Jetzt vorbeugen: Fettleibigkeit erhöht das Krebsrisiko

Ein paar Kilo weniger wären toll …

In Deutschland haben inzwischen 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen Übergewicht. Das hat auch Folgen für die Gesundheit. Vor allem übermäßig viel Fett am Bauch erhöht das Krebsrisiko. Wie wir Krebs vorbeugen und der Fettleibigkeit den Kampf ansagen können. 

Wenn unsere Steinzeit-Vorfahren etwas essen wollten, mussten sie raus aus der Höhle und jagen oder Früchte, Pilze und Wurzeln sammeln. Die Beute war oft gering, der Aufwand groß. Als die Menschen dauerhaft sesshaft wurden und Landwirtschaft betrieben, gab es ebenfalls ohne großen körperlichen Einsatz nichts für den Magen. 

Erhöhtes Krebsrisiko durch reichlich Nahrung bei zu wenig Bewegung 

Heute ist es genau umgekehrt: Es gibt reichlich Nahrung, und wir müssen uns dafür kaum bewegen. Und was wir essen, sind oft industriell verarbeitete Lebensmittel mit hoher Energiedichte. Schließlich sind Chips, Cola, Muffins, Pommes und Currywurst überall günstig zu haben. Gleichzeitig sitzen wir stundenlang in Büros fest, bewegen uns in Autos und Bussen, und in der Freizeit hocken wir vor dem Fernsehen oder dem Computer. Da unser Stoffwechsel aber noch funktioniert wie vor 100 000 Jahren, hat das Folgen: Wir werden immer dicker. In Deutschland haben inzwischen 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen Übergewicht. Fast jeder Vierte (24 Prozent) ist bei beiden Geschlechtern sogar fettleibig.

Das mag man nur für ein Schönheitsproblem halten. Ist es aber nicht. Denn wenn der Fettgehalt des Körpers massiv zunimmt, hat das Folgen für die Gesundheit, vor allem, wenn sich übermäßig viel Fett im Bauchinneren ansammelt. Fettleibigkeit erhöht das Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten, unter anderem auch das Krebsrisiko. Und zwar beeinflusst Fettleibigkeit („Adipositas“) weit mehr Tumorarten, als früher angenommen wurde. Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass sie mindestens diese 13 Krebsleiden begünstigt: Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Nierenzellkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs, Eierstockkrebs, Krebs des Mageneingangs, Schilddrüsenkrebs, das Multiple Myelom außerdem eine bestimmte Form von Hirntumoren. Wenn die Pfunde purzeln, reduziert sich das Krebsrisiko. Darum sollte man alles daran setzen, Fettpolster am Bauch wieder loszuwerden

Krebs vorbeugen: Auf energiedichte Lebensmittel verzichten 

Um Krebs vorzubeugen sollte man darum vor allem auf Lebensmittel mit hoher Energiedichte (wenig Gewicht, viele Kalorien), wie Chips oder Gebäck verzichten. Verzehren Sie stattdessen kalorienarme Lebensmittel. Achten Sie auf versteckte Kalorien in zuckerhaltigen und alkoholischen Getränken.

Und setzen Sie auf möglichst viel Bewegung im Alltag. Besonders empfehlenswert: Ausdauersport wie Walken, Schwimmen, Radfahren oder Tanzen in Kombination mit täglichen Übungen, die die Bauchmuskeln trainieren.

Fettzellen sind Chemiefabriken

Besonders ungesund ist das tiefliegende Fettgewebe im Bauchrauch. Die kugelförmigen, netzartig verbundenen Fettzellen hier sind eine Art hocheffizienter Chemiefabrik, die rund um die Uhr Hormone, Enzyme, Botenstoffe sowie entzündungshemmende wie -fördernde Stoffe produziert. Das Bauchfett ist dadurch intensiv an verschiedenen Stoffwechselaktivitäten
beteiligt. Es reguliert unser Sättigungsgefühl mit, ebenso die Insulinempfindlichkeit von Zellen, den Blutzuckerspiegel und die Immunabwehr. Starkes Übergewicht bringt diese Stoffwechselprozesse aus dem Gleichgewicht. Mögliche Folgen: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen.