Nutzen Sie die Heilkraft der Sinne

Warum Richen, Fühlen und Hören die beste Medizin ist

Das Fell des Stubentigers ist sooo kuschelig. Das fühlt sich toll an! Und im Nu setzt das Streicheln bei Frauchen Glückshormone frei. Die Augen beeinflussen die Hormonausschüttung Dieses Musikstück ist aber besonders schön! Und schon ist der Alltag vergessen. Reinbeißen und genießen! Süßer Schokolade widerstehen die wenigsten. Das Parfüm duftet himmlisch! Schnell mal erschnuppern, welche Bestandteile drin sein könnten.

Schnurrend schmiegt sich der Stubentiger an Frauchens Arm. Schon kurze Zeit später macht sich ein strahlendes Lächeln in ihrem Gesicht breit. Und dafür gibt‘s eine simple Erklärung: Die Berührung setzt bei ihr jede Menge Oxytocin frei. Das ist ein Wohlfühlhormon mit einer beruhigenden Wirkung. Aber nicht nur Fühlen ist für unsere körperliche und seelische Gesundheit äußerst wichtig. Die anderen vier Sinne haben eine ebenso große Bedeutung, was verschiedene Untersuchungen inzwischen belegen.

Sehen

Dank unserer Augen finden wir uns in der Welt zurecht. Daher vertrauen wir diesem Sinn ganz besonders. Ferner lösen die Farben, die uns ständig umgeben, verschiedene Reize aus. Gelb stimmt fröhlich, Grün fördert die Erholung, während Rot belebt. Und wenn einem der Winterblues zusetzt, können die trüben Gedanken über die Augen vertrieben werden. Dabei helfen Spaziergänge sowie die Lichttherapie mit Lampen. Die Netzhaut leitet Lichtimpulse ans Gehirn weiter. Dieses schüttet dann das Wachhormon Serotonin aus.

Fühlen

Obwohl sich dieser Sinn bereits im Mutterleib entwickelt, wurde dem Tastsinn über viele Jahrhunderte nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eigentlich schade. Denn Fühlen, Berühren und Streicheln ist für uns Menschen sehr wichtig. Es mindert Stress und kann bei einer Erkrankung die Genesung unterstützen, da es sich positiv aufs Immunsystem auswirkt. Außerdem stellten schwedische Forscher fest, dass Berührungen die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn dämpfen.

Hören

Wie eng der Hörsinn mit Körpervorgängen verwoben ist, zeigt sich beim Lauschen schöner Klänge: der Blutdruck sinkt, das Herz schlägt langsamer, der Atem wird ruhiger, die innere Anspannung löst sich. Das klappt besonders gut mit dem Adagio in g-Moll von Tomaso Albinoni, Händels Wassermusik und Beethovens Mondscheinsonate. Mittlerweile haben Experten herausgefunden, dass unsere Lieblingsmusik auf das Belohnungszentrum im Gehirn einwirkt. Dann werden jede Menge Glückshormone freigesetzt und strömen durch den Körper. Ideal: Täglich mindestens 30 Minuten bei Lieblingsmusik entspannen, z.B. nach der Arbeit.

Riechen

Das ist Wahnsinn! Einer neuen US-Studie zufolge nehmen wir über eine Billion Düfte wahr! Der Geruchssinn warnt uns aber nicht nur vor verdorbenen Speisen. Er löst auch Emotionen aus und weckt Erinnerungen. Besonders beliebt sind Zitrusdüfte, da sie stimmungsaufhellend wirken. Wir denken an den letzten Urlaub im Süden, an Sommer und Meer... Eine verblüffende Entdeckung machten zudem Forscher der Uni Bochum. Sie fanden heraus, dass auch die Haut Gerüche aufnimmt. Kommt sie mit Sandelholzduft in Kontakt, heilen Wunden besser.

Schmecken

Süß, bitter, salzig oder sauer? Das verraten die Geschmacksknospen der Zunge sofort, deren Anzahl sich im Laufe des Lebens verringert. Der Geschmackssinn steht direkt mit dem Geruchssinn in Verbindung. Das Schöne: Wir können uns Geschmack auch gedanklich vorstellen. Glauben wir in eine Zitrone zu beißen, zieht sich alles in uns zusammen. Das aktiviert wiederum den Speichelfluss, was bei Mundtrockenheit hilft.