Schon wieder Kopfweh!

Weshalb die Beschwerden im Winter zunehmen

26. Dezember 2016

Es beginnt ganz zaghaft. Doch dann wird das Pochen immer stärker und stärker. „Warum hab’ ich denn jetzt schon wieder Kopfweh?“, fragt sich Ellen T. Vor allem in den Wintermonaten leidet die 54-Jährige unter heftigen Schmerz-Attacken.

Kopfschmerzen haben zahlreiche Ursachen

Der Auslöser ist auf den ersten Blick nicht immer klar. Denn der Schmerz kann zahlreiche Ursachen haben. Er kann eine Erkältung ankündigen. Oder die Raumluft ist einfach nur zu warm und stickig. In diesem Fall würde ordentliches Stoßlüften die Beschwerden schon bald wieder vertreiben.

Daneben gibt‘s eine Ursache, an die wir nicht immer gleich denken: Eine viel zu verspannte Muskulatur im Nacken-Kopf-Bereich! Im Winter leiden wir besonders oft darunter. Der Grund: Sobald wir frieren, ziehen wir die Schultern hoch, was die Verspannungen nach sich ziehen kann. Hinzu kommt noch die kalte Luft. Trifft sie auf die Kopfhaut, zieht sich die dünne Muskulatur darunter krampfartig zusammen, und wir haben Schmerzen. Das erklärt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte. Ärzte sprechen dann vom Spannungskopfschmerz. Die Beschwerden sind dumpf bis drückend, gehen vom Nacken zur Stirn.

Acetylsalicylsäure und Ibuprofen können helfen

Treten die Kopfschmerzen hin und wieder auf, können rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke helfen, so zum Beispiel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Vermeiden Sie es jedoch unbedingt, die Medikamente öfter als zehnmal pro Monat einzunehmen. Denn es besteht die Gefahr, dass die Beschwerden zunehmen, wenn sich der Körper an die Arznei gewöhnt. Er verlangt dann nach „Nachschub“. Erhält er diesen nicht, kommt es zu Entzugserscheinungen in Form von Kopfweh.

Betroffene, die nicht sofort zur Tablette greifen möchten, können es zunächst mit Pfefferminzöl, Tigerbalsam und Bewegung versuchen. Das kurbelt die Durchblutung an und lockert die Muskeln. Daneben helfen Entspannungsverfahren wie das autogene Training oder Achtsamkeits-Übungen. Ein Beispiel: Sie legen sich bequem hin, schließen die Augen und gehen in Gedanken Ihren Körper von Kopf bis Fuß durch. Dabei achten Sie bewusst auf den Atem und spüren in sich hinein. Sie stellen sich Ihre Zehen vor, spüren, wie Sie Ihren Atem dorthin führen. Kurse in Achtsamkeit bieten zum Beispiel Heilpraktiker und Volkshochschulen an.

Migräne und Cluster-Kopfschmerzen

Neben dem Spannungskopfschmerz gibt‘s noch die Migräne und den Cluster-Kopfschmerz. Hier treten die Beschwerden in der Regel nur auf einer Kopfseite auf. Und es kommt zu Begleiterscheinungen. Vor allem der Cluster-Kopfschmerz verursacht heftigste Beschwerden ums Auge herum. Dieses rötet sich und tränt, während die Nase läuft oder verstopft ist. Für die Behandlung der Migräne und des Cluster-Kopfschmerzes gibt‘s spezielle Medikamente. Sie heißen Triptane und sollen überaktive Nerven im Gehirn der beruhigen.

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