So wichtig: Wie wir unsere Haut schützen sollten

Im Alltag hat sie oft zu leiden

Die Haut ist eines unserer wichtigsten Organe. Sie ist unsere Klima-Anlage und sie schützt vor Erregern. Wir sollten gut auf sie aufpassen. Warum und wie wir unsere Haut schützen sollten, lesen Sie hier.

Sie schützt uns vor Hitze, Kälte, Bakterien und anderen Krankheitserregern von außen. Von innen dagegen sorgt sie dafür, dass wir nicht überhitzen: Bei Wärme weiten sich die Blutgefäße, um die Hitze nach außen über die Haut abzugeben, und bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und halten so die Wärme im Körper. Sie ist unser größtes Organ mit einer Oberfläche von ca. zwei Quadratmetern und wiegt dreieinhalb bis zehn Kilo – je nach Körpergröße. Die Haut macht immerhin 16 Prozent unseres Körpergewichtes aus. Dabei ist sie an den Lidern gerade mal 0,05 Millimeter dick, an den Fußsohlen und Handflächen bringt sie es auf etwa vier Millimeter. Pro Minute verlieren wir 30.000 bis 40.000 Hautzellen, deren Lebensdauer beträgt etwa vier Wochen. Mit den Jahren werden es immer weniger, deshalb erscheint die Haut dünner und faltiger. Aber wir können eine Menge dafür tun, dieses wichtige Organ so gut wie möglich zu hegen und zu pflegen.

Schützen Sie sich vor UV-Strahlen

Zu viel Sonne ist der größte Faktor für Hautalterung und Hautkrebs. Mediziner warnen schon seit Jahren: Die Haut vergisst nichts! Mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, später mal an weißem oder schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Unbehandelt ist letzterer, das so genannte maligne Melanom, die gefährlichste Krebs-Erkrankung überhaupt. Die gute Nachricht: Früh erkannt, kann der Krebs zu fast 100 Prozent geheilt werden. Deshalb sind regelmäßige Checks so wichtig: Ab 35 Jahren zahlt die Krankenkasse alle zwei Jahre ein gründliches Hautkrebs-Screening. 

Entspannungs-Übungen gegen den Alltags-Stress 

Stress haben wir alle heutzutage. Und der geht unter die Haut: Das Stresshormon Cortisol lässt den Teint fahl und leblos aussehen, es verhindert, dass Wasser gespeichert wird, so dass die Haut schneller austrocknet. Stress kurbelt außerdem die Talg-Produktion an. Die Poren verstopfen, es entstehen Pickel und Mitesser. Autogenes Training oder Entspannungsübungen nach Jacobson helfen gut, zu relaxen und Stress abzubauen. 

Cremen Sie nicht zu viel 

Weniger ist mehr – auch in der Hautpflege. Pickel, Mitesser, Rötungen haben nicht immer mit einer Allergie auf einen Wirkstoff in der Creme zu tun. Es kann auch einfach sein, dass man zu viel des Guten tut und eine Überdosis verschiedener Produkte für die Haut benutzt – die ihr gar nichts nutzen. Auch zu häufiges Duschen oder Baden schadet – vor allem, wenn man dazu noch Seife oder Duschgel nimmt. Die Haut wird trocken und reagiert mit Juckreiz und Rötungen. Hautärzte empfehlen, bei Überpflegung Cremes erst einmal ganz wegzulassen und besser nur alle zwei bis drei Tage zu duschen.

Schlafen Sie genug

Der Mensch braucht seinen Schönheitsschlaf. Denn ohne wirkt die Haut fahl und leblos. Außerdem sind die Augen geschwollen, es bilden sich Augenringe. Auch der Alterungsprozess wird beschleunigt, denn die Produktion des Stresshormons Cortisol steigt, was dafür sorgt, dass Kollagen abgebaut wird. Experten empfehlen sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. 

Wehren Sie Angriffe der Freien Radikale ab 

Produziert werden Freie Radikale durch Sonnenstrahlung, Ozon, Nikotin, Stress oder Alkohol. Und sie sind ganz schlecht für die Haut. Vitamin A, C, E, Flavonoide und Spurenelemente in Obst und Gemüse können freie Radikale unschädlich machen. Guter Lieferant ist blaues Obst wie schwarze Johannis-, Blau- und Brombeeren.

Reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich

Das empfehlen Dermatologen: Abends vor dem Schlafengehen sollte das Gesicht gründlich von Make-up und Staub gereinigt werden. Denn wenn man das nicht tut, verstopfen die Poren, die Haut rötet sich und bekommt Pickel und Mitesser. Das Gesichtswasser sollte tonisierend sein, denn das regeneriert den pH-Wert der Haut.

Das würde eine Dermatologin vermeiden

Persönliche Antworten der Fachärztin für Dermatologie aus München Prof. Sabine Plötz zu den wichtigsten Fragen zu unserer Haut. 

Ins Solarium gehen

Das UVA-Licht bräunt zwar die Haut, aber das Kollagen tieferer Bindegewebsschichten kann geschädigt werden. Es gibt allerdings UVA-Anwendungen bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne und Rosacea, diese finden dann aber unter ärztlicher Aufsicht statt.

Silikonhaltige Cremes

Diese Cremes bilden einen Schutzfilm auf der Haut, durch den Wasser abgewiesen wird. Wirkstoffe können dadurch besser eindringen. Aber: Weil durch diese Silikon-Abdeckung Wasser auch schlechter verdunstet, kann die Anwendung leicht zu Hautentzündungen führen. 

Salbe zweckentfremden 

Viele Frauen benutzen Hämorriden-Cremes für die Augenpartie im Glauben, damit würden sich dort Falten zurückbilden und die Augen abschwellen. Diese Cremes sind nicht zu empfehlen, da sie schwerwiegende Allergien auslösen können. Sie trocknen die Haut aus und lassen sie schuppig werden. Und: Gegen Falten und Tränensäcke helfen sie überhaupt nicht. 

Schwämme fürs Gesicht

Weiche Schwämme sind zwar gut für die Gesichtsreinigung, aber da sie schnell hoch mit Keimen belastet sind, brauchen sie selbst eine regelmäßige, gründliche Reinigung. Und sie müssen oft ausgetauscht werden.

Chemische Peelings

Diese Peelings für zu Hause gibt es für verschiedene Hauttypen, sie sind deshalb auch unterschiedlich wirksam. Bei unsachgemäßer Anwendung kann dabei der Säuremantel der Haut stark geschädigt werden, es kommt zu Rötungen. Ich würde so ein Peeling besser vom Dermatologen machen lassen. 

Niedriger Schutzfaktor 

Im Gesicht sollte man sich sommers wie winters mindestens mit LSF 20 eincremen. Ich würde niemals ohne Lichtschutzfaktor aus dem Haus gehen.