Ernährungsforscher schlagen Alarm: Die Wahrheit über Acrylamid, Stevia und Co.

Wie gefährlich sind die Stoffe wirklich?

17. August 2017

Dass Acrylamid, Stevia und Co. problematisch sind, ist kein Geheimnis. Doch wie gefährlich sind die Stoffe wirklich? Ernährungsforscher warnen vor den Langzeitwirkungungen, aber machen sie uns wirklich krank? Wir klären auf.

Acrylamid

Es steckt etwa in Pommes und Chips und gilt als krebserregend. Neue EU-Vorschriften sollen den Stoff im Essen zurückdrängen.

Die Debatte ist schon seit Jahren im Gang
Bereits seit 2002 wird Acrylamid heiß diskutiert. Der Stoff stand schon damals unter Verdacht, Krebs zu erregen. Jetzt hat die EU-Kommission neue Regeln für die Zubereitung bestimmter Lebensmittel festgelegt, die ab 2019 gelten sollen. Pommes an Imbissbuden dürfen dann beispielsweise nicht mehr so lange und heiß wie bisher frittiert werden.

Wie kommt der Stoff in unser Essen?
Acrylamid entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln oder Brot bei hohen Temperaturen gebraten, gebacken oder frittiert werden. Auf der schwarzen Liste stehen daher besonders Chips, Pommes, aber auch Toast oder Cornflakes.

Ist es denn wirklich so gefährlich?
Wie schädlich Acrylamid für den Menschen tatsächlich ist, konnte bisher nicht wissenschaftlich belegt werden. Trotzdem raten Experten, sicherheitshalber so wenig wie möglich davon zu sich zu nehmen. Beim Kochen zu Hause gilt: Kartoffeln oder sonstige kohlenhydratreiche Produkte nur leicht bräunen.

Stevia & Co.

Süßungsmittel sind für viele eine Alternative zu Zucker geworden. Doch Studien zeigen auf, dass der Genuss nicht ungefährlich ist.

Sie machen dick und belasten das Herz
Kanadische Forscher werteten 37 Studien über die Auswirkungen von Süßungsmitteln aus, mit über 400.000 Probanden. Ihre Ergebnisse: Zuckeralternativen helfen nicht beim Abnehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Süßstoffe erhöhen auf lange Sicht das Risiko für Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten, so die Forscher.

Wieso machen Süßstoffe krank?
Ein Grund ist der so genannte Light-Produkte-Effekt: Weil man glaubt, sich mit Stevia und Co. gesund zu ernähren, achten viele nicht mehr auf die Mengen der Speisen und den tatsächlichen Fett- und Kohlenhydratanteil. Süßstoffe sollen außerdem für ein verstärktes Hungergefühl sorgen und Bakterien im Darm vermehren, die Übergewicht begünstigen.

Weitere Untersuchungen nötig
Die Langzeitfolgen für Süßungsmittel sind noch nicht ausreichend erforscht. Ernährungsexperten empfehlen aber, vermeintlich gesunde Zuckeralternativen trotzdem nur in Maßen zu genießen.

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