Zeit zu leben Teil 5: Achtsamkeit lernen

Im Hier und Jetzt Erfüllung finden

Schneller, weiter, besser – oft setzen wir uns mit zu hohen Ansprüchen selbst unter Druck. Wir grübeln über das Vergangene und sorgen uns um die Zukunft. Umso wichtiger, immer wieder den Augenblick bewusst zu genießen.

Erinnern Sie sich noch, wie Sie heute in den Tag gestartet sind? Wie sich der Wasserstrahl der Dusche angefühlt hat? Wie der Frühstücks-Kaffee geschmeckt hat? Oder schalten Sie morgens gleich auf Autopilot? Immer häufiger rennen wir von einem Termin zum nächsten – und verpassen dabei viele Details, die das Leben erst so richtig lebenswert machen. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem wir das Gefühl haben, uns selbst im Trubel zu verlieren. Auf der Suche nach unserem inneren Gleichgewicht hilft: Achtsamkeit.

❋ Innehalten und aufmerksamer werden

Für manche ist Achtsamkeit nur ein Modewort – doch es trägt einen starken Inhalt. Es ist ein Konzept der buddhistischen Lehre, bei dem es vor allem darum geht, das eigene Selbst und die Außenwelt aufmerksam zu beobachten – und zwar ohne zu urteilen und zu bewerten. Ängste, Stress und Nervosität können dadurch dauerhaft abgebaut werden. Gleichzeitig gewinnen wir Freude, Selbstvertrauen, Zuversicht.

❋ Uns und die Welt mit allen Sinnen erleben

Unsere Ohren bringen Klang in unser Leben. Wie hört sich der Gesang der Vögel an? Wie die Stimme unseres Liebsten? Genauso wichtig ist es, auch in uns hineinzuhorchen: Was belastet mich gerade? Welche Wünsche möchte ich mir erfüllen? Unsere Augen bringen Farbe in unser Leben. Wenn wir die Umwelt genau betrachten, sehen wir kein Schwarz-Weiß, sondern unzählige Nuancen. Zu sehen bedeutet auch, das Wesentliche zu erkennen: Was ist wichtig für mich? Von welchen Dingen sollte ich mich trennen? Die Haut bringt Nähe in unser Leben. Wir treten mit dem Äußeren in Kontakt, spüren Verbundenheit. Auch unsere Emotionen sollten wir betrachten: Bin ich fröhlich? Wütend? Alle Gefühle sind erlaubt, alle sind wertvoll für unser Leben.

❋ Den Moment wertschätzen lernen

Ein Zitat von Buddha lautet: „Laufe nicht der Vergangenheit nach, und verliere dich nicht in der Zukunft.“ Natürlich können wir Gedanken über das Gestern oder Morgen nicht einfach abstellen. Aber wir können damit anfangen, Grübeleien wie „Hätte ich damals doch …“ oder „Was passiert bloß, wenn …“ einfach weiterziehen zu lassen und uns auf die Gegenwart zu konzentrieren. Eine wichtige neue Frage sollte dann lauten: „Was kann ich in diesem Moment tun, damit …“ Auf diese Weise machen wir uns klar, dass wir unser Leben selbst beeinflussen können – genau jetzt.

❋ Mehr Zeit nehmen für das Wesentliche

Um uns herum wird alles immer hektischer. Die Unsicherheiten nehmen zu, wir arbeiten und leben multitasking. Doch je mehr Stürme im Außen, desto wichtiger wird die Orientierung im Innen. Viel zu oft sagen wir „Ich müsste eben noch schnell …“ Schluss damit! Ab sofort nehmen wir uns für wichtige Dinge die Zeit, die wir brauchen, und setzen uns nicht unter Druck.

❋ Nachspüren und zur Ruhe kommen

Inneren Frieden finden – das klappt besonders gut mit Meditation, Autogenem Training und Yoga. Sehr wohltuend ist auch der so genannte Body-Scan, bei dem wir unseren Körper nach und nach – vom Scheitel bis zu den Zehen – ganz bewusst wahrnehmen: Das löst Verspannungen, schenkt uns Gelassenheit.

❋ Offen sein und sich inspirieren lassen

Zur Achtsamkeit gehört nicht nur die Stille, das Hineinhorchen. Genauso wichtig ist es, aufmerksam seine Umwelt zu betrachten und sich von ihr inspirieren zu lassen. Was machen die Menschen in meiner Umgebung? Wie wirkt das Kunstwerk auf mich, das ich gerade betrachte? Wann immer wir etwas sehen, das uns gefällt, können wir es zu einem Teil von uns selbst machen. Alles, was unseren Alltag bereichert, können wir festhalten.

❋ Ängsten den Schrecken nehmen

Wenn wir Herausforderungen bewusst betrachten, lernen wir, sie als das wahrzunehmen, was sie wirklich sind: Chancen und Möglichkeiten. Wir brauchen sie nicht zu fürchten, denn wir können von ihnen nur lernen, an ihnen wachsen. Diese Gewissheit im Inneren hilft uns dabei, nach außen Zuversicht, Liebe und Wärme zu leben.

❋ Lächeln – und sich selbst beschenken

Achtsamkeit heißt auch Dankbarkeit – für die wunderbaren Menschen, die uns umgeben, die tollen Erfahrungen, die uns bereichern. Beschenken wir uns deshalb mit einer positiven Sichtweise. Reflektieren wir abends den Tag, und lassen wir ihn dann los, um frei für morgen zu sein. Hängen wir für einen fröhlichen Start in den Tag einen schönen Zettel mit dem Wort „Lächeln“ ins Bad – dann ist diese positive Botschaft das Erste, was uns nach dem Aufstehen begrüßt.

5 Übungen für den Alltag

Wenn wir uns von Reizüberflutung und Hektik gestresst fühlen, helfen kleine Auszeiten, um wieder Kraft zu tanken.

1 Haben Sie ein Haustier? Dann kraulen Sie es mal in aller Ruhe. Beobachten Sie, wie es auf die sanften Berührungen reagiert. Das entspannt – Sie beide.

2 Essen Sie bewusst. Nehmen Sie sich Zeit. Achten Sie genau auf den Geschmack und wie gut Ihnen bestimmte Nahrungsmittel tun. Ihr Körper dankt.

3 Gehen Sie so oft wie möglich an die  frische Luft. Lassen Sie den Wind um Ihre Nase streichen, betrachten Sie die Schönheit von Bäumen und Gewässern.

4 Suchen Sie sich ein Hobby, das Ihre Kreativität beflügelt und gleichzeitig Ihrem Kopf hilft, abzuschalten – etwa Stricken oder Mandalas ausmalen.

5 Halten Sie zwischendurch immer mal kurz inne, und versuchen Sie, das Jetzt in Worte zu fassen. Was fühlen Sie?

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