Zeit zu leben Teil 7: Loslassen lernen

Ballast abwerfen, die Seele erleichtern

Manchmal müssen wir uns erst von bestimmten Sachen verabschieden, um zu erkennen, was uns guttut – und was wir tatsächlich brauchen.

Freiheit spüren. Unbeschwert durchs Leben schweben, so wie ein Vogel im Wind – eine schöne Vorstellung. Doch viel zu oft lassen wir uns von Problemen des Alltags nach unten ziehen, spüren Leistungsdruck, fühlen uns überfordert. Hinzu kommen die Dinge, die wir anhäufen und sammeln – ohne zu merken, dass sie uns mehr Energie rauben als schenken. Zeit, sich von all dem zu lösen, das uns daran hindert, unsere Flügel auszubreiten und endlich loszufliegen.

Routinen überdenken, anstatt sich von ihnen einengen zu lassen
Wir laufen eifrig im Hamsterrad des Alltags und  merken dabei oft nicht, dass sich Gewohnheiten in unser Leben schleichen, die unserer Seele nicht guttun. Halten Sie Ihre Routinen einmal schriftlich fest, und notieren Sie dazu, wie Sie sich jeweils dabei fühlen. Was genießen Sie davon wirklich? Wo könnte Ihnen eine Veränderung guttun?

Das Hier und Jetzt bewusst erleben und neu bewerten
Ein Hindernis auf dem Weg ins Glück sind ständige Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft. Schluss mit „Hätte ich doch …“ und „Was wäre wenn …“. Sagen Sie sich stattdessen: Ich lebe genau jetzt – und das ist auch gut so! Blicken Sie auf all die schönen Dinge, die der heutige Tag mit sich bringt. Eine ganze Menge, oder?

Sich selbst vergeben und Konflikte schneller abhaken
Fehler passieren jedem, ohne Ausnahme. Aber vielen fällt es schwer, sich selbst und anderen zu verzeihen und Missgeschicke einfach abzuhaken. Tragen Sie Konflikte nicht länger mit sich herum. Versuchen Sie, Streitigkeiten schnell zu schlichten. Seien Sie großzügig – zu sich und anderen.

Verantwortung abgeben und sich nicht selbst überfordern
Wir laden uns selbst oft zu viel auf, weil wir gerne alles unter Kontrolle haben wollen. Wir glauben, es allen recht machen zu müssen, scheuen uns davor, Schwäche zu zeigen. Werfen Sie diese Last über Bord. Sie müssen nicht perfekt sein. Niemand ist das, und niemand erwartet es von Ihnen. Sie können die Verantwortung für viele Dinge anderen vertrauten Menschen übertragen. Auch Sorgen müssen Sie nicht selbst mit sich ausmachen. Bitten Sie aktiv um Hilfe, wenn Sie Unterstützung benötigen. Das erleichtert so vieles.

Eigene Stärken zelebrieren und aufhören, sich zu vergleichen
Die anderen haben es ja so viel besser im Leben? Sind erfolgreicher, hübscher, beliebter? Sich mit anderen zu vergleichen, führt oft zu Selbstzweifeln oder auch zu Neid. Geben Sie diesen negativen Gefühlen keinen Raum. Schauen Sie lieber auf sich selbst – mit einem ehrlichen, liebevollen Blick. Fragen Sie Familie, Freunde und Kollegen, was diese konkret an Ihnen bewundern. Freuen Sie sich täglich über Ihre kleinen Erfolge und Stärken. Feiern Sie diese – auch mit anderen.

Unnützes Zeug aussortieren, um den Kopf frei zu bekommen
Zu viel Besitz kann belastend sein. Lassen Sie los, reisen Sie ab sofort mit leichtem Gepäck. Bestimmen Sie zunächst, was Ihre Lieblinge sind, von denen Sie sich auf keinen Fall trennen möchten. Falls Sie bei einigen Dingen unsicher sind, nehmen Sie sie einmal in die Hand, und fragen Sie sich: Habe ich wirklich noch Freude daran Würde ich es wieder kaufen? Würde ich es in Zukunft vermissen? Wenn die Antwort Nein ist: weg damit. Spenden oder verkaufen Sie Ihre überflüssigen Sachen. Sie werden sich sofort besser fühlen.

Von Problemen distanzieren, aufs Wesentliche konzentrieren
Es gibt Tage, an denen läuft scheinbar alles schief. Wir tappen von einem Missgeschick ins nächste, fragen: „Warum immer ich?“ Ein belastender Gedanke. Ganz wichtig ist es dann, sich von den Problemen zu distanzieren: Sie sind außen – und kein Teil unseres Inneren. Sie müssen keine Macht über uns bekommen. Wir selbst haben es in der Hand, wie wir sie bewerten und wie schnell wir uns von ihnen lösen. Wir können sie dankbar als Erfahrung annehmen – und dann wegschicken.

Gewicht abschütteln und sich öfter eine Auszeit gönnen
Über den Tag hinweg denken wir häufig an anstehende Pflichten und Termine, wir fühlen deren Gewicht auf unseren Schultern, lassen uns davon leicht nach unten ziehen. Halten Sie sich in solchen Momenten gedanklich ein Stoppschild vor die Augen. Lockern Sie Ihren Körper, atmen Sie ganz tief durch, schütteln Sie die Last ab, und spüren Sie sich selbst. Verwandeln Sie alle „Muss“– in „Möchte“-Termine, und nehmen Sie Herausforderungen als das an, was sie sind: die Chance, zu wachsen. Unsere Gedanken sind frei – und sie machen uns frei. Wenn das nicht beflügelt…

10 Dinge, von denen Sie sich trennen sollten

Eine kleine Inspiration, die Ihnen dabei hilft, sich unbeschwerter, zufriedener und erfüllter zu fühlen.

1 Befreien Sie sich von der Angst vor dem Unbekannten. Gehen Sie stattdessen einen kleinen Schritt darauf zu. Beim nächsten Mal einen etwas größeren.
2 Lösen Sie sich von Reue und Bedauern. Zum damaligen Zeitpunkt war das, was Sie taten, ganz richtig.
3 Lassen Sie Ihre Sorgen los. Sich Sorgen zu machen, ist, wie um Dinge zu bitten, die man doch eigentlich nicht haben will.
4 Reden Sie sich nicht ein, dass Sie in Ihrem Leben nicht da sind, wo Sie sein sollten. Sie sind genau in der richtigen Ausgangsposition, um da hinzukommen, wo Sie einmal hin möchten.
5 Denken Sie nicht, Sie müssten genau wissen, wie man etwas bewerkstelligt. Man lernt die Dinge am besten, wenn man sie tut.
6 Hören Sie auf, anderen die Verantwortung für Ihre Gefühle zu geben. Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, haben Sie die Wahl: es akzeptieren oder ändern.
7 Glauben Sie nicht, sich anpassen und von allen akzeptiert werden zu müssen. Sie sind einmalig.
8 Schütteln Sie den Gedanken ab, Ihre Träume seien nicht so wichtig wie die der anderen. Folgen Sie der Stimme Ihres Herzens.
9 Verbannen Sie alle Gewissensbisse, wenn Sie etwas nur deshalb machen, weil es Ihnen guttut. Denn Sie haben es sich verdient.
10 Befreien Sie sich von der Vorstellung, dass es eine richtige oder falsche Art gibt, etwas zu tun oder die Welt zu betrachten. Genießen Sie die Gegensätze und die Vielfalt des Lebens.