganz besonders wichtiges Thema ist natürlich die Pflege des Intimbereichs. Der sollte gründlich miteinbezogen werden. 

•    Penis, Hodensack, After und Schamhaare, sofern vorhanden, werden schön eingeseift und gründlich abgespült. 
•    Danach sollte die Vorhaut, sofern vorhanden, zurückgezogen und die Eichel mit bestenfalls ph-neutraler Waschlotion gereinigt werden. 

Letzteres ist besonders wichtig, da sich unter der Vorhaut und am Unterrand der Eichel aus der Absonderung zahlreicher Talgdrüsen sowie abgestorbenen Hautzellen das weißliche Smegma bildet. Ein absolutes No-Go! Das riecht nicht gut, sieht unangenehm aus und lässt auch die Fellatio-freudigste Partnerin zurückschrecken.

5.    Der weibliche Intimbereich

Auch Frauen bilden Smegma. Und auch hier ist das für einen schmackhaften Cunnilingus eher abtörnend. Trotzdem sollten Sie mit dem Einsatz von Waschlotionen im Intimbereich eher sparsam sein. 

•    Tägliches Duschen ist gut, wobei die Vulva – der sichtbare Teil des weiblichen Geschlechts - ebenfalls mit einer ph-neutralen Waschlotion gewaschen werden kann. Weniger ist hier aber mehr, da die Schleimhäute sehr empfindlich sind. Letztlich reicht auch klares Wasser. 
•    Auf keinen Fall wird jedoch die Vagina – der innere Bereich - gewaschen, denn diese verfügt über Selbstreinigungskräfte. Seife bringt die empfindliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht, was zu einer höheren Anfälligkeit für Infektionen oder Scheidenpilz sorgen kann. 

Viele Frauen schämen sich übrigens für ihren eigenen Intimgeruch und neigen deshalb zu übertriebener Hygiene. Das sollte ein Mann, dessen Partnerin vor dem Sex unbedingt duschen muss, im Hinterkopf haben. 

6.    Wie wäre es mit einer Intimfrisur?

Intimfrisuren sind Geschmackssache. Deshalb scheiden sich hier die Geister. Die einen finden den Busch im weiblichen Dreieck der Lust gerade anregend, die anderen mögen es lieber nackt. Mittlerweile sind ja auch Männer dazu angehalten, ihren Intimbereich und auch die Achselhaare zu stutzen. Dabei sollte man aber auch nicht vergessen, dass gerade diese Haare den Eigengeruch verstärken. Und das sorgt bei vielen für den besonderen erotischen Kick. Das Gleiche gilt für den Rest der Körperbehaarung. Auch sie hält den persönlichen Eigengeruch eines Menschen fest. Und wer sich regelmäßig wäscht, braucht in dieser Hinsicht auch keine Hygienekontrollen zu fürchten.

7.    Gepflegte Hände und Füße können erotisierend wirken

Hand- und Fußpflege gehört ganz eindeutig in den Bereich der Sex-Hygiene. Wer schon einmal verhornten Füßen eine Fußmassage zukommen lassen wollte oder gern an den Zehen lutscht, kann das leicht nachvollziehen. Auch sehen ungepflegte Füße in Sandalen eher unerotisch aus. Es sei denn, jemand steht nun gerade darauf …

Hier können Sie entweder eine professionelle Maniküre oder Pediküre in Anspruch nehmen oder selber Hand anlegen. In jeder Drogerie gibt es eine Auswahl an Pflegeutensilien wie Bimssteinen oder Hornhautraspeln. 

•    Gepflegte und kurz gehaltene Fingernägel sind besonders wichtig. Denn Risse oder zu lange Nägel können beim Sex verletzen, sowohl die empfindlichen Schleimhäute im Vaginal- oder Analbereich als auch Kondome. 
•    Zudem können sich unter langen Nägeln ganze Bakterienkolonien bilden, die sich gerade unter farbigem Nagellack unsichtbar machen. Händewaschen beim Nachhausekommen und auch vor dem Sex spült eingefangene Bakterien ab.

8.    Visitenkarte Mundhygiene

Kommen wir zur Mundhygiene. Ich würde fast sagen, dass unsere Zähne unsere Visitenkarte für Körperhygiene sind. Für schiefe Zähne können wir nichts, für ungepflegte jedoch alles. Regelmäßiges Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten mindestens zweimal am Tag gehören zur allgemeinen Hygiene dazu. Mundspülungen und Zungenbürsten runden das tägliche Pflegeprogramm ab. 

Von den Zahnärzten wird eine halbjährliche professionelle Zahnreinigung empfohlen. Hierbei werden auch Verfärbungen, die durch den Genuss von Kaffee, Tee, Rotwein oder Tabak entstehen, entfernt. Minzbonbons, Kaugummi oder Ingwer sorgen zwischendurch für frischen Atem. 

9.    Eine Waschmaschine kann heute jeder bedienen

Oben habe ich die Waschmaschine angesprochen. Dank dieser wunderbaren Technik gibt es keine Ausreden mehr für muffige Kleidung. 

•    Unterwäsche sollte unbedingt jeden Tag gewechselt werden! Da gibt es gar keine Diskussion. Letztens geisterte der Videoclip eines Striptease tanzenden Mannes, in dessen weißer Unterbüx sich eine deutliche Bremsspur zeigte, durch die Youtube-Welt. So ein Malheur der menschlichen Verdauung kann zwar passieren. Wer dazu neigt, sollte sich jedoch vor dem Ausziehen vergewissern, dass alles in Ordnung ist!
•    Frauen kennen das Problem mit dem Ausfluss. Hier helfen Slipeinlagen, die kurzerhand entfernt werden können. 
•    Synthetische Kleidung fördert die Schweißbildung und sollte daher auch so oft wie möglich gewechselt werden. 
•    Da sich auch in Handtüchern abgestorbene Hautpartikel oder Makeup-Reste sammeln, gehören auch diese regelmäßig in die Waschmaschine. 
•    Dasselbe gilt für die Bettwäsche. Regelmäßiges Wechseln ist eine Pflichtkür.

Alles nur für das Liebesleben!

Ob ein Mensch gepflegt wirkt oder nicht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Allzu schlampige Kleidung, unangenehme Körpergerüche, fettige Haare, ungepflegte Zähne oder schlechter Atem können dem besten Liebhaber oder die beste Liebhaberin bei der Entfaltung ihres sexuellen Potentials hinderlich sein. Dabei ist es ja gar nicht so aufwändig, ein bisschen auf sich zu achten und damit auch dem anderen zu zeigen, dass er oder sie uns nicht egal ist.

Wie sage ich es am besten?

Jetzt wissen wir, was geht und was nicht geht. Nur, wie spreche ich es an, wenn ich das Gefühl habe, bei meinem Partner oder meiner Partnerin bestehe Handlungsbedarf? Es ist auf jeden Fall wichtig, darüber zu reden. 

•    Das kann man nun vorwurfsvoll hinwerfen: „Du riechst immer so“ und damit den Partner verletzen und direkt den Abwehrmodus aktivieren. Keine gute Idee also, wenn man tatsächlich eine Änderung wünscht. 
•    Besser ist es, die Bitte positiv zu formulieren: „Nach dem Duschen riechst du immer so wunderbar!“ oder andersherum auch „Ich finde den natürlichen Duft und Geschmack Deiner Vagina unglaublich erregend!“ 
•    Mag man gar nichts sagen, kann man gemeinsam mit dem Partner duschen und sich dabei ausgiebig den Körperregionen zuwenden, die es besonders nötig haben. Auch dabei können positiv verstärkende Bemerkungen durchaus sinnvoll sein. 
•    Ein Gutschein für eine Pediküre, Maniküre, einen Friseur- oder Beautysalonbesuch können ebenfalls ein dezenter, aber sehr wirksamer Hinweis sein. 
•    Viele Krankenkassen erstatten einen Teil der Mundhygiene. Das lässt sich leicht herausfinden und mit dem Partner unverfänglich diskutieren. 
•    Hilft das alles nichts, dann hilft es nichts: Es muss ein deutliches Gespräch geführt werden. Aber bitte positiv formuliert!

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION