Onlineshopping: Welche Regeln gelten für Waren aus dem Internet?

Anprobieren, anschalten, Probe schlafen

Der Online-Handel boomt. Dennoch: Zwischen 45 und 55 Prozent der Einkäufe im Internet aus dem Bereich Bekleidung landen wieder beim Verkäufer. Es zählt der echte Eindruck, weshalb die Ware nach Prüfung durch den Kunden oft wieder zurückgeschickt wird.

Probieren ja, tragen nein
Viele Verbraucher legen ihr Widerrufsrecht sehr großzügig aus. Laut einer Umfrage des Händlerbunds kommt jede fünfte Retoure im Textilbereich „getragen, verschmutzt oder ohne Etikett“ zurück. Doch was ist überhaupt erlaubt? Als Faustregel gilt: Sie dürfen die Ware nur in dem Maße prüfen, wie Sie es auch im Laden tun könnten.

Schuhe: nicht viel laufen
Schuhe sind ein heikles Thema, kauft frau doch gern mehr davon. Tipp: Probieren Sie online erworbene Schuhe auf Teppich an. Schon beim Laufen auf Parkett können sonst leicht Kratzer an den Sohlen entstehen und Ihr Rückgaberecht schmälern. Sinkt der Wiederverkaufswert der Ware für den Händler, darf er Ihnen die Differenz in Rechnung stellen. Oft sind Händler zwar kulant, trotzdem sollte man den Bogen nicht überspannen, schließlich führt das dauerhaft zu höheren Preisen.

Probe liegen ist erlaubt
Erstaunlicherweise billigten die Gerichte das Probeliegen auf einer online gekauften Matratze – schließlich sei das auch beim Kauf im Geschäft möglich. Leider gestaltet sich das in der Praxis oft etwas umständlich, da Matratzen meist vakuumverpackt geliefert werden. Wer also Probe liegt und die Matratze dann zurückschicken möchte, hat zunächst mal ein Verpackungsproblem. Tipp: Lassen Sie wenigstens die Folie zum Testen auf der Matratze und klären Sie eine etwaige Rückgabe am besten schon vor dem Kauf schriftlich mit dem Anbieter, das kann Ärger im Nachhinein ersparen.

Werkzeuge nicht benutzen
Bestellte Werkzeuge dürfen Sie ebenso nicht benutzen wie Ersatzteile einbauen, da dabei in der Regel Gebrauchsspuren zurückbleiben. Beides führt zum Verlust des Widerrufsrechts. Übrigens: Gleiches gilt für entsiegelte Hygieneprodukte.

Auch Geräte nur einschalten
… und nicht jede Funktion testen. Prüfen Sie als Kunde nicht mehr, als auch im Geschäft möglich wäre. Beispiel: Einen Fernseher dürfen Sie anschalten, um die Qualität des Bildes zu sehen. Bei einem Kaffeevollautomaten können Sie sich aber maximal durchs Menü klicken. Wer Kaffee durchlaufen lässt, muss bei Rückgabe mit einem empfindlichen Wertabzug rechnen.

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