Der Schnappfinger: Was dahinter steckt und wie er sich behandeln lässt

Wenn ein Finger aus der Reihe tanzt

Ein Schnappfinger, auch schnellender Finger oder Springfinger genannt, klingt lustiger, als er ist. Tippen, Gemüse schnippeln oder einfach nur kräftig zupacken – unsere Finger sind im Dauereinsatz. Lange machen sie alle Belastungen brav mit, bis dann scheinbar plötzlich ein Finger aus der Reihe tanzt und in einer gebeugten Position regelrecht einschnappt – manchmal sogar mit einem schnalzenden Geräusch. 

Schnappfinger durch Überbelastung

Ursache für den Schnappfinger ist meistens eine zu hohe, zu lange und zu monotone Beanspruchung der Finger, etwa durch Handarbeiten oder Gartenarbeiten. Die Beugesehne, die für die Beweglichkeit des Fingers verantwortlich ist, entzündet sich, schwillt an, gleitet nicht mehr reibungslos durch die umgebenden Ringbänder und bleibt darin stecken. Beim Zugreifen verharrt die Sehne dann in der gekrümmten Haltung und der Finger richtet sich nicht mehr von alleine auf. Ein Schnappfinger ist also eine Sehnenscheidenentzündung im Bereich der Beugesehne der Hand. Frauen sind übrigens häufiger von einem Schnappfinger betroffen als Männer und auch Diabetiker haben eine zehnprozentig höhere Wahrscheinlichkeit, am Schnappfinger zu erkranken. Insgesamt zeigen etwa 2,6 Prozent der deutschen Bevölkerung Symptome auf einen Schnappfinger.

Vorboten für eine Ringband-Entzündung

Erste Warnsignale sind Schmerzen in der Handfläche und ein Ziehen an den Außen- und Innenseiten des Fingers. Spätestens wenn es zu Fingerschmerzen beim Beugen kommt, sollte man vorbeugen und den Fingern einen Ausgleich verschaffen: Immer mal wieder alle Finger weit spreizen, nach hinten biegen und die Handflächen mit dem Daumen der Gegenhand massieren. Die Seiten des betroffenen Fingers mit Daumen und Zeigefinger der Gegenhand kräftig durchwalken. Zusätzlich ist es wichtig, immer wiederkehrende Greifbewegungen zu vermeiden oder zumindest häufiger zu unterbrechen. Schnelle Maßnahmen gegen akute Schmerzen sind kühle Wickel und das Massieren der Hand. Werden die Schmerzen trotz Entlastung und Massagen nicht besser, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung und Schnappfinger-OP 

Der Arzt spricht bei einem Schnappfinger auch von einer Ringbandstenose. Er lässt sich klinisch diagnostizieren. Typisch ist der schnellende Finger, meist der Daumen oder Mittelfinger. Es können aber auch andere oder gar mehrere Finger betroffen sein. Betroffene leiden unter Schmerzen im Bereich des Ringbands, der besonders am Morgen zu spüren ist.
Zuerst wird versucht, den Schnappfinger mithilfe von Krankengymnastik entgegenzuwirken. Phsysiotherapie mit gezielten Übungen dehnt die Gelenkkapsel und entspannt die Bewegungsmuskulatur. Dadurch sollten die Schmerzen schnell nachlassen. Ist nach einer Woche Krankengymnastik keine Besserung zu erkennen, können entzündungshemmende Medikamente die Sehne abschwellen lassen und wieder beweglich machen. Dafür werden Tabletten eingesetzt oder der Orthopäde spritzt Kortison direkt in das betroffene Ringband. Anschließend muss der Finger einige Zeit geschont werden. Nur wenn ein Schnappfinger-Syndrom lange unbehandelt geblieben und die Entzündung schon weit fortgeschritten ist, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei durchtrennt der Chirurg das einengende Ringband, wodurch sich die Beugesehne wieder frei bewegen kann. Da mehrere Ringbänder die Sehne umgeben und stabilisieren, kann man auf das durchtrennte Band gut verzichten.

Das könnte Sie auch interessieren: 

Karpaltunnelsyndrom: Wann eine OP Sinn macht
Arthrose vorbeugen: So bleiben Gelenke bis ins hohe Alter fit
Schutz für die Gelenke: Wenn der Körper übersäuert is

 

Themen