Kontaktlos bezahlen: Wenn das Handy zur Geldbörse wird

So funktioniert „Mobile Payment”

Unser Smartphone kann so viel. Warum soll es uns nicht auch den Einkauf im Supermarkt leichter machen? Kontaktlos bezahlen ist in vielen Ländern schon gang und gäbe. Wir klären Sie über die wichtigsten Infos zur bargeldlosen Bezahlung per Handy auf. 

Wir Deutschen sind bisher ein bisschen altmodisch im europäischen Vergleich: Wir zahlen noch immer am liebsten bar. Selbst die EC- oder Visakarte nutzen wir im Vergleich etwa zu den Franzosen seltener. Nun aber bekommen auch die Karten Konkurrenz: Der Trend geht zum kontaktlosen Bezahlen per Handy. In den USA nutzten 2016 bereits 12,7 Prozent der Smartphone-Besitzer diese Technik, in Dänemark tut es schon jeder Dritte. Bald wird auch bei uns der Griff zum Handy immer öfter den zur Geldbörse ersetzen.

Wie funktioniert das?

Am häufigsten über Nahfeldfunk (engl. Near Field Communication, kurz NFC). Diese Technik wurde speziell für Bezahlzwecke erfunden und zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur wenige Zentimeter Reichweite hat und auch nur geringe Datenmengen transportieren kann. Zuvor muss der Kunde eine App installieren. Bei Beträgen bis etwa 25 Euro hält man sein Smartphone nur kurz an das Kassenterminal. Geht es um mehr Geld, müssen die Kunden einen Nummerncode eintippen oder sich mit Fingerabdruck (Touch-ID) ausweisen.

Was bringt das denn?

Für uns Kunden liegen die Vorteile auf der Hand: Das Handy ist schneller parat als Karten aus dem Portemonnaie, der ganze Vorgang verhindert lange Wartezeiten und ist absolut unkompliziert. Die Händler sparen sich die Gebühren, die von EC- und Kreditkarteninstituten erhoben werden, und sie können spezielle Bonus- oder Rabattprogramme auflegen, um die Kunden an sich zu binden.

Wo geht das bereits?

Mehr als 80.000 Kassenterminals etwa von Drogeriemärkten, Tankstellen, Discountern, Supermärkten oder Warenhäuser bieten den Service heute bereits bei uns an.

Woran hapert es noch?

Noch kocht jeder Händler sozusagen sein eigenes Süppchen, es fehlt an übergreifenden Lösungen, die sowohl für iOS als auch auf Android-Geräten funktionieren. Viele Ketten bieten ihre eigenen Mobile-Payment-Systeme an und lassen sie über Drittanbieter umsetzen, die alle eine jeweils eigene App benötigen, wie zum Beispiel Payback Pay oder DB Mobile. Und ist das überhaupt sicher? Ganz klar: Hier liegen die größten Sorgen der Deutschen. Kann sich nicht ein Unbefugter Zugang aufs Konto verschaffen? Sicherheit verspricht, dass das Auslesen nur in sehr geringer Entfernung funktioniert. Allerdings ist anonymes Bezahlen nun nicht mehr möglich, jeder Käufer hinterlässt eine Datenspur. Ist beim Online-Shopping allerdings genauso. Wichtig: Kontoauszüge immer prüfen.

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