Mit 40, 50 oder 60: Die besten Herz-Heiler

Prof. Dr. Curt Diehm weiß, was unserem Lebensmotor guttut

Dunkelhaarige Frau mit roter Mütze und roten Handschuhen formt mit ihren Händen ein Herz Ältere Frau sitzt auf dem Sofa und hört Musik über Kopfhörer Junge Frau trainiert auf einem Spinning-Rad

Schon der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 -1872) wusste, dass zu einem vollkommenen Menschen nicht nur die Kraft des Denkens und die Kraft des Willens, sondern auch die Kraft des Herzens gehört. Und unseren Lebensmotor zu stärken, ist leichter als gedacht.

Kennen Sie das Geheimnis eines wohlklingenden Orchesters? Alle Musiker folgen dem Dirigenten, spielen im gleichen Takt. Auch unser Körper hat solch einen Dirigenten: unser Herz. Es gibt den Takt unseres Lebens vor und hält so alles im Einklang. Diese wichtige Aufgabe kann es aber nur erfüllen, wenn wir ihm in jedem Alter helfen, gesund, also „heil“ zu bleiben. Und falls es mal aus dem Rhythmus gerät, müssen wir es gezielt unterstützen. Wie das geht? Prof. Dr. Curt Diehm, Kardiologe und Ärztlicher Direktor der Max-Grundig-Klinik in Bühl (Baden-Württemberg), verrät uns die besten Herz-Heiler:

1 Bitte lächeln!
Kein Scherz: Wenn Sie Ihrem Herzen etwas Gutes tun wollen, dann lachen Sie öfter. Denn dadurch weiten sich Ihre Arterien und das sorgt für eine bessere Durchblutung Ihres Lebensmotors. Ihnen ist aber schon länger nicht mehr nach Lachen zu Mute? Dann rät Prof. Dr. Curt Diehm, sich unbedingt auch Ihrem Herzen zuliebe psychologische Hilfe zu suchen. Denn: „Depressionen sind ein ebensolcher Riskofaktor für Infarkte wie ein zu hoher Cholesterinspiegel.“

2 Blutdruck richtig messen
Zu hoher Blutdruck macht dem Herzen ebenfalls schwer zu schaffen. Es verdickt sich – die mögliche Folge: ein Infarkt. „Die meisten und die schwersten Herzinfarkte finden zwischen 3 Uhr nachts und 11 Uhr am Vormittag statt,“ erklärt Prof. Dr. Curt Diehm. Deshalb sollten Sie Ihren Blutdruck gleich beim Aufstehen überprüfen. Ist er in dieser Zeit zu hoch, also über 140/80 mmHg, ist das ein ernsthaftes Alarmsignal für ein geschwächtes, krankes Herz. Eine korrekte Blutdruckeinstellung beim Arzt und die sorgfältige Medikamenteneinnahme können unseren wichtigsten Muskel aber entlasten – sogar wieder heilen.

3 Diabetes vorbeugen
Auch Diabetes erhöht das Risiko einer Herzattacke, da die Zuckerkrankheit Gefäßverkalkungen fördert. Umso wichtiger ist ein ausbalancierter Blutzuckerwert. Wer zum Beispiel auf fruchtzuckerhaltige Getränke verzichtet, hilft seinem Herzen, fit zu bleiben.

4 Lieblingsmusik aufdrehen
Eine nachgewiesene positive Wirkung haben auch Lieder und Melodien. Welche Musik Ihnen guttut, ist Geschmackssache. 40-Jährige lieben vielleicht Pop, 50-Jährige Schlager oder Jazz und Ältere die Beatles oder André Rieu. Der Effekt ist stets gleich: Laut einer Studie der Uni Maryland fördert Musikhören die Durchblutung. Prima Vorbeugung gegen Infarkt oder Thrombose.

5 Den Kopf freikriegen
Ein Waldspaziergang mindert herzgefährlichen Stress, ebenso wie Yoga. Und eine Studie der Universität Calgary belegt jetzt, dass Meditieren sogar bis in die Zellen heilt. Davon profitiert ein überlastetes Herz direkt.

6 Zähne gründlich pflegen
„Schwelende Entzündungen gefährden die Herzgefäße“, warnt Prof. Dr. Diehm und rät daher: „Lassen Sie chronische Entzündungen unbedingt behandeln – dazu zählen auch die des Zahnfleisches. Putzen Sie Ihre Zähne außerdem sorgfältig, benutzen Sie Zahnseide und Munddusche und gehen Sie zur Zahnreinigung.“

7 Auf den Körper hören
„Druck auf der Brust und ein Engegefühl sind Zeichen für eine Verhärtung der Herzkranzgefäße“, so Kardiologe Diehm. „Für die Alarmsignale sollten wir dankbar sein.“ Denn wer jetzt richtig reagiert, zügig zum Arzt geht und zum Beispiel nach einer Cardio-CT-Untersuchung einen Stent bekommt, beugt weiteren Herzerkrankungen vor. Stents sind wahrhaftige Herz-Heiler.

8 Tabletten nicht vergessen!
Bei Herzrhythmusstörungen helfen hingegen sogenannte Gerinnungshemmer: Sie sorgen dafür, dass sich keine Blutgerinnsel bilden. Experte Diehm: „Bei absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern kann die Einnahme vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen – das Herz schlägt wieder im Takt.“ Vorausgesetzt, Sie nehmen die Tabletten regelmäßig.

9 Sonne tanken
Lacht sie beim Spaziergang vom Himmel, kann unsere Haut Vitamin D bilden. Haben wir zu wenig davon, steigt die Gefahr eines Infarktes oder Schlaganfalls. Der Vitamin-D-Spiegel sollte mindestens bei 30 ng/ml liegen. Bei nachgewiesenem Mangel helfen Vitamin-D-Tabletten.

10 In Bewegung bleiben
Grundsätzlich ist Ausdauertraining wie Joggen oder sogar spezieller Herzsport ideal, um Herzkrankheiten vorzubeugen. Denn Infarkte sind häufig eine Folge unseres Lebensstils, von zu wenig Bewegung, ungesunder Ernährung oder Zigarettenkonsum – und viele Herz-Heiler haben Sie selbst in der Hand.

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