Tinnitus: Entstehung und Ursache

Tinnitus und die Beeinträchtigung der Lebensqualität

Die lästigen Ohrgeräusche eines Tinnitus haben oft starke Auswirkungen auf die Lebensqualität. Erfahren Sie hier mehr zu Entstehung und Prävention.

Frau hält sich das Ohr zu
© iStock

Es klingelt, pfeift oder rauscht in den Ohren. Tinnitus zeigt sich individuell und in unterschiedlicher Ausprägung. Dabei ist die Schwierigkeit, dass die Ohrgeräusche – je nach Art – nur von Betroffenen selbst wahrgenommen werden. Auch die Entstehung des Tinnitus ist teils noch ungeklärt und doch können sich die Symptome stark auf die Lebensqualität auswirken.

Bedeutung von Prävention

Die lästigen Ohrgeräusche, die Patienten mit Tinnitus phasenweise oder dauerhaft wahrnehmen, gehen von Fall zu Fall sogar mit einem Verlust des Hörvermögens einher. Die akute Form lässt sich von Betroffenen unter Umständen noch tolerieren. Halten die Symptome jedoch länger an und werden chronisch, dann gehen sie oftmals mit Konzentrations- und Schlafstörungen, teilweise sogar mit depressiven Verstimmungen einher. Da ist es gut nachvollziehbar, dass die Lebensqualität sinkt und Betroffene den Tinnitus bei starker Ausprägung und langwierigem Verlauf teils sogar als Behinderung wahrnehmen.

Umso wichtiger ist es, die eigenen Gewohnheiten sowie Aktivitäten im Alltag zu hinterfragen und schon vorbeugend so zu handeln, dass die Entstehung eines Tinnitus möglichst verhindert wird. Doch welche Faktoren können die belastenden Geräusche im Ohr auslösen?

Tinnitus: Ursachen erkennen

Die genauen Mechanismen zur Entstehung des sogenannten „subjektiven Tinnitus“ – so nennen Fachleute die Ohrgeräusche, die ausschließlich Betroffene wahrnehmen – sind bis zum heutigen Tag noch nicht genau bekannt. Vermutlich sind Schäden an den feinen Haarzellen und Nervenbahnen oder Fehler hinsichtlich der Reizübermittlung des Hörzentrums für das Klingeln, Summen oder Pfeifen im Ohr verantwortlich. Doch wie kommt es zu diesen Schäden?

Lärmbelastung

Zu den bekanntesten Ursachen, die mit dem Tinnitus einher gehen, zählen akustische Traumata. Hierzu gehören beispielsweise unvorhergesehene Knalle, Explosionen oder auch dauerhaft zu laute Geräuschkulissen wie es bei Konzerten sowie an manchen Arbeitsstätten ohne Gehörschutz der Fall ist. 30 Prozent aller diagnostizierten Tinnitus-Fälle sind auf übermäßigen Lärm zurückzuführen. Da ist es gut zu wissen, dass präventive Maßnahmen zum Schutz des Gehörs sinnvoll zum Einsatz kommen können, um die Entstehung von Beschwerden wie Tinnitus oder auch Hörsturz zu verhindern.

Erkrankungen

Zu den möglichen Ursachen eines Tinnitus gehören auch einige Erkrankungen. Hier spielen zum Beispiel Entzündungen des Mittel- oder Innenohrs genauso eine Rolle, wie

  • Defekte des Trommelfells,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Verschlüsse des Gehörgangs sowie
  • Tumore am Hörnerv.

Doch anders als vielleicht angenommen, sind es nicht nur solche Diagnosen, die das Ohr und die unmittelbare Umgebung betreffen. Die Entstehung des Tinnitus kann genauso durch

  • Funktionsstörungen im Bereich des Kiefers oder der Halswirbelsäule bedingt sein,
  • wie durch das Vorliegen von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, sowie durch
  • Auffälligkeiten des zentralen Nervensystems oder · hormonellen Veränderungen.

Die Ursachen sind, allein bei Betrachtung der körperlichen Ebene, vielfältig. Daher ist eine gut durchgeführte Diagnostik genauso von Bedeutung, wie die intensive Mitarbeit der Tinnitus-Patienten, wenn es darum geht, ihre Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität wieder zu verbessern.

Verhalten, Medikamente und mehr

Wenden sich Betroffene aufgrund der verminderten Lebensqualität an medizinisches Fachpersonal, so sollten nicht nur mögliche Erkrankungen in die Diagnostik mit einfließen. Auch aktuelle sowie vergangene Medikamentengaben und sonstige Ereignisse, die die Entstehung eines Tinnitus zur Folge haben können, gilt es zu berücksichtigen. An dieser Stelle lassen sich die folgenden Faktoren nennen:

  • Alkoholmissbrauch
  • Narkosemittel
  • Druckveränderungen, wie sie beim Tauchen oder bei Flugreisen entstehen

Zudem sind psychische Störungen, wie posttraumatische Belastungsstörungen oder Depressionen als Ursachen für Tinnitus denkbar.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität bei Tinnitus

Halten die Ohrgeräusche länger als drei Monate an, ist von chronischem Tinnitus die Rede. Die Ursachenforschung und damit auch die Möglichkeit zur grundlegenden Behandlung wird dabei zwar stets schwieriger, doch Betroffene müssen die Hoffnung nicht aufgeben: Bei etwa 30 Prozent der Patienten verschwindet der chronische Tinnitus auch noch nach bis zu zehn Jahren Krankheitsgeschichte.

Die möglichen Ursachen eines Tinnitus sind zahlreich. Aus dem Grund ist die Diagnostik oftmals schwierig und eine symptomatische Behandlung, bei der die Verbesserung der Lebensqualität im Mittelpunkt steht, sinnvoll. Wie kann diese aussehen, damit der Leidensdruck von Patienten im Alltag möglichst gering ist?

Der erste und wichtigste Ratschlag ist, dass Betroffene offen über ihre Diagnose sprechen dürfen. Das gilt vor allem auch dann, wenn begleitend zum Tinnitus

  • depressive Verstimmungen,
  • Verlust des Selbstvertrauens oder
  • ähnliche Symptome auftreten,

die mit verhaltenstherapeutischer Unterstützung Linderung erfahren können. Was tatsächlich gegen die Ohrgeräusche hilft, ist individuell verschieden: Neben Medikamenten reichen die Tipps von Ablenkung und Akupunktur, über Nahrungsergänzungsmittel, sogenannte Noiser, die die Frequenz des Tinnitus überdecken, bis hin zu Entspannungstechniken und Hypnose. Es ist wichtig, dass betroffene Patienten den Raum bekommen, um herauszufinden, was ihnen persönlich hilft und gut tut.

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