So vermeiden Sie Beziehungsstress

Wenn Streitigkeiten zur Belastungsprobe werden

In jeder auch noch so glücklichen Beziehung kann es zu Streitereien kommen. Das ist völlig normal. Problematischer wird es, wenn es nicht beim einzelnen Streit bleibt, sondern die Beziehung zu einer andauernden Belastungsprobe wird. Denn Beziehungsstress ist nicht nur belastend, er macht auch krank! Ab wann eine Beziehung die Gesundheit belasten kann, wie sich der Beziehungsstress auf die Gesundheit auswirkt und was Sie dagegen tun können.

Wann macht Beziehungsstress krank?

Im Einzelnen sind es oft Kleinigkeiten, die in der Summe eine Beziehung auf die Probe stellen. Wenn ein Partner immer aus der sprichwörtlichen Mücke einen Elefanten macht, stecken häufig tiefsitzende Probleme dahinter. Stressauslöser sind dabei oft breit aufgestellt: Es können kleine verbale Anfeindungen oder Beleidigungen sein. Auch ein belehrender Ton oder ständige Nörgeleien wirken herablassend. Mit einer passiv aggressiven Grundstimmung werden Konflikte oft vermieden und dadurch nur noch verstärkt. Eine dauernde Abwertung des Partners aufgrund vermeintlicher Kleinigkeiten ist für diesen seelisch stark belastend. Das Gefühl, nie Recht zu bekommen, kontrolliert zu werden und keine eigenen Entscheidungen mehr treffen zu können, kann auch zum Auslöser körperlicher Probleme werden. Wenn dem offenen Konflikt zudem aus dem Weg gegangen wird, können sich Aggressionen und Frustrationen immer weiter aufbauen und einen Menschen innerlich zerfressen.

Oft stecken hinter aggressiven Reaktionen auf vermeintliche Nichtigkeiten jedoch größere Sorgen und Ängste Ihres Partners. Das können Probleme sein, die beim Streit über den nicht gemachten Abwasch oder das abendliche Zuspätkommen für die Beteiligten nicht direkt offensichtlich sind. 

Zum einen kann die Arbeit zu einem Streitauslöser werden: Hat Ihr Partner häufig außerplanmäßige Termine, erschwert das die Planung gemeinsamer Aktivitäten. Nimmt die Arbeit sowohl viel Zeit als auch großen Raum in den Gedanken ein, kann das zusätzlich beim Partner ein Gefühl der Vernachlässigung auslösen. 
Doch auch sexuelle Frustration, bestimmte Charaktereigenschaften, Kinder oder finanzielle Probleme sind mögliche Streitpunkte. 

Problematisch wird es, wenn Probleme nicht mehr direkt angesprochen werden. Die Kommunikation des Paares beschränkt sich dann auf Anfeindungen und Streit. Im schlimmsten Fall gerät es in eine Eskalationsfalle, bei der auch jeder Versuch zur Lösungsfindung wieder als Affront gewertet wird. So baut sich der Frust immer weiter auf und hinterlässt auch seelische Narben.

Gesundheitliche Risiken durch Beziehungsstress

Besonders für Ihre psychische Gesundheit stellt Stress in der Beziehung ein großes Risiko dar. Angefangen bei Schlafstörungen und anhaltender Unruhe kann sich der Stress bis zu Depressionen und affektiven Angststörungen ausbauen. Hieraus können wiederum Suchterkrankungen wie Alkoholismus oder Spielsucht entstehen. Ein übermäßiges und stressbedingtes Essen oder Onlinespiele haben aber wiederum das Potenzial, zu neuen Streitthemen in der Beziehung zu werden.

Körperlich zeigt sich der Stress durch einen hohen Blutdruck sowie einer stärkeren Adrenalin- und Cortisolausschüttung. Daher ist Beziehungsstress besonders gefährlich für das Herz. Gerade Frauen sind dabei anfällig für Verengungen der Herzkranzgefäße und für Herzinfarkte. Es kann jedoch auch zu chronischen Schmerzerkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Muskelverspannungen kommen. 

Eine dänische Studie aus dem Jahr 2014 konnte zeigen, dass sich bei langanhaltendem Stress mit Beziehungspartnern, Familienmitgliedern oder Kindern das Sterberisiko mehr als verdoppeln kann. Kommen neben Stress noch weitere Faktoren hinzu, steigt das Risiko noch weiter. Daher sollten Sie versuchen, den Beziehungsstress zu vermeiden, um nicht nur Ihre Beziehung zu schonen, sondern auch Ihre Gesundheit.

Beziehungsstress: Was tun?

Hinter den Streitereien über vermeintliche Kleinigkeiten stecken oft große Sorgen: ein Gefühl der Vernachlässigung, sexuelle Frustration oder auch Zukunftsängste. Diese latenten Faktoren können sich in einer Vielzahl von belastenden Anfeindungen äußern. Solange Sie jedoch Streitthemen, wenn auch auf unschöne Art, verhandeln, kann für Ihre Beziehung auch eine Lösung gefunden werden. Dies setzt voraus, dass die Probleme offengelegt werden. Im Klartext: Sie müssen ein offenes Gespräch mit Ihrem Partner führen. 

Das ist jedoch oft leichter gesagt als getan. Paare, deren Beziehung bereits länger in Streitigkeiten festgefahren ist, fehlt die Distanz, um ein solches notwendiges Gespräch zu führen. Sie befinden sich in einer Eskalationslogik, in der jeder Versuch einer Annäherung wiederum als Angriff gewertet wird. In solchen Situationen bleibt oft nur der Gang zu einem Paartherapeuten.

Wenn eine Beziehung jedoch von Ängsten über die gemeinsame Zukunft geplagt ist, liegt den Beteiligten auch etwas am Erhalt dieser Beziehung. Die nötige Offenheit für die Lösung des Konfliktes ist dann in den meisten Fällen gegeben. Im Gespräch lassen sich gemeinsame Lösungen finden. Dies können gemeinsame sportliche Aktivitäten, Kinobesuche oder Restaurantgänge sein. Bei finanziellen Sorgen kann hingegen eine gemeinsame Finanzplanung helfen. Offenheit und Ehrlichkeit sollten schon zu Beginn einer Beziehung gehegt und gepflegt werden. Gemeinsame Aktivitäten und feste Beziehungszeiten stärken die Bindung zwischen den Partnern und geben der Beziehung Stabilität und verhindern so Beziehungsstress.

Themen