Fructoseintoleranz: Darauf müssen Sie bei Lebensmitteln achten

In diesem Essen verbirgt sich Fruchtzucker

Wenn eine Fructoseintoleranz vorliegt, müssen Betroffene einiges beachten, denn Fructose ist Bestandteil vieler Lebensmittel. Wir verraten, in welchem Essen sich der Fruchtzucker verbirgt.

Wie äußert sich eine Fructoseintoleranz?

Bei einer Fructose-Unverträglichkeit kann der Körper den Fruchtzucker nicht richtig oder nicht komplett aufnehmen, was wiederum zu Beschwerden im Darm führen kann.
Nach dem Verzehr von Obst, Fruchtsäften und anderen fruchtsäurehaltigen Lebensmitteln treten dann mitunter verschiedene Symptome auf. Häufig sind das Blähungen oder Durchfall. Betroffene klagen ebenfalls über Bauchschmerzen, Völlegefühl, Aufstoßen oder Übelkeit. Dabei äußern sich die Symptome bei jedem Menschen unterschiedlich. Zudem kommt es immer darauf an, wie viel Fructose der Betroffene aufgenommen hat, beziehungsweise, wie empfindlich der jeweilige Darm ist. 

Eine Ernährungsumstellung kann helfen

Ein Besuch beim Facharzt für Magen-Darm-Krankheiten hilft dabei festzustellen, ob man unter einer Unverträglichkeit leidet und um welche Form der Fructose-Intoleranz es sich genau handelt. Wird eine Fruchtzuckerunverträglichkeit nachgewiesen, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Menschen, die unter einer Fructose-Unverträglichkeit leiden, fragen sich häufig, was sie überhaupt noch essen dürfen. Dies ist von Person zu Person unterschiedlich, denn jeder Mensch ist anders. Hilfreich ist ein Besuch beim Ernährungsberater, der die Betroffenen individuell berät. Denn fest steht, dass es keine Liste mit verbotenen und nicht verbotenen Lebensmitteln gibt, welche für alle gilt, die unter einer Fructose-Unverträglichkeit leiden. Manche Lebensmittel enthalten aber mehr Fructose als andere. Die meisten Ärzte werden zur Ernährungsumstellung nach dem 3-Stufen-Modell raten. Dies sieht wie folgt aus:

1. Karenzphase: Das ist die erste Phase der Ernähungsumstellung. Sie dauert zwei bis vier Wochen. Sinn der Karenzphase ist es, sich streng fructosearm zu ernähren und auf alle Nahrungsmittel, die Fructose, Sorbit und Haushaltszucker enthalten, zu verzichten. Dabei kann schon beobachtet werden, ob sich die Beschwerden bessern. Ist dies der Fall, gehen Sie in die zweite Phase über.

2. Testphase: In den folgenden sechs Wochen wird ausgetestet, wie viel Fruchtzucker die Person genau verträgt. Es wird sich langsam an das Level des Betroffenen herangetastet. Dies geschieht, indem pro Tag ein fructosehaltiges Lebensmittel verspeist wird. Alle Beobachtungen sollten dabei genau dokumentiert werden – etwa, was Sie gegessen haben, wann, wie viel. So kann der Arzt später bessere Schlüsse ziehen.

3. Die langfristige Ernährungsumstellung: Haben Sie herausgefunden, was und wie viel Sie vertragen, ist nun eine langfristige und gesunde Ernährungsumstellung nötig. Diese sollte unbedingt Ihre Toleranzgrenze in Bezug auf Fructose berücksichtigen und nun dauerhaft in Ihren Alltag eingebunden werden.

Fructosehaltige Lebensmittel

Besonders viel Fructose ist in Äpfeln, Birnen, Kirschen oder Trauben enthalten. Aber auch in Trockenfrüchten, Marmelade, Mangos oder Pflaumen versteckt sich viel Fruchtzucker. Vorsicht ebenso vor Obstsäften und Limonaden, sie beinhalten ebenfalls oft Fruchtzucker. Wer nun denkt, dass Fructose nur in Obst enthalten ist, irrt sich. Auch in Gemüse verbirgt sich Fruchtzucker. Zum Beispiel in Erbsen, Rotkohl, Paprika, Pilzen oder in Knoblauch. Generell ist der Fruchtzuckergehalt bei Gemüse aber geringer als der vom Obst.

Lebensmittel mit besonders hohem Fructosegehalt

  • Äpfel
  • Birnen
  • Kirschen
  • Trauben
  • Trockenfrüchte
  • Marmelade
  • Mangos
  • Pflaumen

Gemüse mit Fruchtzuckeranteil

  • Erbsen
  • Rotkohl
  • Paprika
  • Pilzen
  • Knoblauch

Fructosearme Lebensmittel

Getreideprodukte, wie Brot, Nudeln oder Müsli sowie Milchprodukte ohne Fruchtzusatz bereiten meist keine Probleme. Ebenso geeignet sind Kartoffeln, Reis oder Hirse. Auch Fleisch, Fisch und Eier sind fructosearm. Nüsse und Samen, Tee und Kaffe sind ebenfalls bekömmlich. Gekochtes Obst enthält in der Regel weniger Fructose - hier hilft aber nur individuelles Testen, denn je nach Ausprägung der Unverträglichkeit kann es für einen persönlich verträglich sein oder nicht.

Fructosearme Produkte und Lebensmittel ohne Fructose

  • Brot, Nudeln, Kartoffeln oder Müsli
  • Milchprodukte ohne Fruchtzusatz, also Butter, Joghurt oder Quark
  • Nüsse und Samen
  • Tee und Kaffee 
  • Kräuter und Salate
  • pflanzliche Öle und Apfelessig
  • Fleisch, Fisch und Eier
  • Reis, Roggen, Hafer, Weizen, Hafer, Dinkel oder Hirse
  • Pseudo-Getreide wie Amaranth, Buchweizen, Quinoa
  • Beeren

Do's and Don'ts: Es ist also wichtig, dass Sie sich verstärkt von fructosearmen Lebensmitteln ernähren, um Bauchschmerzen oder ein Völlegefühl zu vermeiden. Dabei muss man sich gar nicht sonderlich eingeschränkt ernähren, denn die Auswahl an Lebensmitteln ist groß. Sie brauchen daher auch keine Angst zu haben, dass Sie beispielsweise einen Vitamin C Mangel bekommen - gerade in Beeren steckt jede Menge Vitamin C, daher sind normalerweise keine Vitaminpräparate erforderlich. Denken Sie auch daran, immer individuell zu prüfen, welche Lebensmittel Ihnen guttun und welche nicht. Führen Sie daher ein Ernährungstagebuch und notieren Sie etwaige Folgen nach dem Essen. Daraus lässt sich später ein Muster ableiten.

Tipp: Holen Sie sich die Lebensmitteltabelle für Fructoseintoleranz aufs Handy

Diese Formen von Fructoseintoleranz gibt es

Die Fructoseintoleranz lässt sich grob in drei verschieden Gruppen unterteilen:

1. Fructosurie: Dabei handelt es sich um einen genetisch bedingten Mangel des Enzyms „Ketohexokinase“, welches zur Umwandlung von Fructose benötigt wird. Dadurch kommt es zu einem Fructoseüberschuss, der aber bei den Betroffenen meist einfach von den Nieren herausgefiltert wird und so, oft unbemerkt vom Betroffenen, über den Urin ausgeschieden wird.

2. Hereditäre Fructoseintoleranz: Bei dieser Form der Fructoseunverträglichkeit handelt es sich um eine gefährliche, aber seltene Variante. Durch einen genetischen Defekt ist ein Enzym gestört, dass für die Aufspaltung von Fructose (D-Fructose-1-phosphat) zuständig ist. Dadurch kommt es zu einer Anhäufung des Phosphats. Infolgedessen wird der Glykose- und Glykogenstoffwechsel gestört, wodurch es zu einer Unterzuckerung kommen kann. Symptome dafür sind Übelkeit, Krämpfe und Erbrechen. Nimmt der Betroffene noch weiter Fructose zu sich, kann es sogar zu Leber- oder Nierenversagen kommen.

3. Fructosemalabsorption: Hierbei handelt es sich um die häufigste Form der Fructoseintoleranz. Im Gegensatz zu den anderen beiden Varianten liegt hier keine genetische Störung in der Leber vor, sondern ein Defekt im Dünndarm. Hier ist der Transport der Fructose gehindert, und so wird zumindest ein Teil des Zuckers nicht weitergeleitet, sonern verbleibt im Dickdarm. Dadurch entstehen Blähungen und es kann zu Veränderungen der Darmflora kommen.

Datum: 08.07.2020
Autor: Lena Radke

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