SOS-Tipps bei Hexenschuss: Was hilft wenn’s schmerzt

Wenn der Schmerz ins Kreuz schießt

Eine falsche Bewegung, und plötzlich geht nichts mehr. Jede Aktivität löst fürchterliche Rückenschmerzen aus. Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin, gibt SOS-Tipps, die bei einem Hexenschuss schnell helfen.

1 Stufenlagerung 

Flach auf den Rücken legen und die Unterschenkel auf einen Stuhl lagern, sodass die Knie einen rechten Winkel bilden. Nach etwa zehn Minuten vorsichtig wieder aufrichten und ganz langsam in Bewegung kommen.

2 Wärme-Anwendungen

Wärme fördert die Durchblutung der Muskulatur und hilft so dabei, die Muskeln zu lockern. Dadurch verringern sich die Schmerzen. Wärmflaschen, Kirschkernkissen, Heizdecken oder aber auch eine Rotlichtlampe können dabei zum Einsatz kommen.

3 Sanft bewegen

Früher bekamen Betroffene oft die Empfehlung, sich zu schonen und sich möglichst nicht zu bewegen. Doch diese Ansicht ist längst überholt, denn die Ruhigstellung führt dazu, dass sich die Muskeln noch mehr verkrampfen. Es dauert dann länger, bis der Hexenschuss wieder verschwindet. Hexenschuss-Patienten sollten sich leicht bewegen. Spaziergänge oder die Bewegung in warmem Wasser sind dafür gut geeignet, auch leichte Dehnübungen tragen dazu bei, dass die Beschwerden schnell abklingen. Schmerztabletten können gut helfen, aber man sollte sie maximal ein paar Tage nehmen.

4 Zum Arzt gehen

Ein Hexenschuss gilt als harmlose Erkrankung. Kommen Beschwerden wie Schmerzausstrahlungen in die Beine, Taubheitsgefühle und Kraftminderung dazu oder wird es nach zwei Tagen nicht besser, sollten Patienten zum Arzt gehen. Viele Betroffene hoffen, dass eine Injektion Linderung verschafft. Die kann aber allergische Reaktionen, Blutergüsse oder Entzündungen auslösen. Früher wurde Kortison in die Gesäßmuskulatur gespritzt – das gilt heute jedoch nicht mehr als empfehlenswerte Behandlung, da das Risiko besteht, dass Abszesse oder Nekrosen entstehen.