Zeit zu leben Teil 13: Rituale erleichtern unser Leben

Gewohnheiten sind wichtig für unser Wohlgefühl

Jeder von uns hat sie – eine Reihe lieb gewonnener Gewohnheiten. Allen ist eines gemeinsam: Sie schenken uns innere Sicherheit.

Nein, das Leben ist kein langer ruhiger Fluss. Leben heißt Wandel, heißt Veränderung. Und das ist auch gut so. Die Möglichkeit, unseren Alltag immer wieder neu zu gestalten und einzelne Sachen zu verbessern, ist wunderbar. Doch gerade jetzt zu Beginn des Jahres ist unser Leben oft von Hektik geprägt, von unseren Ansprüchen an uns selbst, die uns unter Druck setzen. Was uns dann Stabilität gibt, sind bestimmte Gewohnheiten, die wir pflegen. Ob das gemeinsame Frühstück oder der Spaziergang nach Feierabend: Schon kleine Rituale reichen aus, damit wir uns geborgen fühlen, ganz im Hier und Jetzt.

Bindungen festigen und die Gemeinschaft spüren

Wenn wir bestimmte Gewohnheiten über einen längeren Zeitraum ganz bewusst pflegen, wird ein Ritual daraus – abgeleitet vom lateinischen „ritus“ für „Gebrauch“, „Sitte“. Sei es der Sonntagnachmittagspaziergang oder ein gemeinsames ausgedehntes Frühstück am Wochenende — schaffen Sie mit Ihren Lieben derlei Rituale. Sie verbinden und lassen Sie mehr und mehr zur Einheit werden.

Schöne Momente sammeln und sich selbst damit beschenken

Anleitung zum Glücklichsein? Ganz einfach: selber für Glücksmomente sorgen. Rituale helfen dabei. Notieren Sie sich mehrere Tage lang, in welchen Augenblicken Sie besonders fröhlich, ausgeglichen und mit sich im Reinen sind. Beim Spieleabend mit der ganzen Familie? Wenn Sie den Partner mit einer Liebesbotschaft überraschen? Oder wenn Sie sich beim Sport so richtig auspowern? Dann planen Sie solche Momente fest in Ihren Alltag ein. Machen Sie ein Ritual daraus, das Sie bewusst genießen. Zelebrieren Sie, was Ihnen guttut. Gerade jetzt, wenn es draußen kalt ist und früh dunkel wird. 

Übergänge erleichtern und Vorfreude auf Fremdes wecken

Zum Schulbeginn gibt es die Schultüte, zum Ende der Schulzeit die Abschlussfeier: Kinder und Jugendliche durchlaufen zahlreiche Rituale, die einen neuen Lebensabschnitt einläuten. Das erleichtert den Übergang und weckt die Vorfreude auf das Neue. Aber was ist, wenn für uns als Erwachsene ein neuer Job ansteht oder der Umzug in eine fremde Stadt? Dann nehmen wir unsere Lieblings-Rituale einfach mit. Jeden Montag einen Glückskeks mit zur Arbeit nehmen, jeden Sonntag zum „Tatort“ einladen …

Dem Tag Struktur geben und schwierige Momente meistern

Feste Abläufe im Leben verhindern unnötiges Herumgrübeln über die eigene Situation. Sie stiften Sinn, sorgen für positive Gedanken – und helfen so gegen Selbstzweifel. Auch in schwierigen, seelisch belastenden Zeiten ist es hilfreich, wenn wir uns an bestimmten Zeremonien festhalten können. Emotionen, die wir nur schwer in Worte fassen können, finden so ihren Raum. Mit Hilfe von Ritualen erleichtern wir unser Herz, wenn eine Last auf ihm liegt. Wir finden Ruhe und können wirklich loslassen.

Neue Routinen schaffen und sich so ein Fundament bauen

Jeden Sonntag „Tatort“ ist dann doch zu langweilig? Die Kinder möchten zu Weihnachten plötzlich nicht mehr singen? Macht gar nichts: Das Schöne an Ritualen ist ja, dass man sie auch immer hinterfragen und durch neue ersetzen kann. Denn Rituale sind immer nur dann eine Bereicherung, wenn sie bewusst so eingesetzt werden, dass jeder Beteiligte auch Freude an ihnen hat. Probieren Sie deshalb immer wieder neu aus, was Ihnen guttut: allein, als Paar, als Familie. Statt Weihnachtslieder zu singen, könnte etwa jeder in der Familie eine Kerze anzünden und einen Herzenswunsch aussprechen – für das neue Jahr, das voller Möglichkeiten steckt.

5 Ideen für den Alltag

Selbstbestimmter, bewusster und erfüllter durch die Woche: Diese Anregungen helfen Ihnen dabei

1 Den Morgen feiern: Nach dem Aufwachen nicht gleich loshetzen, sondern sich klar machen, dass jeder neue Tag ein Geschenk ist.
2 Innehalten: Wenn zu viel auf einmal auf uns einprasselt, die Tätigkeiten kurz unterbrechen und in sich hineinhorchen. Was fehlt?
3 Ganz bewusst genießen: Essen ist nicht „nur“ lebensnotwendig, es ist Glück. Wenn wir uns vor jeder Mahlzeit kurz innerlich bedanken, schmeckt es doppelt gut.
4 Muße gönnen: Pausen sind wichtig, um für Harmonie und Balance zu sorgen: mal die Wolken beobachten, mal wieder was lesen…
5 Ruhiger schlafen: abends Zeit nehmen, sich vom Tag zu verabschieden, ihn ziehen zu lassen. Wir legen uns hin, legen den Tag ganz ab – freuen uns auf morgen.

Themen