Frage an den Profi: Was hilft gegen Spätakne in den Wechseljahren?

Dr. med Arna Shab über ein Problem, das viele Frauen betrifft

Pickel sind nicht nur ein Teenager-Problem: Jede vierte Frau zwischen 25 und 45 leidet unter Spätakne. Auch in den Wechseljahren ist unreine Haut häufig ein Problem. Was Sie dagegen tun können und was die Anti-Baby-Pille damit zu tun haben kann, verrät Ihnen Dr. med. Arna Shab.

Warum Spätakne in den Wechseljahren auftritt

Die meisten Frauen kommen um die 50 in die Wechseljahre und machen in dieser Zeit viele hormonelle Veränderungen durch: Sie haben auf einmal Schlafstörungen oder Hitzewallungen, fühlen sich verstimmt oder unsicher. Wenn zu viele männliche Sexualhormone im Blut sind, sind die Talgdrüsen außerdem überaktiv und die Poren verstopfen schneller. Die Talgdrüsen sind übrigens auch bei 30-Jährigen der häufigste Grund für Spätakne. 

Manche Menschen haben eine spezielle Veranlagung für überaktive Talgdrüsen. Oder die Absetzung der Anti-Baby-Pille führt dazu, dass die Poren nun schneller verstopfen.

Übrigens: Treten die Pickel nicht an den Wangen, sondern eher am Hals und am Haaransatz auf, könnte es sich auch um stressbedingte Hautveränderungen handeln. Die korrekte Diagnose erhalten Sie in der dermatologischen Facharztpraxis.

Welche Behandlungen helfen

Es gibt zahllose Möglichkeiten, gegen Spätakne vorzugehen. Welche Methode im individuellen Fall am besten geeignet ist, um das Hautbild zu verbessern, hängt zum Beispiel vom Schweregrad der Symptome, vom Hauttyp und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Meist braucht die Patientin Geduld, bis die Behandlung Früchte trägt.

Cremes mit Benzoylperoxid, Retinoide oder Antibiotika müssen mehrere Wochen angewendet werden, um die Akne verschwinden zu lassen. Wenn Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Rötungen auftreten, ist eine niedrigere Dosierung angezeigt. Bei schweren Verläufen ist außerdem eine Kombination mit Hormonpräparaten möglich.

Eine Alternative sind Behandlungen mit Licht. Hautärzte haben mit Laser und der Phototherapie bereits gute Erfahrungen gemacht, weil auch bei schweren Fällen schon nach wenigen Sitzungen gute Ergebnisse erzielt werden. Allerdings gibt es nur wenige Studien zur langfristigen Anwendung dieser Verfahren. 

Natürlich gibt es auch viele alternativmedizinische Ansätze: Akupunktur, Teebaumöl oder Massagen sollen ebenfalls gegen Spätakne helfen. Da es zu diesen Verfahren keine Studien gibt, lässt sich allerdings keine wissenschaftlich fundierte Aussage über deren Wirksamkeit treffen.

Aknehaut richtig pflegen

Spätaknehaut braucht eine sensible Pflege. Seifenfreie Reinigungsmittel eignen sich beispielsweise gut, weil sie die Haut schonen. Antibakteriell sollten die Lotionen aber nur sein, wenn die Haut nicht zu empfindlich ist. Das Gesicht zweimal pro Tag zu waschen, reicht völlig aus. Öfter kann sogar schädlich sein.

Störende Pickel auszudrücken, liegt zwar nahe, kann aber die Entzündungen verstärken. Bei Bedarf können Sie Eiteransammlungen auch in Kosmetikstudios oder in Hautarztpraxen entfernen lassen.

Sonne und Diät?

Wie sich Sonnen- und UV-Licht oder bestimmte Lebensmittel auf Spätakne auswirken, ist umstritten. Es gibt Patienten, die berichten, dass ein Verzicht auf Milch, Fleisch oder Schokolade zu einer Verbesserung ihres Hautbildes geführt hätte. In Studien ist dieser Zusammenhang allerdings bislang nicht nachgewiesen.

Auch die Effekte der Sonneneinstrahlung sind umstritten. Manche glauben an die positiven Auswirkungen, andere fürchten, dass sich die Akne dadurch eher verschlechtert.

Fazit

Spätakne ist zwar lästig, aber kein Schicksal. Es gibt viele frei verkäufliche Mittel, die Sie ausprobieren können, aber eine fundierte Behandlung erhalten Sie vor allem in der Hautarztpraxis.

Über unseren Experten Dr. med. Arna Shab

  - Niedergelassener Hautarzt in Frankfurt
  - Schwerpunkte: Faltenbehandlung, ambulante Operationen, dermatologische und ästhetische Lasertherapie

 Dr. Shab bietet in seiner Praxis in Frankfurt Leistungen der klassischen Dermatologie und der Ästhetik an. Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, nimmt er regelmäßig an Fortbildungen teil. Moderne Techniken wie
 
Laserbehandlungen oder computergestützte Verfahren nimmt er gerne in sein Praxisspektrum mit auf. Dr. Shab schreibt regelmäßig für Fachzeitschriften und spricht als Referent auf Arzt-Workshops.