Nachhaltig essen mit gutem Gewissen

20 Dinge, die wir richtig machen können

Ressourcen sparen, die Umwelt schonen und trotzdem die Lust am Essen nicht verlieren: Geht das denn heute überhaupt noch? Wir haben 20 Anregungen, wie Sie e und so ganz ohne schlechtes Gewissen genießen. Und es reicht schon, wenn Sie fünf davon umsetzen, um die Welt jeden Tag ein wenig besser zu machen.

Am 2. August war der Welterschöpfungstag. Das ist der Tag, an dem die Menschheit so viele Ressourcen verbraucht hat, wie die Erde in einem Jahr verkraften kann. Viele davon werden völlig unnötig verschwendet. Ein bedeutender Teil entsteht bei der Produktion von Lebensmitteln. Über 670 Kilo verbraucht jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Dazu kommen mindestens 82 Kilo, die weggeworfen werden. Alarmierende Zahlen, denen ein wunderbarer Trend entgegensteht: Immer mehr Menschen hinterfragen, woher ihre Nahrungsmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. 

1 Unverpackt gewinnt: weniger Müll produzieren 

Verlassen Sie den Laden, ohne eine Tüte Müll zu kaufen. In Plastik verpacktes oder eingeschweißtes Obst und Gemüse produziert viel umweltbelastenden Abfall. Unnötig, vor allem, wenn direkt daneben die lose Ware liegt. Beim Bäcker können Sie sich die Brötchen direkt in Ihren Beutel geben lassen.

2 Saisonal kaufen – also nur aus Freiland-Anbau

Treibhäuser sind Klimakiller. Ein Salatkopf zum Beispiel, der auf dem Feld wächst, produziert etwa 140 g CO2. Im Gewächshaus ist es das 30-Fache. Freilandware erkennen Sie auch am Geschmack: Salat hat festere Blätter, ist aromatischer. 

3 Coffee to go aus dem Mehrwegbecher

Fast 3 Milliarden Einweg-Kaffeebecher landen allein in Deutschland jedes Jahr im Müll. Im bunten Mehrwegbecher macht der Latte macchiato eine bessere Figur, und bei vielen Händlern, wie z. B. Mc Café, gibt’s dafür inzwischen sogar Rabatt auf den Kaffee.

4 Das richtige Fett für den Klimaschutz wählen

Milchviehhaltung ist aufwändig. Gut 1/3 weniger CO2 fällt beim Braten mit pflanzlichem Öl im Vergleich zum Braten mit Butter an. 

5 Vor allem bei regionalen Händlern einkaufen

Kurze Transportwege, saisonale Ware – das ist gut fürs Klima und sozialverträglich. Sie sehen direkt, wen Sie mit Ihrer Kaufentscheidung unterstützen. In Ihrer Nähe gibt es keinen Markt? Online finden Sie regionale Anbieter von Bio-Kisten, die frisches Obst, Gemüse, Milch und Eier direkt nach Hause liefern – in Mehrweg-Kisten ohne Verpackungsmüll.

6 Fleisch bewusst und nicht jeden Tag genießen

Rund 13 Prozent unserer CO2-Emissionen entstehen durch unser Essen. Bei Fleischliebhabern ist der Wert mit 25 Prozent beinahe doppelt so hoch. Um 1 Kalorie aus Fleisch zu gewinnen, werden 7 Kalorien aus Pflanzen gebraucht. Nur 2 bis 3 Mal pro Woche Fleisch oder Wurst essen macht also viel aus.

7 Ein Hoch auf das Leitungswasser

Ob bei der Produktion der Flaschen, in den Abfüllanlagen oder auf den langen Transportwegen: Mineralwasser verursacht klimaschädliche Emissionen, Müss und in einigen Ländern immer wieder soziale Konflikte, wenn Hersteller ihr Monopol auf die lokalen Quellen ausnutzen. Wir lieben Leitungswasser, das am besten kontrollierte und klimagünstigste Lebensmittel. 

8 Vorräte selber herstellen

Dieser Trend gefällt uns: Einmachen, Fermentieren und Co. sind so angesagt wie nie und helfen, Reste sinnvoll zu verwerten und Abfälle zu vermeiden. Haltbar gemachtes Obst und Gemüse hat den Vorteil, dass es auch nach der Ernte-Saison noch verfügbar ist. Wie’s geht, erklären Food-Blogger, wie zum Beispiel Ulli von www.einkochhelden.de, und Ratgeber zum Thema, etwa von GU.

9 Drei Klimasünder auf die private rote Liste setzen

Fangen Sie klein an, und verbannen Sie drei Klimasünder aus Ihrer Küche. Das kann schon der Umstieg von Fleisch- auf Gemüsebrühe sein. Einen Rechner für die CO2-Bilanz einzelner Lebensmittel finden Sie auf www.klimatarier.com. Faustregel: pflanzlich vor tierisch, dann auf die Herkunft schauen.

10 Nicht pauschal auf Bio setzen, sondern abwägen

Bio ist besser – das gilt hauptsächlich für Fleisch und Milchprodukte. Bei Obst und Gemüse gilt Freiland vor Bio. Und regional vor empfindlicher Ware, die mit dem Flugzeug transportiert wird. Eine Freiland-Tomate aus Spanien erzeugt 600 g CO2/kg. Bei einer Bio-Tomate aus dem deutschen Treibhaus sind es 9.200 g. Vorn liegt der saisonale Öko-Anbau mit 35 g (konventionell: 85 g). 

11 Etwas Planung zahlt sich gleich doppelt aus

Der Einkaufszettel hilft, Impulskäufe zu verringern. Ein geplanter Einkauf beugt Lebensmittelverschwendung vor und: Sie sparen. 

12 Beim Auswärtsessen auf gute Qualität achten

Im Restaurant möchten wir uns verwöhnen lassen und schauen weniger aufs Geld – Hauptsache, es ist lecker, oder? Es gibt immer mehr Bio-Gasthöfe und Imbisse, die z. B. Burger aus Bio-Rindfleisch herstellen. Das schmeckt besser, und das gute Gewissen isst mit.

13 Proteine? Am liebsten solche aus Hülsenfrüchten

Früher kamen Linsen, Bohnen und Erbsen viel häufiger auf den Tisch als heute. Fleisch war selten, und heimische Hülsenfrüchte bildeten eine gesunde – und ganz nebenbei nachhaltige – Eiweißquelle.

14 Lieber Äpfel als getrocknete Apfelringe 

Je frischer und unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto weniger Energie hat seine Herstellung verbraucht. Industriell getrocknete Apfelringe, Trockenpflaumen usw. verursachen 40-mal mehr Treibhausgase als das frische oder selbst gedörrte Obst. Und die Verpackung und Transportkilometer sparen Sie sogar auch noch. Also greifen Sie doch lieber zum heimischen Apfel

15 Fairtrade unterstützen

Gute Nachrichten: Die Umsätze mit fair gehandelten Produkten steigen, zuletzt um 18 Prozent. Was bringt das? Fairtrade bedeutet, dass die Arbeiter vor Ort höhere Löhne bekommen, besser abgesichert sind, z.B. bei Ernteausfällen, und Kinderarbeit geahndet wird. Fangen Sie beim Kaffee an, das ist kaum teurer, und Sie konsumieren nicht auf Kosten anderer. Die Siegel Fairtrade, Naturland Fair und Hand in Hand sind laut Stiftung Warentest besonders empfehlenswert.

16 Undurchsichtige Fertigprodukte

Woher das Weizenmehl für Ihren Kuchen stammt, steht auf der Verpackung. Aber bei Aufback-Brötchen und Tiefkühlpizza? Da kommen die Zutaten aus Billig-Ländern wie China. Lebensmittel-Experten raten, Produkte mit mehr als fünf verschiedenen Zutaten zu meiden.

17 Reste konsequent verwerten statt wegwerfen

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll. Haben Sie keine Scheu, sich im Restaurant die Reste der üppigen Portion in eine mitgebrachte Tupper-Dose einpacken zu lassen. Das ist nicht unschicklich, sondern modern und nachhaltig.

18 Bei Soja und Fleisch auf Nummer sicher gehen

Fakt ist, um unseren Bedarf an Soja zu decken, wurden Regenwälder gerodet und das Saatgut gentechnisch optimiert. Doch das Problem ist auch hier der hohe Konsum tierischer Lebensmittel. 80 Prozent des deutschen Soja-Imports wird zu Futter für Rinder, Schweine und Geflügel verarbeitet. Nur 2 Prozent entfallen auf die Herstellung von Tofu, Soja-Drinks und Co., und dort wird überwiegend Bio-Soja ohne Gentechnik aus europäischen Anbaugebieten genutzt. Was hilft: Kaufen Sie tierische Produkte mit Bio-Siegel, da ist das gentechnisch veränderte Soja-Futter verboten.

19 Problem Palmöl: So weit wie möglich reduzieren

Palmöl zu vermeiden, ist nahezu unmöglich, denn es steckt in fast jedem zweiten Supermarkt-Produkt: in Keksen, Süßigkeiten, Aufstrichen – eben in allem, was industriell hergestellt wird. Für den riesigen Bedarf werden Tropenwälder gerodet und Arbeiter ausgebeutet. Das Siegel der RSPO kennzeichnet Palmöl, das unter besseren Bedingungen produziert wird. Unter www.umweltblick.de finden Sie eine Liste mit Produkten, die bereits frei von Palmöl sind. Am besten: Kekse wieder selber backen. 

20 Öfter nach Fleisch aus guter Haltung fragen

Weidefleisch, Bio und die Siegel „Tierschutz kontrolliert“ und „Für mehr Tierschutz“ stehen für Fleisch aus verantwortungsvollerer Haltung. Während neun von zehn Befragten artgerechte Haltung von Nutztieren wichtig finden und auch bereit wären, mehr Geld dafür auszugeben, sieht die Realität ganz anders aus: Der Anteil liegt bei nur 0,7 Prozent für Geflügel, 1,2 bei Schwein und 2,4 bei Rind.

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