Verspannungen lösen: So klappt’s!

Es gibt viele Gründe für Verspannungen: Lösen können Sie sie meist ganz alleine

Sind Sie auch verspannt? Wir nennen drei Fehler im Alltag, die gerne mal Schmerzen bereiten! Und was Sie tun können, um die Verspannungen zu lösen!

Fehler 1: Sie sitzen krumm

Sitzen ist Schwerstarbeit für den Körper. Denn Sitzen ist die Aufgabe der sogenannten Haltemuskulatur. Sie besteht aus der Rücken-, Bauch-, Lenden- und Arm- und Beinmuskulatur. Diese Muskeln halten das Skelett. Wenn sie falsch oder gar nicht beansprucht werden, verspannen oder erschlaffen sie. Studien haben ergeben, dass über 70 Prozent falsch sitzen und verspannt sind.

Die falsche Einstellung:

Fehler werden vor allem beim Einstellen des Bürostuhls gemacht: Sitzhöhe, Rücken- und Armlehne sind oft nicht richtig angepasst. Dadurch kann der Lenden- und Halswirbelbereich belastet werden, Organe im Bauch und Magen werden durch eine krumme Haltung gequetscht, ein verspannter Nacken und eine verspannte Hüftmuskulatur sind die Folge.

Im rechten Winkel:

Die Füße sollten immer Bodenkontakt haben, zwischen den Waden und den Oberschenkeln ein 90-Grad-Winkel sein – dann ist die Höhe des Bürostuhls optimal. Falls das nicht klappt, kann eine Bank für die Füße helfen. Auch die Unterarme sollten im rechten Winkel auf der Armlehne oder dem Schreibtisch liegen. Die Rückenlehne sollte so eingestellt werden, dass man im Sitzen Kontakt zur Lehne hat. Am besten sind Bürostühle, die sich nach hinten kippen lassen und mit dem Körper mitgehen, wenn man sich mal zurücklehnt.

Kippeln erwünscht:

Wer mit dem Stuhl herumwackelt, bewegt sich. Das ist gut für Schultern, Nacken und Rücken und kann Verspannungen lösen. Dynamisches Sitzen nennen die Experten das. Nichts ist schlimmer für die Muskeln, als wenn man Stunden in derselben Position verharrt. Wer öfter mal die Sitzhaltung wechselt, aktiviert damit die Rückenmuskeln und beugt so Verspannungen vor. Ganz schlecht ist es auch, den Kopf nach vorne zu schieben und die Schultern hochzuziehen. Das belastet die Wirbelsäule und den Nacken.

Die ganze Sitzfläche:

Zudem sollte man auch die ganze Sitzfläche nutzen und nicht nur vorne auf der Kante sitzen. Dadurch verteilt sich das Gewicht besser, die Lendenwirbelsäule wird gestützt und der Rücken entlastet.

Fehler 2: Sie liegen falsch

Unsere Schlafposition hat einen immensen Einfluss auf den Körper, sie kann chronische Nackenverspannungen und Kopfschmerzen auslösen.

Auf dem Bauch:

Viele schlafen am liebsten auf dem Bauch. Aber das tut Nacken und Schultern nicht gut, denn Nacken und Wirbelsäule befinden sich in dieser Position nicht auf einer Linie. Der zu einer Seite gedrehte Kopf verspannt die Muskulatur – es kommt möglicherweise sogar zu Taubheitsgefühlen in den Fingern. Tipp: Federkernmatratzen passen sich dem Körper besser an als Schaumstoffmatratzen und entlasten so den Rücken.

In der Fötalposition:

Da in dieser zusammengekrümmten Schlafposition oft ein Hohlraum zwischen Matratze und Hals entsteht, wird der Nacken angespannt, das kann neben Muskelverhärtungen auch zu Kopfschmerzen führen. Tipp: Ein spezielles Nackenkissen aus dem Fachgeschäft stützt den Bereich zwischen Kopf und Schulter, entlastet die damit verbundenen Körperteile und kann Verspannungen lösen.

Stabile Seitenlage:

Die meisten Deutschen schlafen am liebsten in der stabilen Seitenlage. Aber wenn die Matratze zu hart ist und nicht nachgibt, kann das ebenfalls starke Verspannungen auslösen. Denn wichtig für einen entspannten Schlaf und die Regeneration der Muskeln ist, dass die Wirbelsäule im Liegen eine gerade Linie bildet. Tipp: Die Matratze sollte so weich sein, dass Becken und Schultern einsinken können. Ein Kissen zwischen den Knien entlastet den Ischiasnerv.

Auf dem Rücken:

Beim Schlafen auf dem Rücken entsteht ein Hohlkreuz, das belastet die Lendenwirbelsäule. Und: Ein dickes Kopfkissen lässt den Kopf abknicken. Tipp: Der Kopf sollte auf einem flachen Kissen liegen, das entlastet die Halswirbel. Ein Kissen unter dem Knie entspannt die Lendenwirbelsäule und verhindert das Hohlkreuz.

Fehler 3: Sie bewegen sich zu wenig

Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an Bewegungsmangel, einseitiger Ernährung und Übergewicht. Ein Drittel der Deutschen ist nach eigenen Angaben körperlich kaum oder gar nicht aktiv. Aber ohne Bewegung verlieren Muskeln, Knochen und Organe ihre Leistungsfähigkeit. Die gute Nachricht: Um Verspannungen zu lösen, ist es nie zu spät, anzufangen. Bewegung steigert die Sauerstoffaufnahme, die Zellen können Kohlenhydrate und Fette besser in Energie umwandeln.

Bedenkliche Sportarten

Kraftsport: Wer Gewichte falsch hebt, kann sich ernsthaft verletzen.
Tennis/Squash: Beim Laufen und Stoppen werden die Gelenke strapaziert.
Golf: Eine falsche Schwungtechnik kann die untere Wirbelsäule schädigen.
Joggen: Extremes Training macht die Knie kaputt.

Unbedenkliche Sportarten

Schwimmen: Alle Muskeln werden beansprucht, die Gelenke dabei nicht belastet.
Walken: Dabei werden 600 Muskeln aktiviert und der Blutdruck gesenkt.
Trampolin: Das Springen ist schonend und dreimal so effektiv wie Laufen.
Radfahren: Trainiert Beine, Bauch und Rücken.

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