Die Arzneipflanze 2018: Andornkraut

Gutes aus der Kräuterkunde

Es gibt Pflanzen, die uns Menschen über Jahrhunderte hinweg geholfen haben, Krankheiten zu heilen und gesund zu bleiben. Andorn ist so ein Kraut. Fast ist Andornkraut in Vergessenheit geraten, aber die Wissenschaftler der „Arbeitsgruppe Heilpflanzen der Universität Würzburg“ küren jedes Jahr die Heilpflanze des Jahres, damit diese Kräuter im Gedächtnis bleiben. Für das kommende Jahr ist es der Andorn. Die uralte Heilpflanze hilft bei Erkältung und bei Magenproblemen.

 

Marrubium vulgare
So lautet der wissenschaftliche Name von Andornkraut. Es wird auch Weißer Andorn oder Mauer-Andorn genannt. Es wird 30 bis 80 Zentimeter hoch und hat kleine weiße Blüten. Andorn wächst vom Mittelmeerraum bis Zentralasien und in Mittel- und Nordeuropa.

Medizingeschichte
Seit etwa 2.000 Jahren ist Andornkraut bei uns bekannt. Spätestens seit dem 8. Jahrhundert war er fester Bestandteil der Klosterkräutergärten. Er wurde bei Lungenerkrankungen und hartnäckigem Husten eingesetzt. Im 19. Jahrhundert konzentrierte sich die Anwendung zunehmend auf die schleimlösende Wirkung in den Atemwegen.

Bitterstoffe
Der Andorn sticht durch seine kräftigen Bitter- und Gerbstoffe hervor. Außerdem enthält das Kraut unter anderem Flavonoide, stickstoffhaltige Verbindungen und ätherisches Öl. Verschiedene Studien belegen die Wirkung zur Schleimlösung bei Husten. Andorn-Bronchialtropfen (Apotheke) werden bei verschleimten, verkrampften und entzündeten Bronchien angewandt. Das Arzneimittel ist zugelassen ab 12 Jahren.

Anwendung
Andorn ist eine anspruchslose Pflanze, sie wächst problemlos im Garten oder im Blumentopf auf der Fensterbank. Wenn man unter Verdauungsproblemen leidet, sollte man vor dem Essen eine Tasse heilsamen Tee trinken. Bei einer Erkältung mit Husten helfen mehrere Tassen Tee über den Tag verteilt.