Burnout-Symptome erkennen und handeln

Jeder Zweite klagt über Erschöpfung

Die täglichen Aufgaben? Kaum zu schaffen. Die Stimmung? Mau und müde, dauermüde. Die Zukunftsaussichten: nicht so toll. Wenn alle Symptome für ein Burnout sprechen, dann ist es Zeit zu handeln. Wir klären auf über das Erschöpfungssyndrom, wie es sich vorbeugen und überwinden lässt.

Eigentlich ist Stress ja etwas Positives: Er sorgt dafür, dass wir stark sind und leistungsfähig, er macht wach und schnell. In der Steinzeit war das sinnvoll, damit man dem Feind entfliehen oder das Wild erjagen konnte. Danach fuhr der Körper den Level der Stresshormone wieder herunter. Heute dagegen bleibt der Pegel hoch, wir sind Dauerbelastungen ausgesetzt. Denn die Maxime der Leistungsgesellschaft lautet nach wie vor: höher, schneller, weiter – mehr! 

Burnout-Symptome werden durch zu viel Druck hervorgerufen

Doch etwa jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich von diesem „mehr“ erschöpft. Geschieht das häufig oder wird zum Dauerzustand, dann reagiert der Körper. Er schaltet ab, programmiert sich sozusagen zurück auf Werkseinstellung. „Burnout“ lautet dann der Befund der Ärzte bei diesen Symptomen. Ausgebrannt wegen zu viel Anforderung, zu wenig Entspannung. Ein Burnout zwingt den Menschen, seine Lebensgewohnheiten auf eine radikale Art und Weise ernsthaft zu überdenken und eventuell auch völlig neu zu gestalten. 

Burnout entsteht auch bei Unterforderung 

Burnout ist eigentlich keine eigene Erkrankung, sondern ein sogenannter Risikozustand. Das bedeutet, dass sich daraus eine Depression oder eine Angststörung entwickeln kann. Besonders gefährdet sind Menschen, die immer perfekt sein wollen. Übrigens kann ein Burnout auch dann entstehen, wenn man sich im Job unterfordert und nicht wertgeschätzt fühlt. Hier spricht man auch von einem „Boreout“. 

Erste Anzeichen sind Schlafstörungen

Aber so weit muss es ja gar nicht kommen. Unser Körper zeigt uns, wenn er nicht mehr kann. Wir müssen ihm nur ganz genau zuhören. Leider werden die Alarmsignale oft übersehen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 30 und 50 Jahren – einem Alter, in dem wir mitten im Leben stehen; ein Alter, in dem wir Karriere machen und gleichzeitig eine Familie zu versorgen haben. Erste Anzeichen für einen Burnout sind chronische Müdigkeit, Reizbarkeit oder auch Neigung zu aggressivem Verhalten, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Außerdem zunehmende Ungeduld und Ärger über sich selbst, das Gefühl, fremdbestimmt zu sein und im Alltag nur noch zu funktionieren. Dazu kommen Probleme beim Ein- und Durchschlafen – das führt zu noch mehr Müdigkeit. Wer in der Nacht von Sonntag auf Montag besonders schlecht schläft, bei dem sollten die Alarmglocken klingeln.

Burnout-Prävention: Bewegung baut die Stresshormone ab

Um einem Burnout vorzubeugen, raten die Experten dringend: Schrauben Sie Ihren Stresslevel herunter! Damit der Spiegel der Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin gesenkt wird, sollte man sich auspowern. Denn Bewegung baut diese Hormone ab. Empfohlen werden dreimal 30 Minuten Sport pro Woche. Das hört sich für manche Menschen vielleicht anstrengend an, ist es aber eigentlich nicht, denn ein strammer Spaziergang tut es auch. Man sollte dabei allerdings ins Schwitzen kommen. So ein Powerwalk macht außerdem den Kopf schön frei.

Man muss sich Zeit für sich selbst nehmen 

Ebenfalls wirklich wichtig: Job und Freizeit müssen strikt voneinander getrennt werden. Keine dienstlichen Mails mehr nach Feierabend, keine ständige Erreichbarkeit, keine Problemlösungen in der Freizeit. Stattdessen sollte man herausfinden, was man gern tut und das dann auch konsequent machen. Das kann ein Museumsbesuch sein, ein Kinoabend mit Freundinnen, die Lektüre eines Krimis – oder auch ganz einfach eine Stunde auf dem Sofa liegen und in die Luft gucken. Die Absicht dahinter: Man soll sich Zeit für sich selbst nehmen – ohne schlechtes Gewissen. Manchmal muss man sich dafür allerdings auch professionelle Hilfe holen. Wer sich dauerhaft nicht gut fühlt: besser zum Arzt gehen. Er kann eine Therapie verschreiben.

Quick-Tipps gegen das Seelentief

Die sanfte Kraft der Natur kann Ängste und Schlafstörungen gut und schnell lindern. Diese Pflanzen beruhigen und nehmen die Nervosität:

Lavendel Der Duft des echten Lavendel (Lavandula angustifolia) hilft, zur Ruhe zu kommen, löst Angstzustände und lindert Schlafstörungen. Einfach ein Schälchen mit den Blüten neben das Kopfkissen stellen. Lavendel hilft aber auch innerlich: Präparate mit dem Öl der Pflanze werden bei innerer Unruhe und depressiven Verstimmungen angewandt.
Engelwurz Sie wird auch Angstwurz genannt – der Name ist Programm. Für einen Tee einen TL getrocknete Wurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser aufkochen, 10 Min. ziehen lassen. Das beruhigt und gibt Kraft.
Johanniskraut Das gelb blühende Kraut gilt als„Arnika der Nerven“. Es hilft bei Stress und Nervosität. Bei Bedarf dreimal täglich eine Tasse Tee davon trinken.

Hier finden Sie Hilfe:

www.burnout-syndrom-hilfe.eu Seite mit vielen Infos und Tipps, ehrenamtlich betrieben von Diplom-Psychologen.
www.burnout-fachberatung.de Seminare und Coaching zur Vorbeu- gung und Therapie von Burnout. Hilfe bei der Wiedereingliederung im Job.
www.burn-out-forum.de Umfangreiches Forum mit dem Austausch von Infos und der Beantwortung von Fragen, dazu die Diskussion mit Betroffenen.
www.hilfe-bei-burnout.de Erste Anlaufstelle für Patienten und