Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die lebensbedrohliche Krankheit kommt still und schleichend

Die Symptome einer Herzinsuffizienz klingen zunächst harmlos - die Krankheit ist es aber leider nicht. Der Herzmuskel schafft es nicht mehr, das Blut in vollem Umfang durch den Körper zu pumpen – die Zellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das Tückische: Die lebensbedrohliche Krankheit kommt still und schleichend: „Anfangs nehmen Betroffene sie nicht wahr – und das macht sie so gefährlich“, erklärt Dr. Hugo Katus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz und Kreislaufforschung. Welche Ursachen eine Herzschwäche haben kann und wie sie sich behandeln lässt, lesen Sie hier.

 

 

Die Folgen: Die Organe werden nicht mehr richtig mit Blut und Nährstoffen versorgt, es kommt zu Atemnot, Erschöpfung und Wasseransammlungen (Ödemen), zum Beispiel in den Beinen oder Fußgelenken. Die Krankheit ist eine der häufigsten Todesursachen bei uns.

Herzschwäche: Merkt man wirklich nichts?

„Zu Beginn kaum, das ist das Tückische. Wer aber über längere Zeit schon nach wenig Anstrengung kurzatmig ist, schwere Beine bekommt, könnte eine Herzschwäche haben.“

... und was kommt dann?

„Die Symptome werden schlimmer. Betroffene legen bis zu zwei Kilo pro Woche zu, weil sich Wasser im Körper ansammelt. Sie haben geschwollene Beine und Fußgelenke, leiden auch nachts unter Atemnot, müssen sich im Bett aufrichten, um Luft zu bekommen. Dann wird’s kritisch.“

Was kann ich dann tun?

„Möglichst bald einen Facharzt aufsuchen, der die Ursache diagnostiziert. Eine Herzinsuffizienz ist nämlich keine eigenständige Erkrankung, sondern die Folge anderer Leiden, die oft gut behandelbar sind. Sie selbst ist nur heilbar, wenn die Ursache z.B. mit einer neuen Herzklappe behoben wird.“

Was sind die Ursachen einer Herzschwäche?

„Bei etwa je einem Drittel der Patienten ein schlecht eingestellter Bluthochdruck, Durchblutungsstörung des Herzens, familiäre Vorbelastung, aber auch Herzerkrankungen ganz allgemein.“

Wie wird ein schwaches Herz behandelt?

„Ziel ist, das Herz zu entlasten. Zur Therapie gehören unter anderem ACE-Hemmer. Sie senken den Blutdruck. Betablocker reduzieren Stresshormone und Diuretika helfen gegen die Flüssigkeitseinlagerungen.“

Was kann ich bei einer Herzschwäche selbst tun?

„Mediterrane Ernährung ist gut für das Herz. Übergewicht sollte abgebaut werden. Dazu Bewegung, ca. 20 bis 30 Minuten, am besten drei Mal pro Woche.“

Nochmals zusammengefasst: Herzschwäche – woher kommt das, was ist zu tun?

Bei Kurzatmigkeit und Erschöpfung zum Arzt

Oft werden die Symptome einer Herzinsuffizienz auf das zunehmende Alter geschoben. Aber ein gesundes Herz kann 100 Jahre leistungsfähig bleiben. Wer also neuerdings schnell aus der Puste gerät, oft sehr erschöpft ist oder am Abend geschwollene Beine hat, sollte zum Arzt gehen. 

Die Ursachen für Herzinsuffizienz sind vielfältig

Häufigste Ursache der Herzinsuffizienz ist die Verkalkung der Herzkranzgefäße. Die Gefäße verengen, der Herzmuskel wird unterversorgt und ist nicht mehr so leistungsfähig. Zweite Hauptursache ist Bluthochdruck. Dabei muss das Herz dauerhaft stärker pumpen. Langfristig hält es diese Belastung aber nicht aus – die Pumpleistung lässt nach, das Herz leiert aus. Auch Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelentzündung sind oft Ursache für eine Herzinsuffizienz. Defekte der Herzscheidewand und Herzklappenfehler können ebenfalls zu einer Herzschwäche führen. Diabetes oder Fehlfunktionen der Schilddrüse spielen oft eine Rolle bei der Erkrankung.

Es gibt verschiedene Formen der Insuffizienz

Man unterscheidet die akute und die chronische Herzschwäche: Bei einer akuten Herzinsuffizienz treten die Symptome innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. Ursachen sind meistens andere Erkrankungen wie ein Herzinfarkt. Die chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich über mehrere Monate bis Jahre hinweg. 

Bewegung und Ernährung sind wichtige Bausteine

Die Therapie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen und hängt vor allem vom Grad der Erkrankung ab. Auch der persönliche Lebensstil ist wichtig. Medikamente können gut helfen. In schweren Fällen kann vielleicht ein Schrittmacher oder eine Herztransplantation notwendig sein. Zu einer wirkungsvollen Therapie gehören immer Bewegung und gesunde Ernährung.