Kamille und ihre Wirkung

Was die Heilpflanze alles kann

Schon seit Jahrhunderten schwören Menschen auf die Wirkung der Kamille. Wir erklären Ihnen, was die Heilpflanze so besonders macht und bei welchen Erkrankungen sie am besten ihre Wirkung entfachen kann.

  • Verschiedene Anwendungsbereiche der Kamille
  • Die Wirkung von Kamille bei der äußerlichen Anwendung
  • Was Sie bei der Anwendung von Kamille beachten sollten

Verschiedene Anwendungsbereiche der Kamille

Die Anwendungsbereiche, in denen die Kamille eingesetzt werden kann, sind vielseitig. Dabei werden vor allem die Blüten und das daraus gewonnene ätherische Öl verwendet, welches charakteristisch blau gefärbt ist. Die Wirkungsbereiche der Kamille liegen vor allem in der Krampflösung, Wundheilungsförderung und Entzündungshemmung. Zusätzlich wirkt sie antibakteriell und blähungstreibend. So lassen sich folgende Erkrankungen besonders gut mit Kamille behandeln:

  • Harnwegsinfekte
  • Grippe
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautausschlag
  • Schlecht heilende Wunden
  • Entzündete Hautstellen
  • Bakterielle Hauterkrankungen

Durch die krampflösende Wirkung können außerdem Menstruationsbeschwerden gelindert werden. Auch eine beruhigende Wirkung wird der Kamille nachgesagt, weshalb sie häufig zur Verbesserung der Schlafqualität eingesetzt wird.

Die Kamille Wirkung bei der innerlichen Anwendung

Ist eine orale Einnahme notwendig, wie zum Beispiel bei einem Magen-Darm-Infekt oder einem Harnwegsinfekt, so können Sie aus den Kamillenblüten einen Tee kochen. Dazu werden 3 g Kamillenblüten, was ungefähr einem Teelöffel entspricht, mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. Dieser Sud sollte ungefähr 10 Minuten ziehen und anschließend durch ein Sieb von den Blüten getrennt werden. Damit der Tee seine Wirkung gut entfalten kann, sollten Sie täglich ungefähr drei bis vier Tassen des frisch zubereiteten Tees trinken.

Die Kamille Wirkung bei der äußerlichen Anwendung 

In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Anwendung mit Kamille äußerlich durchzuführen. Die Pflanze wirkt nicht nur an der Hautoberfläche, sondern kann auch in tiefere Schichten der Haut eindringen und zusätzlich auch die Aufnahme anderer Arzneistoffe verstärken. Die äußere Anwendung eignet sich vor allem bei bakteriellen oder entzündlichen Hauterkrankungen, Ausschlag oder offenen Wunden, kann aber auch in Form eines Sitzbades bei einem Harnwegsinfekt Abhilfe schaffen. Für solche Sitzbäder sollten Sie ungefähr 5 g Blüten oder 0,8 gExtrakt mit einem Liter heißen Wasser in einer für Sitzbäder geeigneten Schale vermischen. Alternativ können Sie die Mischung in angepasster Menge auch in die Badewanne geben.
Für Umschläge, Spül- oder Gurgellösungen sollten Sie 3-10 g Kamillenblüten mit 100 ml heißem Wasser vermischen und täglich auf die entsprechenden Stellen geben, beziehungsweise bei entzündlichen Stellen im Mund für einige Minuten zum Gurgeln und Spülen verwenden. Da die Schleimstoffe der Kamille auf den Schleimhäuten und am Zahnfleisch besonders entzündungshemmend und reizlindernd wirken, ist hier die Wirkung meist erfolgreich. Für die Umschläge sollten Sie einen Waschlappen oder ein reißfestes Zellstoffpapier mit dem aufgegossenen Tee tränken und anschließend lauwarm, nicht zu heiß, auf die entsprechende Stelle legen. Auch zur Inhalation, zum Beispiel bei einem grippalen Infekt mit einer Nasennebenhöhlenentzündung, eignet sich die Kamille hervorragend. Hierzu mischen Sie ungefähr 5 g Kamillenblüten oder 0,8 g Extrakt mit einem Liter heißen Wasser. Diese Mischung kann entweder in ein Inhalationsgerät oder in eine Schüssel zum Inhalieren gegeben werden. Die Menge können Sie je nach Bedarf verändern, allerdings sollte das Verhältnis zwischen Blüten bzw. Extrakt und Wasser bestehen bleiben.

Neben diesen Wirkungen als Naturheilpflanze hat die Kamille zusätzlich deodorierende und duftende Eigenschaften, weshalb sie nicht selten Bestandteil von Körperpflegeprodukten wie zum Beispiel Handcremes, Duschgelen oder Gesichtswaschlotionen aber auch Schminkartikeln ist. Dabei wirkt sich die Kamille durch ihre geruchsmindernde Eigenschaft positiv auf das körperliche Wohlbefinden und den Hautstoffwechsel aus.

Was Sie bei der Anwendung von Kamille beachten sollten

Neben den vielseitigen Anwendungsbereichen, in denen die Wirkung der Kamille Abhilfe schaffen kann, gibt es allerdings auch einige Aspekte bei der Anwendung zu beachten. Eine Anwendung mit Kamille wird nicht empfohlen, wenn bereits zuvor eine Überempfindlichkeit gegen Korbblütengewächse wie Arnika, Scharfgarbe oder Ringelblume festgestellt wurde, da diese dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei der Anwendung von Kamille-Produkten auftritt. Bei der Verwendung der Echten Kamille wurden zwar bisher nur sehr selten Überempfindichkeitsreaktionen festgestellt. Allerdings kann es durch eine Kreuzreaktion, wie sie bei der Verunreinigung der Echten Kamille mit der Hundskamille vorkommen kann, zu allergischen Reaktionen kommen. Bei einer äußerlichen Anwendung der Kamille ist es zudem besonders wichtig, dass Sie diese nicht im Bereich der Augen einsetzen, da sie sehr häufig eine reizende Wirkung auf die Augen hat.

Auch wenn die Wirkung der Kamille in vielen Bereichen eine erfolgreiche Alternative zur Schulmedizin darstellt, ist es wichtig, dass Sie bei länger anhaltenden Beschwerden, die die Dauer eine Woche überschreiten, oder bei Symptomen, die ständig wiederkehren, zusätzlich einen Arzt aufsuchen.