Verklebte Faszien: Wie das Gewebe wieder stark wird

Was eine Übersäuerung damit zu tun haben kann

Mit den Kleinen draußen herumtollen, einen Shoppingmarathon absolvieren oder im Garten rumwerkeln – all das macht große Freude, aber oftmals fühlt man sich anschließend wie gerädert und verspürt Schmerzen und Verspannungen. Viele Menschen schieben das auf altersbedingten Verschleiß, die wenigsten haben dabei eine Übersäuerung auf dem Zettel.

Weniger Beschwerden durch Säureabbau

Doch gerade überschüssige Säure im Bindegewebe kann schuld daran sein, wenn alles wehtut. Erst recht, wenn Muskeln oder Gelenke schon vorgeschädigt waren. „Dann kann sich der Schmerz sogar verstärken“, sagt Prof. Jürgen Vormann, Ernährungswissenschaftler aus Ismaning. „Das Gewebe kann sich aber durch Säureabbau regenerieren, dann sind Muskeln und Gelenke schon bald wieder beweglicher.“

Ein gedrosselter Stoffwechsel macht müde

Früher benutzte man in diesem Zusammenhang noch den Begriff „Säurestarre“, heute spricht man hingegen von verklebten Faszien. Damit ist das weißliche Bindegewebe gemeint, das Gelenke und Organe miteinander verbindet und für das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven wichtig ist. Verlieren die Faszien an Elastizität und verkleben, weil sie dauerhaft übersäuert sind, kann das Gelenk-, Schulter- und Rückenschmerzen nach sich ziehen. „Weitere Anzeichen einer Säurebelastung des Körpers sind außerdem Müdigkeit und Erschöpfung“, so Prof. Vormann, „denn der Stoffwechsel wird dadurch langsamer.“

Das A und O: eine basenlastige Ernährung

Um das Bindegewebe in Schuss zu halten und Beschwerden wieder loszuwerden, kann das gerade sehr populäre Faszien-Training beitragen. Doch die Übungen allein „entwirren“ die Faszien nicht. Vielmehr muss auch der Säure-Basen-Haushalt wieder in Balance gebracht werden. Wenn er ständig mit Säurebildnern wie Zucker, Weißmehl, Fleisch oder Kaffee „zugemüllt“ wird, fängt der Organismus an zu streiken. Mit einer basischen Ernährung kann man aber einen entgleisten Säure-Basen-Haushalt wieder ins Lot bringen. Dazu sollte mindestens die Hälfte einer Mahlzeit aus Salat, Gemüse und Obst bestehen. Zudem muss man ausreichend trinken (ca. 2 Liter am Tag), etwa Wasser oder auch Kräutertees – die wirken basisch und helfen, Säuren auszuschwemmen. Bewährt hat sich zudem die Einnahme basischer Mineralstoffe, die überschüssige Säuren neutralisieren, das zeigen Untersuchungen. Prof. Vormann: „Schon eine vierwöchige Einnahme kann etwa chronische Rückenschmerzen lindern. Danach benötigen Patienten weniger Schmerzmittel.“

Auch entspannende Auszeiten sind hilfreich

Und weil auch Dauerpower und Stress den Stoffwechsel belasten und eine Übersäuerung fördern, sollten wir uns öfter Auszeiten gönnen. Beim Stressabbau helfen Atemübungen, Relax-Methoden wie Yoga, Massagen oder Ent- spannungsbäder. Apropos: Bei einem Basenbad kann man auch über die Haut entsäuern.

Unser Schnell-Test hilft: Sind Sie übersäuert?
 

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