Reizdarm – Welche Mittel helfen wirklich?

Reizdarm – Welche Mittel helfen wirklich?

Knapp jeder sechste Erwachsene in Deutschland ist regelmäßig von sich abwechselnden Bauchschmerzen und Blähungen sowie Verstopfung und Durchfall geplagt. Grund für die Beschwerden ist das Reizdarmsyndrom. Der Reizdarm lässt sich dabei oft nur schwierig diagnostizieren und behandeln. Allerdings gibt es einige Mittel und Maßnahmen, die Betroffenen besonders häufig helfen.

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Reizdarm – Was ist das eigentlich?

Nach heutigem Verständnis handelt es sich bei dem Reizdarmsyndrom um eine Störung der Darm-Hirn-Achse. Das bedeutet, dass das Zusammenspiel zwischen dem Darmnerven- und dem vegetativen und zentralen Nervensystem gestört ist. Folge dieses mangelhaften Zusammenspiels sind verschiedene Magen-Darm-Beschwerden, die sich abwechseln.
 
Aufgrund der unterschiedlichen, im Kontext des Reizdarmes auftretenden Symptome sind Reizdarmbeschwerden zum einen schwieriger zu behandeln als etwa eine „einfache“ Verstopfung. Zum anderen fällt es aber auch schwerer, das Syndrom überhaupt zu diagnostizieren. Betroffene leiden daher häufig für lange Zeit unter Beschwerden, die den Alltag deutlich eingeschränken.
 
Die Schwierigkeiten bei der Diagnose hängen mit den verschiedenen Symptomen zusammen, unter denen Reizdarm-Betroffene leiden. Diese sind nämlich häufig nicht eindeutig zuzuordnen und können auch im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Überempfindlichkeiten auftreten. Von Reizdarm kann daher häufig erst dann die Rede sein, wenn andere Auslöser für die Beschwerden ausgeschlossen worden sind. 

Reizdarm: Symptome und Ursachen

Im Kontext des Reizdarmsyndroms treten unterschiedliche Beschwerden und Symptome auf. Sie wechseln sich oft ab oder treten in Kombination miteinander auf. Zu den Reizdarm-Symptomen zählen:
 
·      Blähungen
·      Bauchschmerzen
·      Durchfall
·      Verstopfung
·      Völlegefühl
·      Gefühl einer nicht vollständigen Darmentleerung
 
Worauf genau das Auftreten des Reizdarmsyndroms zurückzuführen ist, ist bis heute noch nicht geklärt. Allerdings gibt es bestimmte Faktoren, die in Verdacht stehen, Reizdarmbeschwerden hervorzurufen oder zu begünstigen:
 
·      eine nicht ausgewogene Ernährung
·      eine für lange Zeit unerkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten
·      Infektionen im Magen-Darm-Trakt
·      Störungen der Darmflora (Leaky-Gut-Syndrom)
·      stärkere psychische Belastungen wie Kummer, Stress und Ängste 

Welche Mittel helfen wirklich bei Reizdarm?

Es gibt einige Mittel, die besonders vielen Reizdarm-Betroffenen helfen und die unangenehmen Symptome der Erkrankung zumindest abmildern. Einige dieser Mittel und Wirkstoffe können etwa laut wefix.health auch in Kombination miteinander verwendet werden. 
 
Pfefferminzöl gegen Reizdarm
Pfefferminzöl trägt zur Entspannung der Darmmuskulatur bei und kann den Darm so beruhigen. Menschen, die unter Reizdarm-Symptomen leiden, profitieren daher häufig von Pfefferminzöl. Eine Dosierung von 500 und 800 mg täglich hat sich dabei bei besonders vielen Betroffenen als wirkungsvoll erwiesen. 
 
Probiotika gegen Reizdarm-Symptome
Im menschlichen Darm sind verschiedenste gutartige Bakterien angesiedelt, die für seine normale Funktionsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Zu den gutartigen Bakterien zählen etwa Milchsäurebakterien und Bifidobakterien. 
 
Allerdings kommen diese nützlichen Bakterien in der Darmflora von Menschen, die unter dem Reizdarmsyndrom leiden, oft in zu geringer Zahl vor. Reizdarm-Betroffenen kann daher die bewusste und vermehrte Aufnahme probiotischer Lebensmittel (z. B. Joghurt oder spezielle probiotische Getränke) helfen, die Bakterien wieder im Darm anzusiedeln und die Darmflora so zu normalisieren. 
  
Durchfall- oder Verstopfungsmedikamente gegen Reizdarm
Durch das Reizdarmsyndrom können sowohl Durchfall als auch Verstopfung vermehrt auftreten. Je nachdem, welche dieser Beschwerden gerade akut ist, kommen entsprechende Medikamente zur Linderung der Beschwerden infrage. 
 
Zu bedenken ist allerdings, dass sowohl Abführmittel (Laxantien) als auch Durchfallmedikamente (Antidiarrhoika) das Reizdarmsyndrom als solches nicht lindern. Allerdings helfen die Mittel meist zuverlässig gegen akute Reizdarmbeschwerden. Außerdem ist zu beachten, dass es bei regelmäßiger Anwendung vorkommen kann, dass etwa Medikamente gegen Durchfall Verstopfungen auslösen und umgekehrt. Die entsprechenden Medikamente sollten daher nur sparsam und kurzfristig eingesetzt werden, um akute Beschwerden zu lindern.
 
Krampflösende Medikamente gegen Reizdarmbeschwerden 
Viele Menschen, die unter dem Reizdarmsyndrom leiden, sind oft von Bauschmerzen und Krämpfen geplagt. Krampflösende Medikamente (sogenannte Spasmolytika), welche die Darmmuskulatur entspannen, können ihnen helfen, auftretende Schmerzen und Krämpfe zu lindern.  
 
Krampflösende Wirkstoffe, die in Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom oft für Abhilfe sorgen können, sind Butylscopolamin, Pinaverium, Cimetropium und Otilonium. Allerdings ist von diesen Wirkstoffen lediglich Butylscopolamin hierzulande erhältlich. Medikamente, die diesen Wirkstoff enthalten, können rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden. 
 
Psychotherapeutische Maßnahmen gegen das Reizdarmsyndrom 
Welche Ursachen das Auftreten des Reizdarmsyndroms hat, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Es wird allerdings vermutet, dass psychische Belastungen, Kummer und Stress das Auftreten der Magen-Darm-Beschwerden begünstigen können. Dementsprechend können in einigen Fällen auch eine psychotherapeutische Behandlung oder die gezielte Stressreduktion gegen die Reizdarmbeschwerden helfen. 
 
Je nach möglicher Ursache für die Beschwerden kommt zum einen das Erlernen von Methoden zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken als Maßnahme gegen die Reizdarmbeschwerden infrage. Zum anderen können aber auch psychotherapeutische Maßnahmen wie etwa eine kognitive Verhaltenstherapie für Besserung sorgen.
 
Allerdings kommen insbesondere letztere Maßnahmen nur dann infrage, wenn die Reizdarmbeschwerden sehr ausgeprägt sind. Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie erlernen Betroffene dann, wie sie mit ihren Beschwerden besser leben können. Oft hilft das allerdings auch dabei, die subjektiv wahrgenommenen Beschwerden zu reduzieren. 

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