Ehebruch: „Ich wurde gleich zweimal betrogen!“

Marions Ehemann ging mit ihrer besten Freundin fremd

Marions Mann und ihre beste Freundin waren ihre engsten Vertrauten, doch beide belogen sie hinter ihrem Rücken nach Strich und Faden. Als sie erfährt, dass die beiden ein Verhältnis miteinander haben, steht Marions Leben Kopf. Unsere wahre Geschichte aus dem Leben!
 

Hätte ich etwas ahnen müssen? Habe ich die Wahrheit verdrängt? Diese Fragen stelle ich mir wieder und wieder. Die Affäre zwischen meinem Mann Ingo und meiner besten Freundin Sabrina ist über ein Jahr her. Begreifen kann ich es noch immer nicht. Ingo und ich kennen uns seit der neunten Klasse. Er ist der Mann, mit dem ich meinen ersten Kuss, mein erstes Mal erlebte. Nach dem Schulabschluss wollten wir jedoch ganz verschiedene Dinge und gingen getrennte Wege. 

„Es war so schön mit Ingo. Wir wollten zusammen alt werden“

Eher zufällig kamen wir zehn Jahre später über Facebook wieder in Kontakt und ließen unsere Jugendliebe neu aufleben. Es war so schön, ihn an meiner Seite zu haben, alles fühlte sich so vertraut und innig an. Wir heirateten bald und bekamen zwei Kinder. Unser Familienglück war perfekt. Wie in jeder Beziehung gab es auch in unserer Hochs und Tiefs. Schwierig war besonders die Zeit, als unser Nachwuchs flügge wurde und wir uns sowohl selbst als auch als Paar neu finden mussten. Rückblickend denke ich, dass Ingo sich schon zu diesem Zeitpunkt etwas von mir distanzierte.

Er hatte immer wieder Stimmungsschwankungen. Ich nahm das damals nicht sonderlich ernst, sondern stürzte mich in mein neues Leben ohne Kinder. Ich meldete mich unter anderem für einen Yoga-Kurs an, und dort lernte ich Sabrina kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb super und hatten unglaublich viele Gemeinsamkeiten. Klar, dass uns schon bald eine tiefe Freundschaft verband.

„Wir unternahmen oft was zu dritt, hatten immer so viel Spaß“

Besonders freute mich, dass sie sich auch mit Ingo so gut verstand und ihn wieder aus der Reserve locken konnte. Wir unternahmen in den nächsten Monaten viel zu dritt. Ob Restaurantbesuch, Spieleabend oder Wochend-Trip. Es war immer so eine gute Stimmung zwischen uns. Wir gründeten sogar eine WhatsApp-Gruppe zu dritt. Ich fühlte mich so lebendig wie als Teenager. Der eine Abend ist mir besonders gut im Gedächtnis geblieben: Es war ein warmer Sommertag, wir saßen seit Stunden in einem Biergarten, alberten herum, orderten ein Helles nach dem anderen und schossen jede Menge Fotos von uns. Das Bild, das ich von Sabrina und Ingo machte, gefiel mir besonders gut. Wie vertraut sie den Arm um ihn legte, wie glücklich er strahlte. Das wirkte schon sehr innig. Und doch habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht, dass die beiden mich betrügen könnten.

Anfang 2019 wurde meine Mutter schwer krank, und ich zog einige Wochen zu ihr ins entfernte Bremen, um sie zu pflegen. Als ich wieder daheim bei Ingo war, spürte ich, dass sich die Stimmung zwischen uns irgendwie verändert hatte. Er wirkte angespannt, kam oft erst spätabends nach Hause. Auch auf Unternehmungen mit Sabrina und mir hatte er plötzlich keine Lust mehr. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er, dass die Arbeit gerade so stressig sei. Warum hätte ich ihm nicht glauben sollen? Wir waren immerhin seit über 20 Jahren ein Paar. Ich erzählte Sabrina natürlich von Ingos Verhalten. Sie zeigte sich mitfühlend, riet mir, ihn eine Weile einfach mal in Ruhe zu lassen, es würde sich schon alles klären. Wie hinterhältig von ihr! 

„Ich habe nie Antworten auf die Frage bekommen: Warum?“

Nur drei Wochen später schickte Sabrina eine seltsame Nachricht in unsere WhatsApp-Gruppe, absichtlich, wie ich heute weiß. „Danke für den schönen Abend, mein liebster Ingo. Ich liebe dich so sehr!“ Ich dachte im ersten Moment, das Ganze sei ein Witz. Schickte sogar einen lachenden Smiley in den Chat als Antwort. Eine Stunde später sah ich, dass sowohl Ingo als auch Sabrina die Gruppe verlassen hatten. Da war ich nun, alleine mit dieser Nachricht, und die Wahrheit bohrte sich mir ins Herz: Das ist kein Scherz. Mein Mann betrügt mich mit meiner besten Freundin. Ingo war noch im Büro. Natürlich rief ich ihn an, doch er ging nicht ans Telefon. Als er am Abend nach Hause kam, stellte ich ihn zur Rede.

Er sagte, dass hätten sie niemals so geplant, es wäre einfach passiert. Keine Entschuldigung, keine Reue, gar nichts. Er packte ein paar Sachen, und dann war er weg. Er war nicht mal bereit, mir meine Fragen zu beantworten. Wie lange läuft das schon zwischen euch? Warum gerade sie? Ich war so enttäuscht, wütend, verzweifelt. Schickte mehrere Nachrichten an Sabrina, in der ich eine Erklärung forderte. Aber sie hatte mich inzwischen blockiert, die Texte liefen ins Leere. Auch Ingo zog sich völlig von mir zurück. Schrieb mir nur noch einmal, um mir mitzuteilen, wann er mit dem Umzugswagen vorbeikomme, um seine restlichen Sachen zu holen. Das war’s. Eine Weile hatte ich die Hoffnung, dass er seinen Fehler einsieht. Bescheuert, wie ich heute weiß. Demnächst ist unsere Scheidung durch. Doch bis ich wieder vertrauen kann, wird es noch ein Weile dauern.

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