Wie schädlich ist Alkohol: Zahlen, Daten, interessante Fakten

Was macht er wirklich mit unserem Körper?

09. Juni 2017

Prost und zum Wohl! Wir Deutschen bechern gerne mal einen. Gut 137 Liter alkoholische Getränke gönnen wir uns pro Kopf im Jahr. Das ist eine ganze Badewanne voll. Zu viel, meinen Experten. Denn Alkohol ist und bleibt ein Zellgift. Aber wie schädlich ist Alkohol wirklich und welche Auswirkungen hat er auf den menschlichen Körper? Wir haben ein paar interessante Fakten zu unserem liebsten Genussmittel gesammelt.

Die Leber ist am meisten betroffen 

Regelmäßiger Genuss gefährdet hauptsächlich die Leber. Alkohol wird hier zu mehr als 90 Prozent abgebaut. Und das dauert seine Zeit: Mit einem kleinen Glas Bier (0,3 Liter) ist die Leber ein bis zwei Stunden beschäftigt. In der Zeit laufen in dem Organ eine Vielzahl von biochemischen Prozessen ab, etwa die Umwandlung von Alkohol in Acetaldehyd. Letzteres schadet der Zellfunktion der Leber und ist auch für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich. Durch den Alkohol kann die Leber ihre üblichen Aufgaben nicht erfüllen, der Fettabbau ist unterbrochen. Die Folge: Das Fett reichert sich in der Leber an. 

Trotz der Risiken in der Gesellschaft akzeptiert 

Man geht davon aus, dass Alkohol mehr als 200 Krankheiten und Symptome auslösen kann. Bluthochdruck und Herzmuskelstörungen zählen dazu. Auch steigert ein regelmäßiger Konsum das Krebsrisiko. So kann ein viertel Liter Wein am Tag die Gefahr für Brustkrebs um 25 Prozent erhöhen. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland etwa 74.000 Menschen jährlich durch riskanten Alkoholkonsum. Obwohl die meisten über die Gefahren aufgeklärt sind, ist das Trinken von Alkohol in Deutschland nach wie vor fest in der Gesellschaft verankert und akzeptiert.

Gesundheitlich unbedenklicher Konsum

Sollte man nun komplett auf alkoholische Getränke verzichten? Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Viele Fachleute raten zum völligen Verzicht. Andere argumentieren wiederum, dass gegen ein tägliches Glas Rotwein oder Bier nichts einzuwenden ist. In dem Fall sollte man dafür aber an zwei Tagen in der Woche idealerweise gar keinen Alkohol konsumieren. Der Körper dankt es einem.

Versteckte Promille: Hätten Sie’s gewusst?

Apfelsaft: Wenn zuckerhaltige Früchte vergären, entschteht Alkohol. Darum enthält auch Apfelsaft welchen - aber nur sehr wenig, drei Gramm pro Liter sind laut Gesetz erlaubt.

Alkoholfreies Bier: Klingt komisch, ist aber so. In viele alkoholfreien Biersorten finden sich doch 0,5 Prozent Alkohol. Das steht meistens nur im Kleingedruckten. 

Brot: Die Hefe ist schuld. Während der Teig geht, bildet sich durch die Gärung auch Alkohol. Drei Gramm je Kilogramm sind enthalten. 

Süßigkeiten: Ob Schokoeis, Praline, Kekse, Kuchen oder Marmelade. In vielen süßen Sünden lässt sich Alkohol nachweisen. Der Inhaltsstoff muss nicht vermerkt werden, weil er nur als geschmacksverstärkendes Aroma Einsatz findet.

Sauerkraut: Wein spielt eine wesentliche Rolle bei der Herstellung. So kommen auf 100 Gramm Sauerkraut etwa 0,2 Gramm Alkohol. 

Themen