Wie viel Salz ist gesund?

Glaubenskrieg der Experten

Es gibt unzählige Studien über die Wirkung von Salz und die Frage, wie viel Salz gesund ist – viele widersprechen sich sogar zum Teil. Ganz neue Erkenntnis: zu wenig ist ungesund.

Lange galt der Glaubenssatz: je weniger Salz, desto besser. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt maximal fünf Gramm am Tag, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gönnt uns immerhin täglich sechs Gramm. Tatsächlich essen die Deutschen aber mehr: zehn Gramm die Männer, 8,4 Gramm pro Tag die Frauen. Ist das bereits gesundheitsschädlich? Zu viel Salz soll den Blutdruck erhöhen und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen.

Bluthochdruck: Grundlage dafür ist eine US-Studie von 1988, in der die Ernährung von 56 Volksgruppen verglichen wurde – Amazonas Indianer waren auch dabei. Die aßen nur wenig Salz, hatten kaum hohen Blutdruck und starben seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher schlossen daraus: Grund dafür ist das wenige Salz. Dabei haben sie aber übersehen, dass die Indianer auch kaum Zucker und Fett aßen und sich viel bewegten.

Nicht erwiesen: Tatsächlich erhöht ein hoher Salzkonsum den Bluthochdruck nur minimal, und Salzverzicht senkt ihn auch nur minimal. Ob weniger von dem weißen Mineral das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall auch bei Gesunden mindert, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Im Gegenteil: Zu wenig Salz erhöht das Risiko für Infarkt und Schlaganfall, ergab jetzt eine kanadische Studie. Außerdem wird auch die Ausschüttung von Stresshormone erhöht. Aber wie viel Salz ist denn nun gesund? Forscher empfehlen jetzt, die Grenze bei etwa zehn Gramm täglich zu ziehen.

Themen