Ärger im Urlaub? So gibt’s Geld zurück

Lärm, dreckiges Zimmer oder verspäteter Flug?

Das Hotel oder andere Leistungen weichen erheblich von der gebuchten Pauschalreise ab? Dann können Urlauber beim Veranstalter Geld zurückfordern. Hier ist richtiges Handeln gefragt: schon vor Ort die Reiseleitung informieren und die Mängel mit Fotos und Videos dokumentieren. Stellt sich der Veranstalter quer, hat man nach Reiserücktritt vier Wochen Zeit, seine Ansprüche geltend zu machen. Am besten schriftlich per Fax oder per Einschreiben mit Rückschein.

Der Flug ist verspätet, dadurch bedingt verzögerte Ankunft im Hotel: bis zu 20% 

Flugverspätungen sind mehr als nervig. Pauschalreisende können sich ab der fünften Stunde für jede angefangene Stunde fünf Prozent des Tagesreisepreises, insgesamt nicht mehr als 20 Prozent, erstatten lassen.
AG Hamburg, Az.: 8B 194/10

Das gebuchte Hotel ist überfüllt. Ersatzhotel hat keinen Strand: 60% 

Manchmal kommt es vor, dass das ursprüngliche Hotel überbucht wurde. Der Reiseleiter muss dann ein gleichwertiges Ersatzhotel anbieten. In dem verhandelten Fall hatte dieses keinen Badestrand, obwohl der ursprünglich gebucht war. Minderung: 60 Prozent.
OLG Frankfurt a. M., Az.: 16 U 118/97

Das Zimmer ist verdreckt. Dazu gibt’s Ameisen, das Badezimmer fehlt: 30%

In Extremfällen kann man ein dreckiges Zimmer reklamieren. Im verhandelten Fall kamen zu dem Siff auch noch Ameisen und ein fehlendes Bad dazu. 30 Prozent des Tagesreisepreises pro Urlaubstag wurden erstattet.
LG Köln, Az.: 10 S 85/01, RRa 2001, 180

Baustellenlärm am Tag und laute Musik bis tief in die Nacht: 50%

Die klagenden Urlauber wurden durch Baustellenlärm am Tag und Musikbeschallung in der Nacht genervt. Dafür erhielten sie später 50 Prozent des Reisepreises zurück.
LG Frankfurt a. M., Az.: 2-24 S 29/07

Klimaanlage defekt, dadurch haben Sie mehr als 30 Grad im Hotelzimmer: 15%

Wenn das Zimmer gefühlt zur Sauna wird, ist eine streikende Klimaanlage ein erheblicher Reisemangel. Das rechtfertigt eine Minderung des Reisepreises um 15 Prozent.
LG Düsseldorf, Az.: 22 S 257/02

„All-inclusive“ gebucht, doch es wurden die Getränke extra berechnet: 10%

Eine Reisende sollte für Getränke selber zahlen, obwohl sie „All-inclusive“ gebucht hatte. Das gab eine Minderung von 10 Prozent.
AG Berlin-Charlottenburg, Az.: 233 C 165/10

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