Infekt im Anflug? Dagegen haben wir was!

So machen Sie Ihre Abwehr richtig stark

14. September 2017

Tief durchatmen, nachts ruhig schlafen: In dieser Schnief- und Schnupfen-Zeit ist das nicht immer selbstverständlich – aber dank Selbsthilfe möglich.

Warum gerade jetzt? Warum kratzt mein Hals so verdächtig? Wieso muss ich ständig niesen? Habe ich schon Fieber? Oder fliegt alles noch mal vorbei?

Wir frösteln, obwohl wir nicht frieren

Ja, es ist möglich, dass unser Immunsystem die Oberhand behält: Eine Erkältung bekommen wir mit heißem Tee, einem entspannten Spaziergang an der frischen Luft oder einem warmen Bad meist noch in den Griff, weiß HNO-Arzt Dr. Michael Deeg. Forscher der Uni Yale fanden außerdem heraus: Ein Löffelchen Honig unterstützt die Zellen dabei, anfliegende virale Infekte abzuwehren. Bei bakteriellen Infekten ist dagegen Zucker-Diät angesagt. Grundsätzlich gilt auch: Ist ein Infekt im Anflug, arbeitet unser Immunsystem auf Hochtouren. Die Körpertemperatur fährt jetzt Achterbahn, uns ist mal heiß, mal kalt. Auch dieses Auf und Ab soll verhindern, dass sich Krankheitserreger in den Zellen einnisten, um sich dort zu vermehren. Und gleichzeitig machen unsere körpereigenen Abwehrzellen Jagd nach ihnen. „Auch Wärme und Ruhe helfen ihnen dabei“, sagt der Pneumologe Dr. Michael Barczok. Die Übeltäter sind übrigens meist Viren: Bei Erwachsenen verursachen sie im Schnitt zweimal pro Jahr eine Erkältung. Andere Viren sind schuld an Grippe, was zum Glück seltener vorkommt. Dagegen hilft nur: Bett hüten. Bei den lästigen Symptomen gilt allerdings: Man kann sie lindern. Wie? Das verraten wir Ihnen im aktuellen Sonderheft  „FUNK UHR gesund & fit“.

Erkältung oder Grippe – Der Symptom- Check verrät’s

Grippaler Infekt, Grippe – schon die Begriffe bringt man schnell mal durcheinander. Aber wie erkenne ich nun, was ich habe?

Beginn: Morgens leichtes Kratzen im Hals, mittags mal ein Niesen und erst abends der Verdacht: Ich werde krank. Das ist in der Regel eine Erkältung. Bei der echten Grippe treten die Symptome – typisch sind Kopf-und Gliederschmerzen – sehr schnell heftig auf. Oft von einer Stunde auf die andere.

Fieber: Ist bei Erkältung sehr selten und eher gering, bei Grippe dagegen meist hoch (bis 41 Grad). Dazu kommen Schüttelfrost und Schweißausbrüche.

Gliederschmerzen: Sind vor allem bei Grippe ausgeprägt.

Hustenreiz: Bei Erkältung anfangs gering, bei Grippe ist der Husten trocken und oft schmerzhaft.

Halsweh: Auch hier sind die Grippe-Symptome stärker: Typisch sind Schluckbeschwerden.

Müdigkeit: Grippe zehrt für gewöhnlich stärker an unseren Kräften – wir sind völlig ausgeknockt und sollten dringend im Bett bleiben.

Dauer: Eine Erkältung haben wir nach 7 bis 9 Tagen überstanden – eine Grippe hält uns mindestens sieben, meist 14, und manchmal sogar 21 Tage fest im Griff. Auch danach sollten wir uns schonen, damit das Herz gesund bleibt. Muskelgewebe könnte sich entzündet haben und ist dadurch weniger belastbar – selbst bei jüngeren Menschen droht sonst ein lebensgefährlicher Herzstillstand.


 

DR. MICHAEL DEEG
Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Freiburg im Breisgau, Berufsverband der HNO-Ärzte

DR. MICHAEL BARCZOK
Lungenfacharzt aus Ulm, Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- u. Beatmungsmediziner