Partner gesucht: Warum sind so viele Deutsche Single?

Von der Partnerwahl bis zum Online-Dating

Jede(r) 3. ist solo und es wird ein neuer Partner gesucht – warum eigentlich? Die Zahl der Einpersonen-Haushalte wächst stetig. Dabei sind die meisten Singles in Deutschland unfreiwillig allein. Gut also, zu wissen, wo wir die große Liebe am ehesten finden. Und was sonst noch zählt.

Worauf es bei der Partnerwahl ankommt

Hach, ist das schön: Wenn ein neuer Partner gesucht wird kommt es den Deutschen vor allem auf eines an – die Persönlichkeit. Bei einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov wurden den Teilnehmern sechs Eigenschaften eines zukünftigen Partners genannt: Persönlichkeit, Humor, Intelligenz, gleiche Interessen, Aussehen und Geld. Diese sollten nach Wichtigkeit sortiert werden. Das erfreuliche Ergebnis: Sowohl für Frauen (56 Prozent) als auch für Männer (51 Prozent) steht der Charakter unangefochten auf Platz eins. Wenn es um die zweitwichtigste Eigenschaft der großen Liebe geht, unterscheiden sich die Geschlechter: Während für Frauen hier der Humor des Auserwählten eine sehr große Rolle spielt, zählt für die männlichen Befragten an dieser Stelle dann doch das Aussehen ihrer Partnerin. Worin sich beide Geschlechter glücklicherweise aber wieder einig sind: Geld spielt bei der Partnersuche die unwichtigste Rolle.

Warum gibt es immer mehr Solisten?

Die Online-Partnerbörse Elitepartner ist der Frage auf den Grund gegangen, warum immer mehr Menschen allein bleiben. Die häufigsten Gründe sind:

  • Hohe Ansprüche: Das gilt besonders für Frauen: 48 Prozent von ihnen sehen die Ursache in ihrer Kompromisslosigkeit.
  • Schüchternheit: Damit haben überraschenderweise gerade männliche Singles zu kämpfen: Fast die Hälfte von ihnen gibt ihrer Unsicherheit die Schuld.
  • Karriere: Arbeit statt kuscheln? Für jeden zweiten Single steht das berufliche Vorankommen im Vordergrund.
  • Angst vor einer Enttäuschung: Wer schon mehrmals verletzt wurde, tut sich danach schwer, sich wieder auf jemanden einzulassen.

Allein, aber glücklich!?

Deprimierend einsame Abende auf dem Sofa? Von wegen! Die US-Psychologin Bella DePaulo hat mehrere Studien über das Leben von Singles ausgewertet. Das Ergebnis: Vielen Singles geht es besser als Paaren. Singles schätzen einen erfüllenden, fordernden und sinnvollen Beruf, aus dem sie viel Anerkennung ziehen. 14 Alleinstehende legen mehr Wert auf Freunde, Familie und sind allgemein sozial besser vernetzt, während Paare sich eher abschotten. Viele Singles fühlen sich insgesamt glücklicher und gesünder – was auch am regen Sozialleben liegen könnte. Wer allein lebt, weist ein höheres Maß an Selbstbestimmung auf, hat eine besser entwickelte Persönlichkeitsstruktur.

Wo Paare sich am häufigsten finden

Auch wenn immer mehr Menschen online auf der Suche nach der Liebe sind: In der Realität spielen immer noch die klassischen Wege die größte Rolle, zeigt eine Statista-Studie:

  • Im Freundeskreis: Hier ist die Chance auf den passenden Partner am größten: 27 Prozent der Paare finden sich so.
  • Beim Ausgehen: In einer Bar, im Kino oder im Club treffen 16 Prozent der Deutschen ihre große Liebe.
  • Im Job: Man sieht sich täglich, verbringt überdurchschnittlich viel Zeit miteinander. Jeder 11. verliebt sich am Arbeitsplatz.
  • In der Nachbarschaft: Wir laufen uns oft über den Weg – daraus kann schnell mal mehr werden: Bei sechs Prozent funkt es direkt vor der Haustür.

Online-Portale: Hier klappt’s gut

Parship
Laut Werbeslogan verliebt sich auf dieser Plattform alle 11 Minuten ein Single – und das stimmt auch beinah, wie eine Studie des Portals Singleboersen-vergleich.de zeigt: Alle 12 Minuten funkt es hier. Somit ist Parship mit einer Vermittlungsquote von 35 Prozent tatsächlich das erfolgreichste Portal im gehobenen Preissegment.

LoveScout24
Bei der mittelpreisigen Partnerbörse liegt die Erfolgsquote für eine feste Partnerschaft bei 23 Prozent – also ein guter Mittelwert.

Die jungen: LoVoo und Badoo
Die günstige Flirt-App LoVoo (viele Funktionen sind sogar gratis) verschafft genauso oft ein erstes Date wie teure Anbieter. Ähnlich funktioniert Badoo. Im Gegensatz zu Tinder kann man auch Interessen angeben

Frage an den Experten: Sind wirklich immer mehr Menschen beziehungsunfähig?    

Eric Hegmann (52) ist Paarberater und Parship-Coach. Mehr über ihn und seine Arbeit erfahren Sie auf www.eric-hegmann.de

„Die vermeintliche Diagnose ,beziehungsunfähig‘ gibt es meiner Erfahrung nach so gar nicht. Jeder Mensch ist beziehungsfähig, allerdings hat vielleicht nicht jeder die ausreichende Beziehungskompetenz, um auf die Veränderungen, die auf jede Beziehung von innen und außen einwirken, zu reagieren. Das gab es allerdings schon immer: Mit Narzissten oder Pessimisten wird nun einmal kaum jemand glücklich. „Beziehungsunfähig" wird auch häufig mit Unverbindlichkeit assoziiert. Oft hört man die These, Menschen würden sich nicht mehr binden, weil sie vermuten, es gäbe überall noch einen vermeintlich besseren Partner. Das kann ich so aber nicht bestätigen. Vielmehr erlebe ich Verlustangst und Bindungsangst als Beziehungsverhinderer. Diese Gefühle stammen meist von Verletzungen aus früheren Beziehungen und sind unbewusste Schutzstrategien, um nicht erneut verletzt zu werden. Je mehr Beziehungen und Trennungen Menschen erleben, umso schwerer fällt es ihnen, sich erneut zu öffnen und wieder Vertrauen zu fassen.“

Top 6 der Single-Städte

Das Marktforschungsinstitut GfK zeigt, wo es in Deutschland die meisten Einpersonen-Haushalte gibt:

1. Platz: Berlin  
2. Platz: Hamburg  
3. Platz: München  
4. Platz: Köln 

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