Der Schnappfinger: Was dahinter steckt und wie er sich behandeln lässt

Wenn ein Finger aus der Reihe tanzt

Ein Schnappfinger, auch schnellender Finger oder Springfinger genannt, klingt lustiger als er ist. Tippen, Gemüse schnippeln oder einfach nur kräftig zupacken – unsere Finger sind im Dauereinsatz. Lange machen sie alle Belastungen brav mit, bis dann scheinbar plötzlich ein Finger aus der Reihe tanzt und in einer gebeugten Position regelrecht einschnappt – manchmal sogar mit einem schnalzenden Geräusch. 

Schnappfinger durch Überbelastung

Ursache für den Schnappfinger ist meistens eine zu hohe, zu lange und zu monotone Beanspruchung der Finger, etwa durch Handarbeiten oder Gartenarbeiten. Die Beugesehne, die für die Beweglichkeit des Fingers verantwortlich ist, entzündet sich, schwillt an, gleitet nicht mehr reibungslos durch die umgebenden Ringbänder und bleibt darin stecken. Beim Zugreifen verharrt die Sehne dann in der gekrümmten Haltung und der Finger richtet sich nicht mehr von alleine auf. 

Vorboten für eine Ringband-Entzündung

Erste Warnsignale sind Schmerzen in der Handfläche und ein Ziehen an den Außen- und Innenseiten des Fingers. Spätestens wenn es zu Fingerschmerzen beim Beugen kommt, sollte man vorbeugen und den Fingern einen Ausgleich verschaffen: Immer mal wieder alle Finger weit spreizen, nach hinten biegen und die Handflächen mit dem Daumen der Gegenhand massieren. Die Seiten des betroffenen Fingers mit Daumen und Zeigefinger der Gegenhand kräftig durchwalken. Zusätzlich ist es wichtig, immer wiederkehrende Greifbewegungen zu vermeiden oder zumindest häufiger zu unterbrechen.

Behandlung und Schnappfinger-OP 

Helfen Entlastung und Massagen nicht, können entzündungshemmende Medikamente die Sehne abschwellen lassen und wieder beweglich machen. Dafür werden Tabletten eingesetzt oder der Orthopäde spritzt Kortison direkt in das betroffene Ringband. Anschließend muss der Finger einige Zeit geschont werden. Nur wenn ein Schnappfinger lange unbehandelt geblieben und die Entzündung schon weit fortgeschritten ist, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei durchtrennt der Chirurg das einengende Ringband, wodurch sich die Beugesehne wieder frei bewegen kann. Da mehrere Ringbänder die Sehne umgeben und stabilisieren, kann man auf das durchtrennte Band gut verzichten.

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