Besser fürs Herz: Bewegung bei Typ 2 Diabetes

Herz & Diabetes Teil 2

20. Juli 2017

Viele Menschen mit Typ 2 Diabetes nehmen zum Teil über etliche Jahre hinweg keine schwerwiegenden Symptome wahr – aussitzen sollten sie die Stoffwechselerkrankung jedoch nicht. Vor allem der Herzgesundheit zuliebe heißt es: Bewegung in den Alltag bringen!

Wer unter der Stoffwechselerkrankung Typ 2 Diabetes leidet, hat ein besonders hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im ersten Teil dieser Serie berichteten wir deshalb, wie wichtig es ist, dass Betroffene ihren Blutzuckerspiegel in den Griff bekommen. Ein weiterer bedeutender Baustein für die Herzgesundheit von Menschen mit Typ 2 Diabetes ist regelmäßige Bewegung.

Schon neun Minuten am Tag haben positiven Effekt

Aber was heißt eigentlich in diesem Zusammenhang „regelmäßige Bewegung“? „Schon neun Minuten moderate körperliche Aktivität am Tag haben einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung“, sagt der Internist und Diabetologe Professor Dr. Werner Kern. Dazu zählen übrigens auch Arbeiten im Haushalt oder Garten. Oder gehen Sie in der Mittagspause mal mit netten Kollegen um den Block. Regelmäßige Bewegung senkt langfristig den Blutzucker und verstärkt die Wirkung des körpereigenen Insulins. Körperliche Aktivität trägt dazu bei, das Gewicht zu halten oder zu reduzieren. Sie hilft zudem, den Blutdruck und Fettstoffwechsel zu normalisieren. So lassen sich Folgeerkrankungen vorbeugen. Man fühlt sich körperlich und seelisch besser.

Erst einmal wieder ein Gefühl für Bewegung bekommen

Auch wer es in den vergangenen Jahren sehr ruhig hat angehen lassen, kann wieder zurück in ein „bewegtes“ Leben finden. Starten Sie langsam. Entwickeln Sie erst einmal wieder ein Gefühl für Bewegung. Finden Sie heraus, wie Ihr Körper reagiert. Es ist wichtig, sich konkrete und erreichbare Ziele zu setzen – zum Beispiel in den ersten beiden Wochen an vier Tagen einen kleinen Spaziergang nach dem Abendessen einbauen – jetzt wo die Tage wieder länger sind. Steigern Sie Ihr Pensum nach und nach oder fügen Sie andere Aktivitäten hinzu – es soll ja auch nicht langweilig werden. Und binden Sie Ihren Partner ein oder die beste Freundin.

Am besten mit dem Arzt über die guten Vorsätze sprechen

Bei Menschen mit Typ 2 Diabetes kann es bei ungewohnter oder übermäßig starker körperlicher Anstrengung zu einer Unterzuckerung kommen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr Vorhaben, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Ihr Arzt weiß, was Sie als Patient beachten müssen und was Sie selbst sonst noch aktiv für Ihre Herzgesundheit tun können. Und vergessen Sie bitte nicht, bei ungewohnten und bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten ausreichend zu trinken.

Im dritten Teil der Serie „Herz & Diabetes“ informieren Sie über die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für Menschen mit Typ 2 Diabetes.

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