Risiko Schlaganfall: Darum sind Frauen stärker gefährdet

Ein Hirnschlag lässt sich vorbeugen

Er galt lange als typische Männerkrankheit: der Schlaganfall. Doch neuere Daten widerlegen diesen Mythos. Bereits 55 Prozent der Betroffenen in Deutschland sind weiblich – und die Zahl steigt seit einigen Jahren stetig an. Dabei ließe sich ein Hirnschlag oft mit ein paar kleinen Änderungen des Lebensstils vermeiden.

Das Gehirn wird plötzlich nicht mehr versorgt

Ein Schlaganfall wird auch Hirnschlag genannt, weil sein Hauptschauplatz das Gehirn ist. In einem von fünf Fällen reißt dort ein Blutgefäß ein, sodass Nervenzellen nicht mehr mit Sauer- und Nährstoffen versorgt werden. Sie sterben somit ab. Bei Männern sorgt meist ein Gefäßverschluss durch Arterienverkalkung für eine mangelnde Durchblutung des Gehirns. Frauen hingegen sind besonders häufig von einem Vorhofflimmern des Herzens betroffen, das gefährliche Blutgerinnsel verursacht.

Vielfältige, manchmal unspezifische Symptome 

Wie sich ein Schlaganfall äußert, hängt von der betroffenen Hirnregion ab. Starke, plötzlich eintretende Kopfschmerzen sind mögliche Symptome, aber auch Schluckbeschwerden, Sprach- und Sehstörungen oder halbseitige Lähmungen. Frauen können zudem Anzeichen wie Schwindel, Übelkeit und Kurzatmigkeit bemerken, die nicht gleich mit einem Hirnschlag in Verbindung gebracht werden. So wird dieser erst spät erkannt. Bei einem Schlaganfall zählt aber jede Minute. Denn je länger er unbehandelt bleibt, desto mehr Gehirnzellen werden zerstört.

Stress und Hormone haben großen Einfluss

Als einer der größten Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen gilt anhaltender Stress – und Frauen haben meist schlechtere Bewältigungsstrategien als Männer. Auch hormonelle Verhütungsmethoden wie die Anti-Baby-Pille steigern die Gefahr. Der Lebensstil hat ebenfalls einen großen Einfluss. So kann regelmäßige Bewegung (mindestens 30 Minuten, fünfmal pro Woche) das Risiko deutlich senken. Gleiches gilt für eine ausgewogene Ernährung mit guten Fetten aus Fisch und Nüssen, die auch Arterienverkalkung vorbeugt. Zucker, Weißmehl, Alkohol und Nikotin hingegen sind Gift für die Gefäße. Weil mit steigendem Alter das Durstgefühl abnimmt, sollte man zudem darauf achten, genug zu trinken. Zwei Liter Wasser/ungesüßter Tee pro Tag sind ideal. So bleibt das Blut fließfähig, das Gehirn wird optimal mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.

Test: Ist es ein Notfall?

FACE (Gesicht): Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Kann sie das nicht, liegt möglicherweise eine halbseitige Lähmung vor. 

ARMS (Arme): Fordern Sie die Person auf, beide Arme gleichzeitig zu heben. Bei Beeinträchtigungen im Gehirn gelingt das oft nicht mehr. 

SPEECH (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz sagen. Verwaschene Aussprache ist ein Warnsignal. 

TIME (Zeit): Bei einem oder mehreren Anzeichen sofort den Notruf 112 wählen! Das gilt ebenso für weitere Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot, heftigen Schwindel.

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