Typ 2 Diabetes: Eine bewusste Ernährung ist wichtig

Herz & Diabetes Teil 3

26. Juli 2017

Erinnern Sie sich? Die Oma hatte „Zucker“ und durfte Schokolade nur essen, wenn „Für Diabetiker“ drauf stand. Heute wird eine besondere Diät für Menschen mit Typ 2 Diabetes nicht mehr empfohlen. Aber sie sollten sich bewusst ernähren ... 

Bewusst ernähren – was heißt das überhaupt? Es bedeutet in erster Linie, dass Sie sich darüber klar sind, was und wie viel Sie in welcher Zeit essen. Es geht um die Art der Zubereitung, die Zusammensetzung der einzelnen Inhaltsstoffe und die Menge der Nahrung, die wir aufnehmen. Doch keine Bange, Sie müssen deshalb keine Food-Expertin werden, die Familie und Freund mit Zahlen und Fakten zur jeder Mahlzeit nervt. Aber ein bisschen Beschäftigung mit dem Thema hilft der Gesundheit. Das gilt für gesunde Menschen und besonders für Menschen mit Typ 2 Diabetes.

Essen und Trinken beeinflussen die Herzgesundheit

Was Sie essen und trinken, beeinflusst auch Ihren Blutzuckerwert, den Blutdruck und natürlich Ihr Körpergewicht. Diese Faktoren spielen beim Typ 2 Diabetes eine wichtige Rolle und haben damit einen großen Einfluss auf die Herzgesundheit. Wussten Sie zum Beispiel, dass Menschen mit Typ 2 Diabetes ein deutlich höheres Risiko haben, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden als Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung? So ist der Herzinfarkt eine der häufigsten Todesursachen bei Menschen mit Typ 2 Diabetes.

Damit es nicht so weit kommt, machen Sie Diabetes frühzeitig zur Herzensangelegenheit! Bekommen Sie den Blutzucker in den Griff, bewegen Sie sich regelmäßig, nehmen Sie die vom Arzt verschriebenen Medikamente wie abgesprochen ein und achten Sie auf Ihre Ernährung. Die Empfehlungen für gesundes Essen sind für Menschen mit und ohne Diabetes weitgehend gleich: Vollkornprodukte, viel Gemüse, gerne auch roh, Salate und in Maßen frisches Obst. Wer sich eiweißreich ernährt, kommt mit weniger Kalorien aus, denn Eiweiß sättigt auf angenehme Weise, hält lange vor und unterstützt den Muskelaufbau. Zu den eiweißreichen Nahrungsmitteln gehören zum Beispiel Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Soja sowie Hühnereier. Weniger sollte es dagegen von folgenden Lebensmitteln sein: Weißbrot, Brötchen und andere Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Lebensmittel aus Konserven, Fastfood und Fertiggerichte. Seien Sie sehr zurückhaltend bei fettem Fleisch sowie bei hochprozentigem Käse. Alkoholhaltige Getränke sollten keine Durstlöscher sein, sondern als Genussmittel nur in Ausnahmen konsumiert werden.

Eineinhalb Liter kalorienarme Getränke am Tag

Zwei Dinge sind besonders wichtig: Trinken Sie täglich mindestens eineinhalb Liter kalorienarme Getränke. Und achten Sie auf das richtige Mengenverhältnis unter den verschiedenen Nahrungsmitteln. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat dazu einen sogenannten Ernährungskreis entwickelt (LINK). Er zeigt, zu welchen Teilen die Ernährung aus welchen Arten von Nahrungsmitteln zusammengesetzt sein sollte. Die Empfehlungen gelten unabhängig davon, ob jemand an Diabetes erkrankt ist oder nicht. 

Ernährungsumstellung in Teilschritten angehen

Machen wir uns nichts vor: Wer seit je her Süßes mag, gerne Wurststullen ist und das Tortenstück am Wochenende fest eingeplant hat – für den ist die Umstellung kein Zuckerschlecken. Machen Sie kleine Schritte. Zum Beispiel erst einmal die Chips zur Lieblingsserie weglassen und stattdessen ein wenig Obst essen. So bringen Sie nach und nach ein gesunde Balance in den Speiseplan. 

Es ist sinnvoll, den Arzt auf das Thema Ernährung anzusprechen. Er wird entweder selbst individuelle Ernährungsempfehlungen aussprechen oder aber entsprechende Experten empfehlen, etwa eine Ernährungsberaterin. Außerdem kann der Mediziner Patienten mit Typ 2 Diabetes darüber informieren, was sie neben der bewussten Ernährung noch tun können, um ihre Herzgesundheit aktiv zu fördern.

Im vierten Teil der Serie „Herz & Diabetes“ lesen Sie, wie Sie Ihre Seele stark machen und sich wohler fühlen.

Themen