Jodmangel

Wie gefährlich eine Unterfunktion der Schilddrüse ist

Jod ist wichtig, damit unsere Schilddrüse funktioniert und Hormone bildet. Schilddrüsenhormone sind essenziell für unseren Körper – sie sind beispielsweise für unsere Fruchtbarkeit wichtig, aber auch für einen stabilen Kreislauf, den gesamten Stoffwechsel sowie unsere mentale Stabilität. Bei einem ständigen Jodmangel kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. 

Wohnen Sie in Nord- oder Süddeutschland? Je weiter weg von der Küste, desto weniger Jod steckt in den Böden und im Getreide, deshalb finden sich im Süden häufiger Menschen mit Kropf. Viele nehmen vorbeugend Jod-Tabletten. Doch das ist nicht immer zu empfehlen. Denn die Schilddrüse mit ihren vielen Aufgaben und Funktionen reagiert zwar empfindlich auf Jodmangel – aber auch auf Jodüberschuss.

Jod: Werte checken

Mit einem Jod-Überangebot kann etwa eine Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, einhergehen. 10 Prozent der Deutschen leiden daran. Um eindeutig feststellen zu können, ob bei Ihnen ein Jodmangel vorliegt, sollten Sie deshalb regelmäßig beim Arzt Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen.

Kropf am Hals und Knotenbildung

Bei Jodmangel vergrößert sich die Schilddrüse zum Kropf. Damit versucht sie, das Defizit auszugleichen. Bei einem gleichmäßigen Wachstum spricht man von einer Struma diffusa. Vergrößert sich die Schildrüse regional, hat man es mit Schilddrüsenknoten (Struma nodosa) zu tun – dies ist der häufigere Fall. Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Die Vergrößerung kann man ertasten oder auf dem Ultraschall sehen. In beiden Fällen wird die Vergrößerung des Organs ab einem gewissen Volumen von außen sichtbar. Ein Kropf wird medikamentös, durch eine Behandlung mit radioaktivem Jod (Radiojodtherapie) oder eine Operation an der Schilddrüse behandelt.

Sypmtome Jodmangel

Ein Jodmangel zeigt sich durch Müdigkeit und Schwäche, Frieren und ein Kloßgefühl im Hals. Der Bedarf an Jod ist unterschiedlich: Erwachsene benötigen im Durchschnitt 200 Mikrogramm am Tag, Schwangere brauchen deutlich mehr.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag folgende Jod-Mengen:

  • 25 bis 51 Jahre 200 µg/Tag
  • ab 51 Jahre 180 µg/Tag
  • Schwangere 230 µg/Tag
  • Stillende 260 µg/Tag

Wie kann man einem Jodmangel vorbeugen?

Essen Sie mehr Fisch! Bringen Sie beispielsweise zweimal die Woche Salzwasserfisch (Dorade, Aal, Heilbutt, Hering) oder Produkte mit Algen (Wakamesalat oder Sushi-Rolls mit Nori, dem Algenblatt) würzen Sie Speisen außerdem mit Jodsalz, also Salz mit Jodzusatz – das gibt es überall zu kaufen. Schildrüsenpatieten, Schwangere und Stillende sollten sich hinsichtlich ihrer individuellen Werte mit ihrem Arzt besprechen. Ein Zuviel an Salz ist bei Bluthochdruck allerdings nicht zu empfehlen, daher werden bei Jodmangel in der Regel Tabeltten verschrieben.

 

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