Cleveres Anti-Aging-Training fürs Gehirn

Vergesslich - das war ich gestern!

Wo hatte ich den Schlüssel hingelegt? Und wie lautet noch mal meine Pin? Mit einigen Übungen lässt sich unser Gedächtnis trainieren. Memory mit den Enkeln spielen trainiert das Erinnerungsvermögen. Noch besser ist es jedoch, ihnen bei Schulaufgaben zu helfen! Davon profitiert das Gehirn von Senioren besonders, sagt Dr. Knab. Dr. Barbara Knab, Diplom-Psychologin & Buchautorin. Sehr lesenswert ist ihr Buch „99 Tatsachen über Ihr Gedächtnis“, als e-Book. Thieme, 14,99 Euro.

Hat Sie Ihr Gedächtnis auch schon mal im Stich gelassen? Etwa beim Bezahlen an der Kasse: „Wie ging noch mal meine Pin?“ Solche Aussetzer lassen sich vermeiden.

Schätzen Sie doch bitte einmal, wie viele Zahlen sich jüngere Menschen auf Anhieb einprägen können: Im Schnitt sind es sieben. Und wie viel merken sich Senioren ad hoc? Es sind nur 5,5, wobei diese krumme Ziffer der Statistik geschuldet ist. „Wer aber eine Merktechnik benutzt, kann diesen Wert steigern“, erklärt die Psychologin Dr. Barbara Knab. „Das Gehirn ist allerdings kein Muskel, den man mechanisch trainieren kann.“ Dennoch kann man seine geistige Leistungsfähigkeit in jedem Lebensalter verbessern – nur wie? „Durch Aktivität“, rät Dr. Knab: „Je mehr Freude uns dieses Anti-Aging fürs Gehirn macht, desto besser.“ Wir haben die besten Tipps für Sie.

Trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeit

Alles zur gleichen Zeit erledigen, das ist in unserer digitalisierten Welt leider üblich – doch es ist schlecht für unsere geistigen Fähigkeiten. „Beim Multitasking sind alle gleich, nämlich schlecht“, weiß die Psychologin. „In Wirklichkeit heißt Multitasking nämlich: Das Gehirn springt zwischen den Aufgaben hin und her. Das kostet Zeit.“ Gegenmittel: Aufmerksam bei einer Sache bleiben. Dafür sind Interesse, innere Ruhe und die Kunst der Achtsamkeit hilfreich, Techniken, die man unter anderem beim Meditieren lernt. Sogar die Rückschau auf den Tag trainiert die Aufmerksamkeit: Wie an einem roten Faden lässt man die Ereignisse Revue passieren und übt so, Episoden zum Lebenspanorama zu formen. Wer sich das zum täglichen Ritual macht, wird staunen, dass er sich an immer mehr erinnern kann.

Perfektionieren Sie das, was Sie schon können 

„Für das Gedächtnis ist es eine gute Strategie, am Bekannten anzuknüpfen. Wir müssen ja nicht bei Null beginnen – wir können schon viel!“ sagt Dr. Knab. Ihr Tipp: „Gerade Ältere lernen leichter, wenn sie Vorhandenes ergänzen: Sie können eine Fremdsprache so lala? Dann lernen Sie sie besser! Sie spielten einst ein Instrument? Holen Sie es wieder hervor!“ Dabei erzielen Sie bessere Erfolge als mit völlig Neuem.

Wenden Sie clevere Gedächtnis-Tricks an

Natürlich helfen auch Techniken der Erinnerung auf die Sprünge. So kann man Zahlen mit Symbolen verknüpfen. Sogar die Wohnung eignet sich als Kompass fürs Gedächtnis. Legen Sie sich dort im Geist einen festen Weg an: 1. Kühlschrank, 2. Regal, 3. Spüle usw. bis 10. Dann platzieren Sie für jeden Einkauf Ware 1 auf Nr. 1, Ware 2 auf Nr. 2, Ware 10 auf Nr. 10. Im Supermarkt schreiten Sie alles im Geiste nur noch ab, ohne Einkaufszettel.

Bleiben Sie nicht nur geistig rege 

Damit das Gehirn beweglich bleibt, braucht es vor allem eines, so Dr. Knab: „Echte Bewegung. Gehen Sie täglich raus und spazieren Sie drauf los. Das beste Gehirntraining!“ Denn Körper und Geist sind eins. Also bleiben beide nur gemeinsam fit, was schon die alten Römer wussten: Nur in einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist.