Was taugen unsere Bio-Siegel?

Diese Kriterien muss ein Produkt erfüllen

30. Januar 2017

Ökologisch einkaufen liegt im Trend. Doch viele fragen sich im Supermarkt: Ist das auch wirklich bio? Was bedeuten die verschiedenen Bio-Siegel? Wege aus dem Siegel-Dschungel zeigen wir Ihnen hier auf

Was bedeutet Bio eigentlich?

Damit ein Produkt als Bio-Ware ausgezeichnet werden darf, muss es einige Kriterien in puncto Anbau und Tierhaltung erfüllen. Es dürfen zum Beispiel keine chemisch synthetischen Spritzmittel, keine Gen-Technik und höchstens 50 von 300 zugelassenen Zusatzstoffen verwendet werden. Zudem bekommen die Tiere mehr Auslauf und Öko-Futter.

Bio-Siegel: Was sagen die unterschiedlichen Siegel denn überhaupt aus?

  • Staatliche Bio-Siegel. Unser deutsches Bio-Siegel wurde 2001 ins Leben gerufen. Seit 2012 wird es durch das EU-Bio-Siegel ergänzt beziehungsweise ersetzt. Bio-Verpackungen können zurzeit noch beide oder nur das EU-Bio-Siegel tragen. Gut zu wissen: Die Produkte müssen nur die Bio-Mindestanforderungen für Tierhaltung und Anbau erfüllen.
  • Bio-Siegel der Anbau-Verbände. Dazu gehören Naturland, demeter, Bioland, Biokreis, Biopark, Gäa, Verbund Ökohöfe, Ecoland und Ekovin. Die Siegel haben strengere Anbau- und Tierhaltungs-Auflagen als die staatlichen, demeter erlaubt zum Beispiel nur 13 Zusatzstoffe, Tiere müssen mehr Platz haben und den Kühen dürfen nicht die Hörner gestutzt werden.
  • Fairtrade. Streng genommen ist das kein Bio-, sondern ein Sozialsiegel. Denn es sagt nichts über Anbau oder Tierhaltung aus, sondern nur über faire Arbeitsbedingungen – etwa, dass Kakaobauern einen Mindestpreis bekommen.
  • Frei von Gentechnik. Dieses Zeichen wird oft für ein Bio-Siegel gehalten – ist aber auch keins. Bei den Lebensmitteln darf allerdings keine Gentechnik zum Einsatz kommen.

Kann ich auch dem Bio-Siegel vom Discounter vertrauen?

Ja! Egal, ob eigens ausgezeichnete Bioprodukte von Supermärkten wie Rewe oder von Discountern wie Aldi – sie alle halten zumindest die gesetzlichen Bio-Auflagen ein. Allerdings ist es für den Verbraucher oft schwer zu erkennen, ob und welche Kriterien sie darüber hinaus erfüllen. Im Zweifel im Geschäft nachfragen. Vertrauen Sie außerdem nur Siegeln – keinen bloßen Produkt-Beschreibungen wie „natürlich“ oder „grün“.

Vorsicht bei diesen Begriffen

Genau lesen: Sie finden die verschiedensten Umschreibungen auf Lebensmittel-Verpackungen. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. Einige Begriffe haben gar nichts mit den Bio-Bestimmungen zu tun.

Bio:

  • biologisch
  • ökologisch
  • kontrolliert biologisch
  • kontrolliert ökologisch
  • biologischdynamisch
  • biologischorganisch

Nicht bio:

  • naturnah
  • alternativ
  • kontrolliert
  • naturgedüngt
  • umweltverträglich
  • ungespritzt
  • aus Vertragsanbau
  • integrierter Landbau
  • nicht chemisch behandelt
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