Mietwucher: Wer kann sich das noch leisten?

Wie hoch darf die Miete sein?

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, eine gute Anbindung und eine zentrale Lage – diese drei- Kriterien sollte unsere Traumwohnung erfüllen. Doch dieses Wunsch-Zuhause kann mittlerweile kaum noch jemand bezahlen: In den vergangenen Jahren sind die Mieten in vielen deutschen Städten um bis zu 50 Prozent gestiegen, wie der aktuelle Immobilienreport von „Immobilienscout24“ zeigt. Was steckt hinter dem Mietwucher?

Wie konnte es zu diesem Mietwucher kommen?

Gerade die Großstädte locken mit attraktiven Lebensbedingungen: gute Job-Möglichkeiten, ausgezeichnete Universitäten und umfangreiche Freizeitangebote. Dadurch ist der Ansturm auf diese Metropolen in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Die Nachfrage für Wohnraum nahm stetig zu – und damit stiegen auch die Mieten an.

Was zahlt man hierzulande für seine Wohnung?

Bundesweit geben Mieter heute etwa 30 Prozent ihres Nettoeinkommens fürs Wohnen aus. In Städten im süddeutschen Raum sowie Hamburg, Köln und Jena sind die Mietkosten am höchsten.
Das Problem: Die Haushaltseinkommen sind im Vergleich zu den Immobilienpreisen in den letzten
Jahren weniger stark gestiegen.

Wo waren die Preissprünge am größten?

In keiner deutschen Stadt ist die Miete in den letzten Jahren so stark angestiegen wie im niedersächsischen Wolfsburg: Um satte 40 Prozent wurden die Vergleichsmieten hier erhöht. Aber auch andere mittelgroße Städte wie Kassel, Ingolstadt oder Göttingen haben große Preissteigerungen bei den zu verzeichnen.

Die Mieten steigen vor allem in attraktiven oder wirtschaftsstarken Städten, wo die Preise über Jahre noch moderat waren,

erklärt Michael Kiefer, Chefanalyst bei „Immobilienscout24“.

In Köln und Hamburg ist der Anstieg gering. Warum?

Michael Kiefer rechnet in den beiden Metropolen zukünftig mit einem Mietpreisanstieg von nur 1,5 Prozent. Gründe dafür sind der bereits herrschende Mietwucher sowie das geringe Bevölkerungswachstum der beiden Städte.

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