Free-Aging: Der Beauty-Trend geht zur Natürlichkeit

Echt ist das neue Schön!

Jugendwahn? Da pfeifen wir drauf. Wir setzen viel lieber auf Gelassenheit und Authentizität. Und damit liegen wir sogar voll im Trend. Denn eine neue Studie hat ergeben, dass „Free Aging“, also natürlich Altern, total angesagt ist. 

Wo immer wir auch hinschauen, in der Werbung wird uns stets nur ein Frauentyp präsentiert: jung, schlank, sexy. Diese Bilder scheinen uns vorzugeben, wie wir auszusehen haben. Auch auf den Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram heißt das Motto Schönheits-Tuning. Apps machen es möglich. Falten sind hier nicht erlaubt, werden permanent „bekämpft“, „Anti-Aging“ nennt sich die Wunderwaffe, und das klingt fast so, als wollte man das Altern mit dem Tod bedrohen. Was aber, wenn uns so gar nicht nach Krieg zumute ist – schon gar nicht einem Krieg gegen uns selbst? Damit liegen wir offenbar ganz im Trend. Denn eine neue Studie des Zukunftsinstituts im Auftrag des IKW (Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e. V.) widmete sich der Frage, welche Trends und Einflüsse in den nächsten 50 Jahren speziell in der Schönheitspflege den Ton angeben werden. Das Ergebnis dieser Studie hat nicht nur uns verblüfft.

Das Ende des einen, alles bestimmenden Beauty-Ideals

Gutes Aussehen hat derzeit Hochkonjunktur, ja. Was wir aber als „schön“ definieren, ändert sich gerade. Sicher, auf der einen Seite gibt es den bereits erwähnten Jugend- und Beautywahn(sinn), aber jeder Trend ruft auch immer eine Gegenbewegung hervor. Und die nennt sich jetzt „Free-Aging“ – selbstbestimmtes Altern.

Zum Attraktivsein gehören Authentizität und Achtsamkeit

Die Pluralisierung der Lebensstile führt auch zu einer Vielfalt von ästhetischen Mustern, wobei die Abweichung von der Norm zum USP, also „Unique Selling Point“ (dt. Einzigartigkeit), wird. Das heißt: Es gibt nicht länger nur ein Schönheitsideal, sondern ganz viele. Dank des demografischen Wandels verändern sich die Lebensstile, das Bild vom passivem Rentnerdasein etwa ist passé. Die „Free-Ager“-Frauen verbringen ihre zweite Lebenshälfte genussvoll, aktiv – und vor allem selbstbestimmt. Optimierungsstreben und Jugendwahn lässt unsere Generation kalt. Mit klassischen „Anti-Aging“-Versprechen erreicht die Kosmetik-Industrie diese Zielgruppe nicht mehr.

Beauty-Produkte sollen den aktiven Lebensstil unterstützen

Schönheitspflege geht weg vom passiven (Wellness-)Konsum, hin zu bewussten Ritualen der Selbstfürsorge. Free-Ager wollen Produkte, die Inspiration und Orientierung für einen ganzheitlichen Lebensstil bieten. Diese müssen folglich nicht nur gut für den Konsumenten, sondern auch für die Umwelt sein, d. h. nachhaltig produziert, mit natürlichen Inhaltsstoffen oder sogar Vegan sein. Beim Make-up zeichnet sich eine Tendenz zum schönheitsbetonenden Nude-Look ab, „zugekleisterte“ Gesichter sind out.