Was taugen unsere Bio-Siegel?

Was bedeutet Bio eigentlich?
Damit ein Produkt als Bio-Ware ausgezeichnet werden darf, muss es einige Kriterien in puncto Anbau und Tierhaltung erfüllen. Es dürfen zum Beispiel keine chemisch synthetischen Spritzmittel, keine Gen-Technik und höchstens 50 von 300 zugelassenen Zusatzstoffen verwendet werden. Zudem bekommen die Tiere mehr Auslauf und Öko-Futter.
Bio-Siegel: Was sagen die unterschiedlichen Siegel denn überhaupt aus?
Staatliche Bio-Siegel. Unser deutsches Bio-Siegel wurde 2001 ins Leben gerufen. Seit 2012 wird es durch das EU-Bio-Siegel ergänzt beziehungsweise ersetzt. Bio-Verpackungen können zurzeit noch beide oder nur das EU-Bio-Siegel tragen. Gut zu wissen: Die Produkte müssen nur die Bio-Mindestanforderungen für Tierhaltung und Anbau erfüllen.
Bio-Siegel der Anbau-Verbände. Dazu gehören Naturland, demeter, Bioland, Biokreis, Biopark, Gäa, Verbund Ökohöfe, Ecoland und Ekovin. Die Siegel haben strengere Anbau- und Tierhaltungs-Auflagen als die staatlichen, demeter erlaubt zum Beispiel nur 13 Zusatzstoffe, Tiere müssen mehr Platz haben und den Kühen dürfen nicht die Hörner gestutzt werden.
Fairtrade. Streng genommen ist das kein Bio-, sondern ein Sozialsiegel. Denn es sagt nichts über Anbau oder Tierhaltung aus, sondern nur über faire Arbeitsbedingungen – etwa, dass Kakaobauern einen Mindestpreis bekommen.
Frei von Gentechnik. Dieses Zeichen wird oft für ein Bio-Siegel gehalten – ist aber auch keins. Bei den Lebensmitteln darf allerdings keine Gentechnik zum Einsatz kommen.
Kann ich auch dem Bio-Siegel vom Discounter vertrauen?
Ja! Egal, ob eigens ausgezeichnete Bioprodukte von Supermärkten wie Rewe oder von Discountern wie Aldi – sie alle halten zumindest die gesetzlichen Bio-Auflagen ein. Allerdings ist es für den Verbraucher oft schwer zu erkennen, ob und welche Kriterien sie darüber hinaus erfüllen. Im Zweifel im Geschäft nachfragen. Vertrauen Sie außerdem nur Siegeln – keinen bloßen Produkt-Beschreibungen wie „natürlich“ oder „grün“.
Vorsicht bei diesen Begriffen
Genau lesen: Sie finden die verschiedensten Umschreibungen auf Lebensmittel-Verpackungen. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. Einige Begriffe haben gar nichts mit den Bio-Bestimmungen zu tun.
Bio:
biologisch
ökologisch
kontrolliert biologisch
kontrolliert ökologisch
biologischdynamisch
biologischorganisch
Nicht bio:
naturnah
alternativ
kontrolliert
naturgedüngt
umweltverträglich
ungespritzt
aus Vertragsanbau
integrierter Landbau
nicht chemisch behandelt




