Im Spätsommer das Immunsystem stärken

Milde Temperaturen halten uns jetzt gesund

Jetzt heißt es durchatmen in der Natur und bei uns Menschen. Der Sommer zeigt seine sanfte Seite, verwöhnt mit milden Temperaturen. Das kommt Körper und Seele sehr zugute. Wie wir diese Zeit am besten nutzen, um das Immunsystem zu stärken und vorbeugen gegen Erkältungen.

Der Organismus fühlt sich am wohlsten in einem harmonischen Wechsel von Ruhephasen und Bewegung. Wenn dies bei lauen Temperaturen geschieht, ist es noch besser. „Bei Hitze sind Senioren anfälliger für Kreislaufbeschwerden und Schwächeanfälle“, so Wolf Kümmel, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg. Ab Ende August bis Ende Sep-tember gibt es in unseren Breiten den Altweibersommer: eine Zwischen-Jahreszeit, die sich durch ruhiges, warmes Wetter hervortut. Ideale Bedingungen, um dem Organismus die nötigen Reserven zu geben, mit denen er Herbst und Winter überstehen kann. 

Nur eine kurze Phase der Erholung

Lange dauert sie nicht, diese Jahreszeit. Mit nur einem Sturm kann der Herbst die ganze Sommerpracht wegfegen. Sein kalter Wind kriecht durch jede Ritze. Die Heizung bullert dagegen an. Trocken wird die Luft drinnen, vor der Tür herrscht klamme Feuchtigkeit. Was nicht stabil ist, wird vom strammen Wind leicht umgeweht. 

Damit das nicht passiert, müssen die Abwehrkräfte fit gemacht werden. Wie geht das am besten? Viel hängt davon ab, wie gesund jemand ist. Chronische Krankheiten etwa zehren ständig am Immunsystem. Diabetes, Nebenhöhlen-Infekte, Entzündungen wie Gelenkrheuma: Menschen mit solchen und ähnlichen Leiden brauchen reichlich Nachschub an Schutzstoffen, weil ihr Körper sie in seinem Kampf gegen die Krankheit permanent verbraucht. Auch nach akuten Gesundheits-Problemen (zum Beispiel einer Blinddarm-Entzündung mit anschließender Operation) ist der Organismus geschwächt. 

Vitalstoffe aus frischen Früchten

Umso nötiger hat er diese Tipps: Genug essen. Strikte Diäten taugen jetzt nichts. Etwas Speck um die Hüfte stärkt die Abwehrkräfte. Die Natur hält jetzt außerdem noch ein Füllhorn an frischen Lebensmitteln bereit, vor allem Früchte. Brombeeren, Pflaumen, Äpfel, Birnen – der Tisch ist reichlich gedeckt, wir müssen nur zugreifen. Mit den in solchen
Frischprodukten enthaltenen Vitalstoffen baut der Körper ein gutes Polster auf für die kommende, kühle Jahreszeit. Auch Gemüse ist reichlich vorhanden. Dazu mageres Fleisch, ein wenig Fisch: Die Kraftreserven wachsen …

Grundsätzlich kann jedes frische Nahrungsmittel die Abwehrkräfte stärken. Ob es Milch ist oder eine reife Frucht: Die darin enthaltenen Stoffe bauen das Immunsystem auf. Es gibt aber auch Pflanzen, die besondere Fähigkeiten haben in der Kräftigung des Abwehrsystems. Dazu gehört die sibirische Taigawurzel. Extrakte aus dieser Pflanze sind in der Apotheke erhältlich. Studien zeigen, dass sie bei geschwächtem Immunsystem durchaus hilfreich sind. Auch Auszügen aus dem Roten Sonnenhut wird diese Eigenschaft nachgesagt. Dabei aber immer bedenken: Ein gesundes Immunsystem braucht solche Mittel nicht, erst recht nicht zur Vorbeugung. Sie sind nur dann nützlich, wenn die Abwehrkräfte am Boden liegen – etwa nach langer Krankheit oder bei chronischer Immunschwäche.

In der milden Luft für Bewegung sorgen

Mit gesundem Essen und Heilkräutern allein ist es nicht getan. Den nötigen Ausgleich bringt tägliche Bewegung. Die Voraussetzungen hierfür sind jetzt ideal. Ob es der Spaziergang ist oder eine Wanderung, eine Radtour durch die sonnensatte Landschaft: Der Organismus wird noch einmal richtig „durchgelüftet“, die Gelenke, die inneren Organe, auch das Hirn: Alle Gewebe profitieren von diesem sanften Training. Am besten etwas in einer Gruppe unternehmen. Das stärkt den guten Willen und diszipliniert.

Auf Schusters Rappen die Seele verwöhnen

Der Psyche tut dies ebenfalls gut. Erwiesen ist, dass Bewegung sogenannte Glücks-Botenstoffe hervorlockt, die Schwermut und Ängste mildern können. Wer seiner Seele einen Gefallen erweisen möchte, sollte auch sie jetzt durch viele neue Eindrücke auf Schusters Rappen oder auf dem Fahrrad verwöhnen. Sportlich Ambitionierte haben jetzt noch mal die Gelegenheit, ihren Lieblings-Sport im Freien auszuüben. 

Sonnenbäder haben jetzt die höchste Heilkraft. Die UV-Strahlung ist noch stark genug, um etwa Hautkrankheiten wie Schuppenflechte einzudämmen und einen mit ihrer Wärme zu verwöhnen. Die negativen Seiten des Sonnenbadens entfallen aber weitgehend: Das Risiko eines Sonnenbrands ist, zumal bei einem kürzeren Aufenthalt in der Sonne, sehr gering.

Allergiker können endlich aufatmen

  • Wer unter der sehr weit verbreiteten Gräserpollen-Allergie leidet, muss oft noch bis Ende Juli vorsichtig sein im Freien. So lange schwirren die Reizstoffe herum. Aber das hat jetzt aufgehört. 
  • Die Luft ist weitgehend pollenfrei, so dass auch Heuschnupfler endlich aufatment können. Für sie beginnt im Spätsommer erst so richtig der Spaß an der warmen Jahreszeit. 
  • Allerdings kann der Pollenflug in einer Schönwetter-Periode noch mal aufleben. Dann machen sich unter Umständen Haselnusspollen wieder auf den Weg durch die Luft. 
  • Auch Ambrosia, das „beifußblättrige Traubenrkraut“, macht mit ihren hochallergenen Pollen bis in den Herbst noch manchem zu schaffen.
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