Krankhaft eifersüchtig: Wenn ein Gefühl eine Beziehung zerstört

Uta: „Ich frage mich bis heute, warum Björn mir nicht vertrauen konnte“

Uta (46) ist überglücklich und unsterblich verliebt in den so starken Björn – bis sie merkt, dass sich hinter seinen vielen Forderungen Angst und Misstrauen stecken. Björn ist krankhaft eifersüchtig. Für Uta ein Gefühl, als lege sich eine Schlinge um ihren Hals.

Sie ist eine lebenslustige Frau mittleren Alters. Uta lacht viel – vor allem, wenn sie mit ihren besten Freundinnen unterwegs ist. Nur beim Thema Männer wird die sonst so taffe Flensburgerin plötzlich still. Das Problem: Uta hat gerade erst eine traumatische Trennung hinter sich. Und nicht nur die macht ihr zu schaffen, sondern vor allem das, was ihr vorausging – die Beziehung zu Björn, der krankhaft eifersüchtig ist.

Es begann wunderschön, und ich glaube nach wie vor, dass aus uns etwas ganz Besonderes hätte werden können. Wenn Björn nicht der wäre, der er leider ist. Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen“, sagt die 46-Jährige. Als sie Björn vor vier Jahren kennen lernt, hat Uta schon mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich. „Ich war ehrlich gesagt nie gerne alleine, und die ein oder andere Beziehung kam bestimmt auch aus diesem Grund zustande. Mit Björn war alles anders. In ihn verliebte ich mich Hals über Kopf.“ Ihre Schwester stellt die beiden einander vor.

„Mein erster Gedanke war: Was für ein interessanter Mann. Ich wollte ihn unbedingt kennen lernen.“ Was Uta an dem zwei Jahre älteren Björn gefällt: Er weiß, was er will, und er sagt das auch. Kurz nach ihrem dritten Treffen etwa schreibt er ihr eine SMS:

Bitte triff dich nicht mehr mit anderen Männern. Du sollst ganz und gar zu mir gehören.

Endlich mal einer, der nicht lange drum herum redet und klar sagt, was oder wen er will – Uta ist begeistert von diesem starken Mann. Eine andere Szene, wenige Monate später: „Auf einer Firmenfeier, bei der ich ihn begleitete, unterhielt ich mich mit einem seiner Kollegen. Sofort war Björn zur Stelle und zog mich auf die Tanzfläche. Ich fand das damals unglaublich süß und romantisch.“

Was sie erst später erkennt: All diese Kleinigkeiten, diese ach so romantischen Verhaltensweisen, sind in Wahrheit erste Anzeichen für die krankhafte Eifersucht, die Björn beherrscht. Nach etwa einem Jahr kommt es zwischen den beiden zu einem handfesten Streit.

„Wir wohnten inzwischen zusammen und er wollte nicht, dass ich übers Wochenende mit meiner Mutter an die Nordsee fahre. Er wurde richtig hysterisch. Er meinte, wir würden dort Männer kennen lernen. Es war absurd.“ Dennoch steht sie zu ihrem Freund, bietet ihm an, einfach mitzukommen. Uta tut alles, damit Björn ihr vertraut – doch seine Eifersuchts-Attacken werden immer heftiger.

„Irgendwann sah er selbst in meiner Arbeit eine Bedrohung, tobte, wenn ich fünf Minuten später nach Hause kam. Das war dann der Anfang vom Ende. Ich habe so oft geweint, habe gebettelt, er möge sich Hilfe suchen. Doch Björn wollte einfach nicht einsehen, dass er so unsere Beziehung zerstört.“ Nach etwas über drei Jahren zieht Uta schließlich die Notbremse. „Es war die Hölle für mich, die Beziehung zu beenden. Denn ich liebe ihn heute noch. Aber sein Misstrauen machte mich völlig kaputt. Je mehr ich versuchte, es ihm recht zu machen, desto mehr schränkte er mich ein. Irgendwann haben ich mich an eine Psychologin gewendet. Nur mit ihrer Hilfe konnte ich mich trennen.“

Trotz allem hofft Uta noch auf ein Happy End. Vielleicht lässt er sich ja doch noch helfen. Dann will sie für ihn da sein.

Der Idee für mich Podcast zum Thema

Hören Sie auch unseren Podcast zum Thema „krankhafte Eifersucht“ an:

Die neue Podcast-Folge auf iTunes anhören >>>