Prehabilitation: Wie Sie sich mit Preha auf eine Operation vorbereiten

Ratgeber Gesundheit

Preha statt Reha: Dieses neue Kürzel steht für Prehabilitation, ein Training vor der Operation – analog zur Reha, also der Rehabilitation danach. Mit einer Preha können wir Muskeln und Kondition aufbauen und uns optimal auf die OP vorbereiten. Nach dem Motto „Reha war gestern, heute ist Preha!“ machen wir uns fit für einen bevorstehenden Eingriff und können gleich mehrfach davon profitieren. 

Prehabilitation: Weniger Schmerzen und schneller wieder mobil

Vorbei sind die Zeiten, in denen wir mit bangem Gefühl auf den OP-Termin warten und hoffen mussten, dass alles gut geht und wir schnell wieder auf den Beinen sind. Jetzt können wir selbst etwas zum Erfolg der OP und zu unserer Genesung beitragen. Obwohl die Preha noch eine recht neue Einrichtung ist, gibt es schon einige, wenn auch kleinere Studien, dazu. Sie belegen die Vorteile eindeutig: So trainiert das Aufbau-Programm nicht nur die Muskeln und den gesamten Bewegungsapparat, es stärkt auch Herz, Kreislauf und Atmung, bringt das Immunsystem auf Touren und reduziert Schmerzen. Häufig beobachtet man, dass Preha-Patienten entspannter sind und weniger Angst vor der Operation haben. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass wir eine OP besser überstehen, sich eine anschließende Reha verkürzen kann und wir schneller wieder mobil und fit für den Alltag sind. 

Egal welcher Eingriff – alle Patienten profitieren

Eine Preha nützt grundsätzlich erst mal Patienten, denen eine orthopädische OP bevorsteht. Sei es ein Eingriff am Rücken, am Knie oder an der Hüfte – wenn die umgebende Muskulatur gut in Form ist, kommt der ganze Körper danach wieder besser in Schwung. Studien belegen aber auch, dass Preha-Fitness bei kardiologischen OPs, größeren Eingriffen im Bauchraum und Krebsbehandlungen viele Vorteile bringt. Es treten seltener Komplikationen auf, weil das Herz-Kreislauf-System und die Lungen belastbarer sind. Außerdem macht körperliche Fitness auch die Seele stark und die Preha hat eine wichtige psychologische Funktion. 

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Kondition, Kraft oder auch beides? Der Mix macht’s!

Es ist zwar verlockend, seine Preha selbst in die Hand zu nehmen und gleich loszulegen – ob auf dem Hometrainer oder auf der Gym-Matte. Doch Vorsicht, das Training sollte auf die individuelle Situation abgestimmt werden. So sind z.B. vor einer Knie-OP andere Übungen sinnvoll als vor Eingriffen am Rücken. Auch kommt es darauf an, ob eher Kondition und Ausdauer aufgebaut werden sollen, etwa vor kardiologischen Eingriffen, ob es vorrangig um die Muskelkraft geht oder auch um beides. Hier macht’s der richtige Mix. Mit dem passenden Training an Geräten oder auf der Matte können wir viel Gutes erreichen, mit falschen Übungen manchmal auch das Gegenteil. Deswegen vorm Starten das Okay vom Arzt einholen. 

Prehabilitation: Vier bis sechs Wochen vorher mit der OP-Vorbereitung loslegen

Wie komme ich nun zu einer perfekten Preha? Ihr behandelnder Arzt und das Team in der Klinik sind in der Regel die Ansprechpartner. Sie können das Programm und die Intensität einer Preha festlegen und Patienten dann mit einer entsprechend den Verordnungen eine physiotherapeutische Praxis oder ein medizinisch zertifiziertes Fitness-Studio überweisen. Dort arbeiten Profis, die einen individuell passenden Trainingsplan zusammenstellen, die korrekte Ausführung der Übungen kontrollieren und auch den richtigen Umgang mit Geräten zeigen. Idealerweise sollten wir mit einer Preha vier bis sechs Wochen vor dem OP-Termin starten. So lässt sich die Wartezeit auf eine planbare OP, die sich pandemiebedingt ohnehin oft etwas verzögert, sinnvoll überbrücken. 

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Gesunde Ernährung stärkt Körper und Abwehrkraft

Die Zeit vor einer geplanten OP können wir auch noch auf weitere Weise nutzen und damit den Erfolg des Eingriffs unterstützen. So sollten wir im Alltag so aktiv wie möglich bleiben und z.B. radeln, spazieren gehen… Zudem gesund essen und trinken. Oft wird im Rahmen der Preha eine Lebensmittelberatung angeboten. Denn auch ausgewogene Ernährung gehört zu den Grundlagen für körperliche Fitness und pusht die Immunabwehr. So können wir dem OP-Termin gelassen entgegensehen und uns darauf verlassen, dass Muskeln und Immunsystem ein starkes Team bilden.

Quelle: Lea
 

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