Gebrochenes Herz: Was Untreue mit unserem Körper macht

Eine Studie hat die Auswirkungen von Betrug untersucht

18. August 2017

Jeder, der es schon einmal erlebt hat, weiß, wie schlimm es sich anfühlt: Hat unser Partner uns betrogen, bricht für uns eine Welt zusammen. Und das kann weit mehr als nur Herz-Schmerz verursachen. Was mit uns passiert, wenn wir ein gebrochenes Herz haben …

Die ersten Wochen waren reine Magie. Schmetterlinge überall, auch ohne Brille sah alles rosarot aus. Gut, später gab es dann vielleicht etwas weniger Kribbeln. Dafür diese eine Gewissheit: Wir gehören zusammen. Wir haben eine feste Basis, die nichts erschüttern kann. Wir vertrauen uns blind. Und dann, völlig aus dem Nichts die Entdeckung: Er hat mich betrogen. Schock!

Studie zum Thema

Dass wir nach so einer einschneidenden Erfahrung tieftraurig und verunsichert sind, weiß jeder, der das bereits einmal durchmachen musste. Ein Team von Wissenschaftlern der University of Nevada in Reno hat nun zusätzlich untersucht, was Betrug körperlich mit uns macht. Sie befragten dafür 232 Studierende, die in den vergangenen drei Monaten von ihrem Partner betrogen worden waren. 

Die Auswirkungen

Bei den Befragungen zeigte sich schnell, dass betrogen zu werden, die Wahrscheinlichkeit für ein risikoreiches Verhalten erhöht. Diejenigen der Teilnehmer, die stark litten, aßen entweder ganz viel oder gar nicht, machten zu viel Sport, nahmen Drogen oder hatten ungeschützten Sex. Das traf besonders auf diejenigen Studienteilnehmer zu, die sich selbst die Schuld an der Untreue des Partners gaben. Ob das am verletzten Selbstbewusstsein, einer grundsätzlich höheren Risikobereitschaftoder einer Form der Rache am Partner lag, konnten die Forscher nicht klären. Sie stellten aber fest, dass vor allem Frauen oft dazu neigten, sich selbst die Schuld zu geben und sich entsprechend ungesünder zu verhalten – wahrscheinlich, weil Frauen in ihrem Selbstbild stärker von Beziehungen abhängig sind.

Erste Hilfe

Auch wenn sich die Studie nur auf jüngere Leute bezieht, die keine Kinder haben: Der Wunsch, sich nach einem Betrug vor lauter Schmerz irgendwie zu betäuben, ist sicher nachvollziehbar. Psychologen empfehlen in solchen Situationen, sich auf das eigene soziale Netz zu konzentrieren, das einen auffängt und tröstet. Und vor allem eines sollte man sich immer wieder vor Augen führen: Schuld ist der Partner – und nicht ich!

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