Zeit zu leben Teil 8: Das Geheimnis der Gelassenheit

Durchatmen, loslassen, ankommen

Auch in stressigen Momenten gibt es die Chance, entspannt zu bleiben. In Teil 8 unseres großen Selbstcoaching-Programms verraten wir Ihnen, wie auch Sie mit einigen Tipps das Geheimnis der Gelassenheit lüften können.

Nichts ist unmöglich – wenn wir innerlich frei sind, uns ruhig und selbstsicher fühlen. Doch unser hektischer Alltag macht uns leider häufig einen Strich durch die Rechnung. Schon Kleinigkeiten regen uns dann auf, wir werden schnell unzufrieden. Was dann hilft, ist Gelassenheit. Denn sie stärkt unser Selbstvertrauen, macht uns ausgeglichen. Weil wir unsere Kräfte nicht länger sinnlos vergeuden, sondern dort einsetzen, wo sie wirklich etwas bewirken. 

Gelassenheit entsteht, wenn wir Erfahrungen richtig beurteilen und Menschen und Dinge einschätzen können. Das Fundament dafür baut praktischerweise unser eigenes Leben. Denn leben heißt lernen – und an sich wachsen. 

Prioritäten setzen und sich von Dingen trennen 

Arbeiten gehen, Kinder großziehen, Ehe, Haushalt, Freunde und Hobbys – das ist ein Riesenprogramm. Wenn Sie sich öfter genervt und ausgelaugt fühlen, schreiben Sie am besten einmal alle großen und kleinen Stressfaktoren auf. Was von Ihren Aktivitäten tut Ihnen denn wirklich gut, und was kostet nur Energie? Ein paar der „Krafträuber“ können Sie sicher streichen.

Entwickeln Sie gleichzeitig neue Gewohnheiten, die sofort einen Wohlfühl-Moment schenken. Das abendliche Telefonat mit der Freundin, der wöchentliche Tanzkurs: Wir brauchen Vertrautes, um neue Herausforderungen zu meistern.

Zusammenhalt pflegen und Bindungen vertiefen 

Vor allem der Austausch mit anderen – egal, ob mit dem Partner, der Familie, Freunden oder auch Kollegen – öffnet uns Zugang zu neuen Energien, mit denen wir erstaunlich viel fühlen, Dinge neu bewerten und Unangenehmes besser ertragen können. Ein gutes, zuverlässiges soziales Umfeld macht uns stark und schafft Geborgenheit. Hier können wir Dampf ablassen, Probleme teilen und um Unterstützung bitten, wenn wir das Gefühl haben, alleine nicht wirklich weiterzukommen. 

Anstatt sich aufzuregen – das Beste daraus machen

Das kennen Sie sicher auch: Manchmal hat man einfach kein Glück. Und dann kommt auch noch Pech dazu. Aber hilft es wirklich, wenn Sie sich zusätzlich aufregen? Das, was passiert ist, können Sie nicht mehr ändern – nur Ihre Einstellung dazu. Versuchen Sie deshalb immer, einen positiven Dreh zu finden. So unangenehm eine Situation auch sein mag, oft hält sie einen Lerneffekt für uns bereit. Wenn Sie sich fragen: „Was bringt mir das für die Zukunft?“, werden Sie eine Antwort finden, die Ihnen Ihre innere Balance wiedergibt. 

Probleme aufschreiben und sie dadurch besiegen

Ein störender Gedanke kommt immer wieder und lenkt Sie von der Arbeit ab? Dann nehmen Sie sich gezielt Zeit für das Problem: Schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt, was Sie konkret belastet und aufregt. Bannen Sie all das auf ein Blatt Papier. Nach spätestens 20 Minuten legen Sie das Blatt – und damit das Problem – zur Seite. Oder Sie reißen es alternativ in Schnipsel. Fühlen Sie sich nicht gleich viel freier? 

Akzeptanz üben und auf sich selbst konzentrieren

Versuchen Sie, folgenden Satz zu verinnerlichen: „Alles darf da sein!“ Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihnen sämtliche Meinungen und Menschen in Ihrer Umgebung in den Kram passen müssen. Viel wertvoller, als andere Sichtweisen zu verurteilen, ist es aber, sich auf die eigene Lebenseinstellung zu konzentrieren und dadurch herauszufinden, wofür wir stehen und was uns wirklich ausmacht. Je gefestigter wir in unseren Ansichten sind, desto weniger brauchen wir eine Bestätigung von außen.

Pausen einlegen und so die Perspektiven wechseln

Die englische Dichterin Elizabeth Barrett Browning schrieb einmal: „Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.“ Damit hat sie völlig recht. Denn nur das Innehalten gibt uns die Chance, auch mal die Perspektive zu wechseln und Abstand zu den Dingen zu gewinnen. Stellen Sie sich vor, Sie seien ein Vogel, der hoch oben über Ihren Ängsten und Ärgernissen schwebt. Wie wirkt all das von dort oben? Immer noch so bedrohlich? Oder vielleicht schon viel überschaubarer? 

Auch mal passiv sein und die Kontrolle abgeben

Wir können nicht alles im Leben kontrollieren, nicht alles beeinflussen und nicht alles perfektionieren. Anstatt dies zu bedauern, sollten wir uns darüber freuen: Das Leben ist ein wunderbares großes Durcheinander von Begegnungen, Erfahrungen, Ereignissen und Überraschungen. Lernen wir also, zu „lassen“: Dinge zuzulassen, Fragen offen zu lassen, anderen etwas zu überlassen, Sorgen loszulassen … – der Königsweg zu mehr Gelassenheit.

6 praktische Übungen für den Alltag

Leicht und spielerisch zur inneren Ruhe - das wünschen wir uns alle. Mit diesen Tipps klappt es ab sofort ganz einfach. 

  1. Sie können nachts nicht abschalten? Legen Sie das, was Sie belastet, gedanklich in eine Schublade. Schließen Sie sie zu. Werfen Sie den Schlüssel weg. Morgen wird klasse!
  2. Bleiben Sie mal stehen, und schauen Sie nach oben. Sehen Sie die Wolken? Wie sie sich am Himmel mächtig auftürmen? Diese Weite, Leichtigkeit und Schönheit – all das hat eine unglaublich beruhigende Wirkung.
  3. Wer lacht, kann sich nicht aufregen. Sicher gibt es einige Witze, Sprüche, Bilder, bei denen Sie sich das Grinsen nicht verkneifen können? Dann haben Sie davon in Zukunft am besten immer einige parat.
  4. Ein geringes Selbstwertgefühl stresst uns, weil wir uns ständig hinterfragen. Was dann hilft: beide Hände hinter dem Rücken zusammenführen. Tief ein- und ausatmen und mehrere Male laut sagen: „Ich liebe. Und ich werde geliebt.“ Ihr Glücks-Mantra.
  5. Sie wollen schnell nach Hause, aber die Bahn hat Verspätung? Es kann ganz schön wütend machen, wenn uns Zeit geraubt wird. Erobern Sie sie zurück, indem Sie die Wartezeit aktiv nutzen, Nachrichten beantworten, eine Zeitschrift lesen …
  6. Toll, wenn Sie so weit sind, Dinge anzunehmen. Noch schöner, wenn Sie zusätzlich versuchen, diese positiv zu bewerten. Stellen Sie sich bei Ärger vor, durch eine Optimisten-Brille auf die Situation zu schauen. Sieht das Ganze nicht gleich viel bunter aus?
     

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